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Engagement

Starthilfe für Talente aus aller Welt

Ein Förderverein unterstützt die Internationale Meistersingerakademie in Neumarkt. Die Begeisterung soll überschwappen.
Von Eva Gaupp

Seit 2011 findet die Internationale Meistersingerakademie in Neumarkt statt. Foto: Anett Wernig
Seit 2011 findet die Internationale Meistersingerakademie in Neumarkt statt. Foto: Anett Wernig

Neumarkt.Neumarkt als Karrieresprungbrett an die großen Opernhäuser in aller Welt. Diese Chance bietet die Internationale Meistersingerakademie (IMA). Auch wenn die Stadt keine illustren Festspiele aufzuweisen hat wie Salzburg, Bregenz oder Bayreuth, verfügt Neumarkt über Qualitäten, die Profis wie die kanadische Opern-, Lied- und Konzertsängerin Prof. Dr. Edith Wiens besonders schätzen: „Die Infrastruktur ist perfekt. Der Reitstadel ist einer der weltbesten Konzertsäle, im Kloster St. Josef sind die Studenten sehr gut untergebracht, die Stadt bietet Ruhe“, zählt die künstlerische Leiterin und Direktorin der IMA auf. Jetzt will der neu gegründete Förderverein sein Scherflein dazu beitragen, die Rahmenbedingungen weiter zu optimieren.

Dr. Michael Janka (Mitte) ist Vorsitzender des IMA Fördervereins.
Dr. Michael Janka (Mitte) ist Vorsitzender des IMA Fördervereins.

Vorsitzender ist Dr. Michael Janka. Der Mediziner liebt Musik und Gesang und will mit dem Förderverein eine breite finanzielle Basis schaffen. „Ich bin schon in der Welt herumgekommen, aber die IMA ist einzigartig.“ Sein Stellvertreter ist der Kulturreferent des Stadtrats, Peter Ehrensberger. „Die IMA ist in Neumarkt inzwischen eine feste Institution.“ Ein wichtiges Ziel des Fördervereins ist seiner Ansicht nach, nicht nur Spenden zu sammeln, sondern möglichst viele Menschen für die Musik und die jungen Talente zu begeistern. Er wünscht sich, möglichst viele Unterstützer zu gewinnen, die nicht nur die Konzerte besuchen.

Engagements in Chicago und Oslo

Das gehört auch für Edith Wiens zur besonderen Atmosphäre der Meistersingerakademie. „Man sieht überall gut gelaunte Menschen, die vor sich hinsingen oder pfeifen“, lacht sie. Dazu könnte auch Henry Pillipp gehören, der von sich sagt, „ich bin ein Fan der IMA“. Deshalb hat der Sparkassenvorstand sich bereiterklärt, sich im Förderverein als Kassenprüfer einzubringen. „Es ist faszinierend zu beobachten, wie diese jungen Talente sich weiterentwickeln.“

Die Amerikanerin Emalie Savoy hatte 2014 an der IMA teilgenommen. Danach hatte sie mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt (Oder) eine Porträt-CD aufgenommen. Foto: Janka
Die Amerikanerin Emalie Savoy hatte 2014 an der IMA teilgenommen. Danach hatte sie mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt (Oder) eine Porträt-CD aufgenommen. Foto: Janka

Prof. Edith Wiens führt eine lange Liste mit Engagements, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt nach ihrem Meisterkurs in Neumarkt bekommen haben: Dazu gehören Gastverträge für die Salzburger Festspiele, die Opernhäuser in Zürich, Frankfurt, Chicago und Basel, für das berühmte Festival in Aix-en-Provence oder auch die Semperoper in Dresden. Manche hatten sogar direkt eine Festanstellung oder die Aufnahme in ein Ensemble erhalten.

Agenturen suchen junge Talente

Möglich wird dies durch die Besuche von rund 30 der bedeutendsten Agenturdirektoren und Intendanten aus aller Welt, die sich die jungen Sängerinnen und Sänger anhören. Das Besondere in Neumarkt: Nach dem Vorsingen erhalten die Talente Feedback. Das sei oft nicht üblich, weiß Wiens. Und wenn die Rückmeldung Kritik enthält, sei dies auch nicht immer einfach zu verkraften. Trotzdem hält sie es für wichtig, weil sich dadurch die Chance ergebe, an diesen Schwächen zu feilen. Eine Studentin sei beispielsweise auf der Bühne sehr kühl und distanziert rübergekommen. „Das war hart für sie zu verkraften. Aber sie hatte sich vorgenommen, jetzt zeige ich es allen!“, erinnert sich Wiens. Und zwei Jahre später sei die junge Frau voll durchgestartet und habe alle mitgerissen.

Zum Abschluss der IMA präsentieren sich die Sängerinnen und Sänger in der LGS-Arena.
Zum Abschluss der IMA präsentieren sich die Sängerinnen und Sänger in der LGS-Arena.

Das sind Geschichten, die Gisela Wanke überzeugen. Für sie ist die IMA ein wichtiges Sprungbrett für junge Sänger. „Talentförderung muss nicht immer in der Stadt erfolgen, sondern auch auf dem Land“, sagt die Schatzmeisterin des Fördervereins und Finanzvorstand bei der Nürnberger Versicherung (CFO). Dass das Herz von Pedra Wittmann für Musik schlägt, wissen nicht nur die Neumarkter Konzertfreunde. Seit Jahren begleitet sie aktiv die IMA und vor allem die jungen Studenten, etwa als Gasteltern zusammen mit ihrem Mann. „Die IMA ist keine elitäre Veranstaltung. Bei den Konzerten bin ich oft überrascht, wer alles kommt.“ Oberbürgermeister Thomas Thumann freut sich über die Unterstützung durch den Förderverein: Allein könne die Stadt ein großes Projekt auf die Dauer nicht schultern und verantworten. „Im kulturellen Bereich brauchen wir die Unterstützung eines Vereins und der Wirtschaft.“

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Gut zu wissen

  • Förderverein: Wer die IMA bzw. den Förderverein unterstützen möchte oder weitere Informationen sucht, kann sich an den Vorsitzenden Dr. Michael Janka wenden, E-Mail: info@ima-neumarkt.de, Tel. (09181) 420-4025. ima-neumarkt.de.

  • Akademie: Dieses Jahr dauert sie von 16. Juli bis 14. August. Künstlerische Leiterin ist Prof. Dr. Edith Wiens.

  • Konzerte: 24. Juli, 19 Uhr, Eröffnungskonzert „Orchestergala“ (Reitstadel); 30. Juli, 19 Uhr, Sommerserenade Liederabend (Reitstadel); 7. August, 18 Uhr, öffentliche Generalprobe (Reitstadel); 8. August, 19 Uhr, Opern- und Operettengala (Reitstadel), 14. August, 20 Uhr, Abschlussfest Cabaret! (LGS-Arena)

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