MyMz
Anzeige

Lebensmittel

Stiftung Warentest gibt Lammsbräu Note 5

Die Tester kritisieren den Gehalt von Radium im BioKristall. Der Wert liege klar unter den Grenzwerten, beruhigt Lammsbräu.
Eva Gaupp

Das stille BioKristall wurde von Stiftung Warentest analysiert.
Das stille BioKristall wurde von Stiftung Warentest analysiert.

Neumarkt.Dr. Franz Ehrnsperger hatte 2011 vor Gericht erstritten, dass Mineralwasser auch Bio sein kann. Die gesetzlich vorgeschriebenen Werte sollten noch unterschritten werden – das war sein Ziel. Doch nun hat Stiftung Warentest das BioKristall still mit der Note Mangelhaft abgestraft.

Der Grund für diese schlechte Bewertung liegt vor allem an der Bewertung des Kriteriums „Deklaration“. „Die in der Richtlinie der Qualitätsgemeinschaft ,Bio-Mineralwasser‘ festgelegte Aktivitätskonzentration von Radium 228 und die Summe aus Radium 226 und 228 werden überschritten“, heißt es in dem aktuellen Heft unter dem Titel „Der große Wasser-Check“. Und dazu heißt es weiter: „Wir halten die Bezeichnung als Bio-Mineralwasser für nicht gerechtfertigt.“

Unternehmen

Neumarkter Lammsbräu zieht Bilanz

Das Familienunternehmen gründete eine Liefergemeinschaft für Bio-Rübenzucker und weitet seine Kooperationen weiter aus.

Gleichzeitig schneidet das stille BioKristall bei den kritischen Stoffen wie Blei, Kadmium, Chrom (VI), Nickel, Uran und Vanadium mit „Sehr gut“ ab, bei Arsen und Nitrat mit „Gut“. Die mikrobiologische Qualität hielten die Tester für befriedigend, weil sie Keime gefunden hätten, die „für Immunschwache gefährlich“ werden könnten. Unter dem Strich kommen sie auf die Note 5. Den Angaben entsprechend sei das Wasser aus der Produktion vom 1. Juni 2016 analysiert worden.

„Es ist uns völlig unverständlich, dass diese Ergebnisse der Stiftung Warentest vollkommen anders sind als alle sonstigen Testergebnisse unseres Bio-Mineralwassers“, reagiert das Neumarkter Unternehmen auf die Testergebnisse. Es verweist auch darauf, dass bei dem Test nur die deutlich strengeren Grenzwerte für Bio-Mineralwasser überschritten wurden, die Vorschriften der amtlichen Mineral- und Tafelwasserverordnung aber jederzeit vollständig eingehalten werden.

Um die hohe Qualität von BioKristall zu überwachen und zu erhalten, führe die Lammsbräu seit vielen Jahren kontinuierlich intern „in engmaschigen Untersuchungen wie auch extern in unabhängigen Laboren fundierte Analysen“ durch, heißt es dazu aus dem Unternehmen. Außerdem werd die hohe Qualität von BioKristall auch durch kontinuierliche Tests des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit immer wieder neu bestätigt.

Jetzt sucht die Neumarkter Lammsbräu das Gespräch mit Stiftung Warentest, um zu klären, wie die unterschiedlichen Testergebnisse zu erklären sind. Außerdem sei ein neutrales externes Labor beauftragt worden, die von Stiftung Warentest untersuchten Chargen noch einmal zu analysieren.

Lammsbräu ging vor Gericht

Kann Mineralwasser überhaupt Bio sein?, hatten vor rund neun Jahren Verbraucherschützer gefragt. Ein Wasser, das aus den Tiefen der Erde gefördert und abgefüllt werde, sei doch immer Bio, so lautete ihre Argumentation. Der Bio-Pionier Dr. Franz Ehrnsperger hatte noch schärfere Kriterien für Mineralwasser gefordert und eine neue Zertifizierung begründet. Dafür zog der Neumarkter Unternehmer bis vor den Bundesgerichtshof – und erhielt Recht. Später wurde das Bio-Siegel auch auf die Limonaden erweitert und andere Hersteller von Mineralwasser unterzogen sich ebenfalls der Zertifizierung.

Weitere Nachrichten aus der Stadt Neumarkt lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht