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Region Neumarkt
Sonntag, 22. Juli 2018 25° 8

Hilfe

Stifte, Hefte und Spitzer für Senegal

Neumarkter sammelten Schulmaterial für arme Kinder. Deininger Firmkinder spendeten 1000 Euro für einen Brunnen.
Von Andreas Meyer

Deininger Firmkinder spendeten 1000 Euro. Das Geld wurde für diesen neuen Brunnen im Senegal verwendet. Foto: Meyer
Deininger Firmkinder spendeten 1000 Euro. Das Geld wurde für diesen neuen Brunnen im Senegal verwendet. Foto: Meyer

Deining.Am Montag, 29. Januar, reist eine vierköpfige Gruppe für 17 Tage in den Senegal. Laut Reiseleiterin Hélène Dumont hat es Ende Januar in Westafrika über 30 Grad. Die 74-jährige gebürtige Belgierin, die seit 1999 in Deining lebt, hat ihr soziales Engagement den Armen in der Dritten Welt verschrieben. Seit der letzten Reise im März stieg die Zahl der Schüler in den beiden Orten Back-Seck und Badd von 460 auf 525 Kinder.

Dumont weiß, wie schwer es Kinder haben, wenn sie keine schulische Ausbildung genießen. „Darum ist kontrollierte Hilfe vor Ort unabdingbar und die beste Methode, den Kindern zu helfen“, sagt Dumont.

Fünf Koffer mit wichtigem Schulmaterial wurden gefüllt. Foto: Meyer
Fünf Koffer mit wichtigem Schulmaterial wurden gefüllt. Foto: Meyer

Sechs Jahre Grundschule

Noch dazu können sich viele keinen normalen Schulbesuch leisten. Die Grundschule im Senegal ist dem belgisch-französischem Schulsystem angepasst. Schüler gehen sechs Jahre in die Grundschule. Dort lernen die Kinder ab der ersten Klasse die Amtssprache Französisch. „Im Senegal gibt es zwanzig verschiedene ethnische Gruppierungen und ebenso viele Stammessprachen“, sagt Dumont. Die Eltern, die zum größten Teil selbst Analphabeten sind, müssten schon bei der Anmeldung der Kinder an diesen staatlichen Schulen eine Anmeldegebühr entrichten. „Das ist nicht immer leicht, wenn man sich in der heißen Zone sehr einseitig ernähren muss.“ Hirse, Erdnüsse und etwas Gemüse seien die Hauptnahrungsmittel. Fleisch gebe es nur ganz selten im Jahr. Von der Regenzeit – Juni bis Oktober – hänge der Wohlstand der Menschen ab.

Mit ihrem „Senegalvirus“ hat Dumont in den zurückliegenden Jahren auch schon verschiedene Mitreisende infiziert, die es immer wieder nach Westafrika zieht – wie den 66-jährigen Georg Meyer aus Kemnath und sein 59-jähriger Bruder Andreas aus Sengenthal. Zum ersten Mal dabei ist der 22-jährige Student für Umwelttechnik, Simon Schneider. Aktuell nutze er die Zeit des Praktikums, um mitreisen zu können.

Schon viele Hilfsgelder habe Dumont durch Vorträge, Aktionen und Verkäufen erwirtschaftet.

Die Patenschaften

  • Informationen:

    Wer das Engagement mit einer Patenschaft unterstützen will, kann dies gerne tun. Eine Patenschaft kostet 80 Euro im Jahr. Informationen gibt Hélène Dumont unter der Telefonnummer (0 91 84) 80 12 54.

  • Konto:

    Der Lions Club Kempten hat ein Spendkonto eingerichtet. Das Konto lautet: Sparkasse Allgäu, Konto Hilfswerk; IBAN: DE68 7335 0000 0005 8229 37; Verwendungszweck: „Patenschaft Schule Back-Seck“. (nyr)

Der gesamte Erlös fließe komplett in den Senegal. Sehr große Unterstützung erfahre sie auch von vielen Bürgern aus dem Landkreis Neumarkt, die sie mit einer Patenschaft über 80 Euro im Jahr unterstützen. Aktuell haben laut Dumont 233 Menschen Patenschaften übernommen. Mit diesem Geld will man die beiden Schulen mit wichtigem Schulmaterial, wie Mal- und Bleistifte, Spitzer, Lineale und Schreibhefte, unterstützen. „Das könnten die Eltern nie für ihre Kinder anschaffen“, sagt Dumont.

Firmkinder sammeln 1000 Euro

Dumont bedankt sich besonders bei den Firmkindern aus Deining. „Sie haben im vergangenen Jahr am Deininger Weihnachtsmarkt 1000 Euro aus selbstgebastelten Weihnachtsdeko erwirtschaftet.“ Den kompletten Erlös spendeten die Kinder für einen neuen Brunnen am Schulgelände in Back-Seck gespendet. Die ganze Ortschaft profitiere von dem guten Brunnenwasser. Wegen der geringen Niederschläge seien Wasserquellen schwer zu finden.

In Back-Seck, einem Dorf mit etwa 7000 Einwohnern im Norden Senegals, habe man seit vergangenem Jahr nicht nur ein neues Engagement begonnen, sondern auch viele neue Freunde gewonnen.

„Vor allem die Lehrer an den beiden Schulen, die Kinder und der gesamte Elternbeirat haben sich im vorigen Jahr mit einer kleinen Feier herzlich bei der deutschen Delegation bedankt“, sagt Dumont.

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