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Tiergarten Nürnberg

Steffi und Vera – ein Traumteam

Stefanie Krüger hat einen Eisbären gelehrt, sich ohne Betäubung Blut abnehmen zu lassen. mittelbayerische.de war dabei.
Von Katrin Böhm

  • 1. „Das geht immer gut“: Vera leckt die Finger von Stefanie Krüger ab. Jetzt weiß die Eisbärendame: Das Training beginnt. Foto: Böhm
  • 2. Vera streckt die Pranke durch das Gitter – ganz schön mächtig, so eine Pfote einer Eisbären-Dame. Foto: Böhm
  • 3. Der Einwegrasierer lässt Vera kalt – sie freut sich über die Hunde-Leckerlis. Foto: Böhm
  • 4. Vera lässt sich die Kanüle setzen – wenngleich hier nur zum Schein. Foto: Böhm
  • 5. Nach dem Training gibt es eine Belohnung – Vera liebt Tomaten. Foto: Böhm

1. Mit dem Abschlecken der Finger beginnt jedes Training

Auch wenn jetzt Vera der Star ist, so begann doch alles vor etwa drei Jahren mit Felix. Eine Doktorandin wollte herausfinden, ob Stresshormone bei Eisbären sich über die Haare messen lassen – dazu musste Felix dazu gebracht werden, sich freiwillig immer wieder an der selben Stelle rasieren zu lassen. Tierpflegerin Stefanie Krüger hielt das für möglich – zehn Tage später streckte Felix seine Pfote brav durchs Gitter. Felix ist mittlerweile weg, doch auch Vera macht mit. „Obwohl sie zickiger ist.“ Auch sie hat als erstes gelernt, die Finger abzulecken.

2. Vera streckt ihre Pfote durchs Trainingsgitter

Das Abschlecken der Finger – Tierpflegerin Krüger hat übrigens noch alle Finger an ihren Händen – ist für Eisbären keine allzu schwierige Aufgabe. Das ist auch wichtig – denn die Frustrationsgrenze bei Vera ist niedrig. Klappt etwas nicht oder versteht sie nicht sofort, was sie tun soll, regt sie sich schnell auf. Dann lässt Stefanie Krüger sie die Finger ablecken und belohnt sie mit einem Pfiff und Hunde-Leckerli. „Das beruhigt sie.“ Nächster Schritt: Vera streckt die Pfote durch das Trainingsgitter und lässt sich von ihrer Tierpflegerin berühren.

3. Mit dem Einweg-Rasierer geht‘s ans Eisbärenfell

So weit, so gut – doch lässt sich Vera auch die Pfote rasieren? Ja. „Ich hatte zwar Sorge, ob das bei ihr so gut klappt wie mit Felix, weil sie vom Naturell her anders ist und schneller aggressiv wird. Aber sie macht nicht nur gut mit, sondern hat auch richtig Spaß dran.“ In der Tat: Wenn Vera die Stimme ihrer Tierpflegerin hört und vor allem ihren Geruch erschnuppert, kommt sie sofort ins Haus und ans Trainingsgitter. Auch wenn Stefanie Krüger mit dem handelsüblichen Einweg-Rasierer anrückt, lässt sie das einfach über sich ergehen.

4. Erst die Betäubungssalbe, dann wird Blut abgenommen

Entscheidend war nun, ob Vera sich Blut abnehmen lässt. Eine Stunde vor der Blutabnahme strich Tierpflegerin Krüger die Pfote mit einer Betäubungssalbe ein – danach setzte Tierärztin Dr. Katrin Baumgartner die Spritze an. Der Stich an und für sich war für Vera kein Problem, sagt Krüger – weil aber die Vene schlecht zu finden war und die Ärztin mit der Kanüle hin- und herruckeln musste, zog Vera ihre Pfote lieber wieder zurück. Kurz darauf streckte sie die Pfote aber freiwillig wieder durchs Gitter – und ließ sich dann auch etwas Blut abnehmen.

5. Überraschung zum Abschluss: Tomaten zur Belohnung

Bisher war es eine einmalige Angelegenheit – künftig soll der 13-jährigen Vera aber immer wieder Blut abgenommen werden. Zum Beispiel, um herauszufinden, ob sie trächtig ist. Auch mit ihrer Tochter, der eineinhalb Jahre alten Charlotte, hat Stefanie Krüger jetzt mit dem medizinischen Training begonnen. Ganz wichtig für die Eisbären: Nach jeder Trainingseinheit gibt‘s eine Extra-Belohnung. Zum Beispiel Tomaten. „Die lieben sie.“ Und für den Tiergarten gab es auch eine Belohnung: eine Auszeichnung beim Jahrestreffen der Europäischen Vereinigung für Meeressäugetiere.

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