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Politik

Stadt Parsberg wird Vermieter

Die Stadt lässt sich den sozialen Wohnungsbau 1,5 Millionen Euro kosten. Ende 2019 soll das Gebäude bezugsfertig sein.
Von Peter Tost

Bürgermeister Josef Bauer, Stadtbaumeister Gerhard Behringer und Geschäftsleiter Stefan Schmidmeier (v. r.) sind mit der Planung zufrieden. Fotos: Tost
Bürgermeister Josef Bauer, Stadtbaumeister Gerhard Behringer und Geschäftsleiter Stefan Schmidmeier (v. r.) sind mit der Planung zufrieden. Fotos: Tost

Parsberg.„Die Abstimmungen mit der Regierung der Oberpfalz sind abgeschlossen und schon demnächst wird es den ersten Spatenstich geben“, freut sich Bürgermeister Josef Bauer.

Die Rede ist vom Einstieg der Stadt Parsberg in den sozialen Wohnungsbau. Insgesamt 15 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von etwas mehr als 1000 Quadratmetern werden bis Ende nächsten Jahres durch den Bau eines Mehrfamilienhauses auf dem Grundstück des ehemaligen Gebäudes des Technischen Hilfswerks (THW) in der Eichendorffstraße entstehen. „Nachdem das Gebäude zwischenzeitlich abgebrochen wurde, ist der Baubeginn für Mitte des Monats geplant“, erklärt Bauer.

Sorgfältige Standortsuche

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit und Beratung durch die Regierung der Oberpfalz habe diese auch schon den vorzeitigen Baubeginn genehmigt, so dass die Arbeiten am zweistöckigen Gebäude tatsächlich beginnen können. Es besteht aus zwei Baukörpern, die jeweils rund 20 Meter lang, knapp elf Meter tief und ungefähr neun Meter hoch sind.

Bei der Auswahl des besten Standorts für das Mehrfamilienhaus habe man es sich nicht leicht gemacht, betont der Bürgermeister. „Wir haben mehrere mögliche Standorte untersucht, darunter das Neubaugebiet Südost D, den Volksfestplatz, das Freizeitzentrum und die Fläche gegenüber des Neubaugebiets West.“

An der Eichendorffstraße wird ab Mitte des Monats gebaut.
An der Eichendorffstraße wird ab Mitte des Monats gebaut.

Letztendlich habe sich der Stadtrat für das ehemalige THW-Gelände entschieden, nicht zuletzt wegen der Nähe zum Stadtzentrum. „Der Entscheidung gingen intensive Gespräche mit der städtebaulichen Beratung und den Stadtentwicklern voraus, wobei die wichtigsten Kriterien die verkehrliche Anbindung und die Einpassung ins Stadtbild waren“, erklärt Bauer.

Letzteres sei bei einem zweistöckigen Gebäude besonders wichtig. „Wir sind um einen mehrgeschossigen Bau nicht herumgekommen, da die Nachfrage nach Wohnraum sehr groß ist und angesichts begrenzter Flächen nur so eine optimale Ausnutzung der Grundfläche möglich ist.“

Dabei habe man auch das Gebot der Nachverdichtung nicht aus den Augen verloren. „Aber wegen des großen Nachfragedrucks stößt man in dieser Hinsicht sehr schnell an seine Grenzen“, sagt der Bürgermeister. Was das Raumangebot in dem Mehrfamilienwohnhaus angeht, setze man auf einen Wohnungsmix verschiedener Größen zwischen 30 und 90 Quadratmetern Wohnfläche, so dass sowohl Singles als auch Familien und sogar Familien mit mehreren Kindern in das Gebäude einziehen können.

Platz für bis zu 80 Personen

Laut Stadtbaumeister Gerhard Behringer sind drei kleine Wohnungen mit 35 Quadratmetern für Einzelpersonen vorgesehen, drei mit 65 Quadratmetern für drei Personen, sechs Wohnungen mit 75 Quadratmetern für drei bis vier Personen und drei große Wohnungen mit 90 Quadratmetern, die für vier bis fünf Personen ausgelegt sind. Bei der Maximalbelegung sei das Mehrfamilienhaus somit für bis zu 80 Bewohner ausgelegt.

Die Gesamtkosten für das Projekt liegen laut Bürgermeister Josef Bauer bei rund 2,1 Millionen Euro. Dank der Fördermittel aus dem Topf für kommunalen Wohnungsbau des Freistaats in Höhe von 30 Prozent werde der Stadtsäckel heuer und nächstes Jahr mit insgesamt 1,5 Millionen Euro belastet.

Einziehen kann in das Haus allerdings nur, wer einen Wohnberechtigungsschein hat. „Über die Voraussetzungen werden wir rechtzeitig informieren“, kündigt Bauer an. Die Vergabe der Sozialwohnungen läuft dann über die Stadt Parsberg.

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Sozialer Wohnungsbau

  • Programm

    Mit dem kommunalen Förderprogramm unterstützt der Freistaat Bayern Gemeinden bei dem Vorhaben, selbst sozialen Wohnraum zu planen und zu errichten. Für dieses Programm stellt er von 2016 bis 2019 insgesamt 600 Millionen Euro bereit.

  • Förderung

    Sie besteht aus einem Zuschuss von 30 Prozent der förderfähigen Kosten sowie einem zinsverbilligten Darlehen in Höhe von 60 Prozent. Die Gemeinden müssen somit einen zehnprozentigen Eigenanteil sofort finanzieren.

  • Zielgruppe

    Sie umfasst Haushalte, die sich aus eigener Kraft nicht am normalen Wohnungsmarkt versorgen können. Durch das Programm geförderte Wohnungen sollen auch „in angemessenem Umfang“ anerkannten Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden.

  • Bestand

    Kommunale Sozialwohnungen gibt es im Landkreis bisher nur in der Stadt Neumarkt mit 27 Wohnungen. Oberpfalzweit gibt es in Deuerling fünf Wohnungen, in Lappersdorf 18 Wohnungen und in der Stadt Neustadt an der Waldnaab zwölf.

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