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Region Neumarkt
Montag, 23. Juli 2018 27° 3

Kreativität

Stein-Kunst in vielen Facetten

Die neunte Auflage des Künstlersymposiums findet vom 30. Juli bis zum 11. August an der Schleuse 25 statt.
Von Hans Gleisenberg

  • Ein erstes Kennenlernen mit den neuen Künstlern und dem Bürgermeister. Fotos: Gleisenberg
  • Amüsiert betrachtet Landrat Willibald Gailler die Kussszene.

MÜHLHAUSEN.„9 ist 1 vor 10“, ist nicht etwa eine komplizierte Rechenaufgabe, sondern das Motto des diesjährigen Bildhauersymposiums in Mühlhausen, das vom 30. Juli bis zum 11. August an der Schleuse 25 und an der Museumsscheune stattfindet.

„Mit dem Motto wollen wir schon mal eine kleine Brücke schlagen und auf die folgende zehnte Auflage dieser Erfolgsgeschichte in Sachen bildender Kunst in Mühlhausen hinweisen“, so Michael Königer, Spiritus Rector der Künstlergilde vom „Schmalen Grat“ aus Rocksdorf zur Namensgebung des diesjährigen Symposiums.

Auch in diesem Jahr haben sich Königer, Scmas Key und Eugenia Zipf wieder Neues, Skurriles einfallen lassen, das zum Nachdenken anregen soll. Sie präsentieren somit Kunst in vielen Facetten.

Eine Skulptur zweier Künstler

Nicht fehlen wird auch in diesem Jahr die Symposiumszeitung, die Scmas Key nun in der sechsten Auflage präsentiert. Eugenia Zipf hat dieses Mal die besondere Aufgabe Experimentelles herauszuarbeiten. Alle Künstler bewegen sich dabei auf eigentlich unbekanntem Terrain, denn das Symposium befindet sich dieses Mal in einer experimentellen Phase. Die beiden Objektkünstler, Florian Zeitler und Klaus Schuppe, die wenig Erfahrung mit dem Material Stein haben, werden zusammen eine Skulptur kreieren.

Sie wollen, so ihr Credo, einen ungewöhnlichen Weg der Bearbeitung des Materials Naturstein finden. Michael Königer und Michael Lynderup aus Ingolstadt werden gemeinsam eine Skulptur erarbeiten, die während des Arbeitsprozesses durch eine Trennwand geteilt ist und somit keiner etwas vom anderen sieht. Nach dem Fall der Wand am letzten Symposiumstag wird man sehen, in wieweit das Projekt gelungen ist. „Zum Thema „Stereo – Paarlauf“, soll das Symposium Plattform für ein offenes Schaffen werden und der Kreativoffensive sind an den zwölf Symposiumstagen keine Grenzen gesetzt. So auch, wenn Fabian Helmich aus Riedenburg und Gerald Koblischek aus Berg ihre Beiträge in Textform liefern.

Jürgen Blank aus Freystadt malt und druckt in Gelatine. Jeweils an den Wochenenden begleite Kerstin Sturm aus Neumarkt als „Specialgast“ mit Zeichnungen den Event. Das neunte Symposium hat aber auch in Hinsicht Ehrengast eine Steigerung zu verzeichnen. War es bisher ein Staatssekretär, so wird nun ein Staatsminister den ersten Hammerschlag vornehmen. Die Person ist aber die gleiche, nämlich Albert Füracker. Im Gespräch mit dem Tagblatt outete sich Füracker als Fan dieser Bildhauersymposien: „Ich komme nicht nur in offizieller Mission, nein, ich betrachte dies als einen Besuch bei Freunden, die diesen Kunstevent zu einem Aushängeschild in der Region haben werden lassen“, so der Finanz- und Heimatminister.

Dies freut natürlich auch den Mühlhausener Rathauschef, Dr. Martin Hundsdorfer: „Wir als Gemeinde haben geholfen, dieses Symposium aus der Taufe zu heben und können von einer kulturellen Erfolgsgeschichte sprechen und auch die neunte Auflage unterstützen wir nach Kräften“. Ein Grund für den Erfolg sei auch die Öffentlichkeitsnähe der Veranstaltung. Jeder Interessierte kann kommen und sich hautnah vom Entstehen der Kunstwerke inspirieren lassen“, so Scmas Key.

Rückblickend ist festzustellen, dass das Künstlersymposium 2004 auf Anregung von Bildhauer Michael Königer ins Leben gerufen wurde und auch deshalb möglich ist, weil das Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg sein OK für die Nutzung der an der Schleuse gelagerten Steine gab. Mit immer neuen Ideen, auch von Scmas Keys Ehefrau, hat sich dieser Event kontinuierlich weiterentwickelt und hat im Bereich bildende Kunst in der Region eine Sonderstellung erreicht.

Besonderer Blickfang

Davon zeugen auch der Skulpturenpfad am Ludwigskanal, die Kunstwerke rund um die Schleuse und als besonderer Blickfang das „Schiffsfragment“ neben dem Festplatz in Mühlhausen. Im Schlepptau dieser Symposien hat sich in Mühlhausen eine Kunstszene entwickelt, die große Anerkennung findet und immer wieder Aufsehen erregt.

Ein Ableger davon sind die Sulztaler Kunst- und Kabaretttage, die im nächsten Jahr vor ihrer dritten Auflage stehen. „Nicht nur die Symposien sind durch den Schmalen Grat zum Highlight geworden, auch Kunstwerke vor dem Landlmuseum oder bei der Dorferneuerung in Rocksdorf zeugen von der Schaffenskraft von Michael Königer und seinen Mitstreitern. Vor allem ist das Engagement für seine Heimatgemeinde zu würdigen, denn hätten wir für diese Kunstsammlung, die nun rund um Mühlhausen ihren Platz hat, den Echtpreis zahlen müssen, wäre das sicher nicht realisierbar gewesen“, dankte der Rathauschef seinen Künstlern.

Die Künstlergilde vom Schmalen Grat hat schon jetzt die Zusage der langjährigen Sponsoren, ihre Unterstützung auch 2018 fortzusetzen. Auch der Bauhof um seinen Leiter Ewald Meier wird die Steine an den von den Künstlern gewünschten Platz hieven.

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