MyMz
Anzeige

Bau

Streit über geplante Brücke in Deining

Naturschützer und Bürgermeister sind konträrer Meinung: Soll ein schmaler Holzsteg durch eine massive Brücke ersetzt werden?

Dieser Steg soll ersetzt werden.  Foto: Guttenberger
Dieser Steg soll ersetzt werden. Foto: Guttenberger

Deining.Nahe der Labermühle steht die Ulrichskapelle. „Diese wurde vor einigen Jahren mit anerkennenswertem Bürgerfleiß wieder instand gesetzt“, schreibt der Bund Naturschutz in einer Stellungnahme. Zur Kapelle führe ein schmaler Pfad, der mit einem Steg einen Bach überwinde. „Dieser Steg soll nun durch eine massive Brücke ersetzt werden. Damit würde aber die idyllische Bachschleife zerstört. Dies stellt nach unserer Auffassung einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in das Feuchtbiotop dar. Die Begründung, man bräuchte diese, um mit einem Balkenmäher darüber fahren zu können, halten wir für fadenscheinig“, schreibt der Bund Naturschutz. Das Mähen der Wiese um die Kapelle habe bisher funktioniert, und die Zufahrt über die Labermühle sei nach wie vor möglich. Durch den laut Bund Naturschutz „massiven Ausbau“ könnten auch andere Fahrzeuge wie Motorräder oder Quads über die Brücke fahren. „Wir halten dies für einen nicht tragbaren Eingriff in ein FFH-Gebiet, das durch die FFH-Regeln nicht gedeckt ist“, schreibt der Bund Naturschutz.

Deinings Bürgermeister Alois Scherer sieht das anders. 2004 sei ein geschotterter Fußweg angelegt worden, damit die Kapelle fußläufig erreichbar sei. Vor 2005 habe man den Hengersbach nur über eine Holzdiele überqueren können, dann sei der Steg gebaut worden. Nach 15 Jahren sei er nun auf einer Seite abgesunken und dadurch nicht mehr verkehrssicher, schreibt der Bürgermeister. „Im Zuge dieser Reparaturarbeiten sollte der Steg verbreitert werden, damit insgesamt zweimal im Jahr der Steg mit Fahrzeugen überquert werden kann. Zum einen ist dies für die jährliche Mahd ein Mähgerät und zum anderen sollen die für das Ulrichsfest benötigten Sitzbänke und für den folgenden Frühschoppen Getränke und Essen mit einem kleinen Schlepper zur Kapelle befördert werden“, so der Bürgermeister.

Aus diversen Gründen sei die Durchfahrt durch die Laabermühle nur noch schwerlich möglich. Der mit Holzbohlen gefertigte Steg werde so abgesperrt, dass er nur wie bisher von Fußgängern genutzt werden könne, verspricht Scherer. Lediglich für Mahd und Festbelieferung könne die mobile Absperrung weggenommen werden. „Nach Rücksprache mit dem Landratsamt ist vom Grundsatz her gegen diese Sanierungsmaßnahme nichts einzuwenden. Die etwas abenteuerliche Darstellung des Bund Naturschutz der Kreisgruppe Neumarkt i.d.OPf. verwundert mich ein wenig“, schreibt der Bürgermeister.

Der Gemeinde sei „an einer verkehrssichern Zuwegung“ der Ulrichs-kapelle gelegen, gerade weil sich diese für viele Bürger zum Rückzugsort entwickelt habe. „Weiter ist die Gemeinde gerade auch in diesem Bereich bemüht, dieses Stückchen wunderbare Natur in keinster Weise zu beeinträchtigen“, schreibt Scherer.

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht