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Sulzbürger Heimatgeschichte im Blick

Seit 50 Jahren befindet sich das Landlmuseum nun im alten Schulhaus. Der Museumsverein kümmert sich um die Geschicke
von Hans Peter Gleisenberg

  • Museumsleiter Ludwig Schiller treibt den Ankauf neuer Exponate stetig voran. Foto: Hans Gleisenberg
  • Er war der Nachfolger von Kurt Wappler und gab neue Impulse: Friedhelm Kurz Foto: Hans Gleisenberg
  • Kurt Wappler hatte sein Herz an die Landesmetropole verloren. Foto: Hans Gleisenberg

Sulzbürg.Seit 1970 beherbergt das 1861 errichtete, ehemalige Sulzbürger Schulhaus das „Landlmuseum“ und kann nun das 50-jährige Standortjubiläum feiern und darüber hinaus auf die Schnapszahl „66“ verweisen. 1954 wurde das Museum für Heimatgeschichte gegründet und hat seitdem nichts an seiner Attraktivität verloren. Allerdings machte Ludwig Schiller, der seit 2014 das Museum leitet, deutlich, dass man sich etwas mehr Zuspruch wünschen würde: „Wir, der 2014 gegründete Museumsverein, arbeiten unermüdlich am Ausbau der Ausstellungen in allen Bereichen, um das Museum lebendig und spannend zu gestalten und Exponate für weitere Generationen zu bewahren“.

Das „Landl“ Gestern und Heute

So sei das Museum seit seiner Generalsanierung und Wiedereröffnung im Jahr 2015, nicht nur Schauplatz für Heimatgeschichte, sondern biete auch Ausstellungen von Künstlern aller Art, die im historischen Wolfsteiner Saal ihre Plattform bekommen würden.

Das Landlmusem: 66 Jahre Heimatgeschichte

  • Kurt Wappler:

    Er hatte sein Herz an die Landesmetropole verloren. Unermüdlich sicherte er Geschichtsträchtiges für seine Nachwelt und war Wegbereiter für die Erkundung der Grafengruft in der Kirche St. Michael. 1970 nutzte er die Gelegenheit und zog in das „Alte Schulhaus“ ein.

  • Richard Lachner:

    Das Vorstandsmitglied gibt Führungen und kümmert sich um neue Exponate. Hier hält er ein Gemälde des Torturmhauses in Händen. Zuletzt wurden Schriftstücke wie die Grabrede vom Grafen Hans - Adam ausfindig gemacht und erworben.

  • Friedhelm Kurz:

    Von 1986 bis zum Umbau, war er Leiter des Museums. Als Direktor der Sulzbürger Schule war er dem Ort sowohl beruflich als auch geschichtlich in hohem Maße verbunden. Kurz war auch eine Stütze bei der 2011 auf den Weg gebrachten Generalsanierung.

  • Christian Schulz:

    Er ist der „Modelleisenbahner“ im Vorstand und zusammen mit seinem Arnoldianerclub, der fast ausnahmslos aus Sulzbürgern besteht, sorgt er für immer neue Ausstellungsstücke. Der evangelische Pfarrer a.D. gibt auch Museumsführungen.

Auch Einheimische könnten hier zeigen, was sie zuhause noch an Schätzen aus Großmutters Zeiten haben. Gerne gebucht werde der Wolfsteiner Saal auch von Brautpaaren, die sich hier in historischem Ambiente das „Ja - Wort“, geben.

Ausstellung geplant

Für das Jubiläumsjahr sei eine Bilderausstellung geplant, die das Motto: „Das Landl, Gestern und Heute“, haben werde. „Wir wollen hier Bilder in allen Facetten, Orts- oder Landschaftsaufnahmen aber auch Bilder oder Porträts prägender Persönlichkeiten, in einer Ausstellung präsentieren“, erklärt Schiller, der aber deutlich macht, dass dies alles nur realisiert werden könne, wenn die Coronakrise überstanden sei.

Richard Lachner präsentiert ein Gemälde des historischen Torturmhauses.  Foto: Hans Gleisenberg
Richard Lachner präsentiert ein Gemälde des historischen Torturmhauses. Foto: Hans Gleisenberg

Zudem werde am Aussehen des Museums ständig gearbeitet und so sei die Planung des Museumsgartens und auch die der Museumsscheune, die unter Einbeziehung der Bürger gestaltet worden sei, abgeschlossen, was Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer bestätigte. Auch das alte Raiffeisengebäude spiele in den Planungen eine Rolle, denn hier soll die Arnold - Ausstellung untergebracht werden. Christian Schulz, ebenfalls Mitglied im Vorstand des Museumsvereins und begeisterter Modelleisenbahnfan, würde die Lösung begrüßen: „Das Gebäude wäre eine gute Einbindung in das Museumsensemble, und könnte leicht bei den Öffnungszeiten mitbetreut werden“.

Christin Schulz und seine Arnold Anlage.  Foto: Hans Gleisenberg
Christin Schulz und seine Arnold Anlage. Foto: Hans Gleisenberg

Akribisch ist auch die Mitarbeit von Richard Lachner aus Bachhausen. Der 73 - Jährige macht Führungen und beschäftigt sich auch mit der religiösen Vergangenheit in Sulzbürg und dem Landl. Denn die Geschichte der Wolfsteiner Grafen und das spätere, bis in die heutige Zeit hinein, gute Miteinander von Juden, evangelischen und katholischen Christen, ist auch fester Bestandteil des Museumslebens.

Deshalb habe man für die Einrichtung den Namen „Landlmuseum Sulzbürg - Migration über Jahrhunderte“ gewählt. Weitere Zeugen der Sulzbürger Ortsgeschichte und des Landls, würden die Grafengruft unter der Schlosskirche St. Michael, die von 2002 - 2008 saniert wurde, sowie der Judenfriedhof an der Engelgasse, die die jüdische Vergangenheit Sulzbürgs nachhaltig belegt, darstellen. Heute haben Museumsleiter Ludwig Schiller und sein Team beste Voraussetzungen das Museum weiter zu gestalten.

Generalsanierung erst jetzt

Diese seien vor 50 Jahren, als Kurt Wappler in das alte Schulhaus einzog, nicht so rosig gewesen, denn das Gebäude habe vom Dach bis zum Kellerseine Problemzonen. Es sei eine ständige Flickschusterei gewesen. Mit den gleichen Problemen habe auch Wapplers Nachfolger, Friedhelm Kurz, von 1986 bis 2011 kämpfen müssen.

Dann sei auf Anregung des Bürgermeisters Dr. Hundsdorfer und Ludwig Schillers die Generalsanierung auf den Weg gebracht worden, die den Fortbestand des Museums gesichert und den geschilderten Ausbau eingeleitet habe. Ein weiterer Baustein sei dann die Gründung des Museumsvereins gewesen, der großen Zuspruch erhalten habe und noch immer hat. Mittlerweile sind es 76 Mitglieder, die sich um das Wohl und Wehe der Einrichtung bemühen. Sollte de Corona - Lage es gestatte, so sei das Museum am Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Es sollen auch Führungen angeboten werden, die per Mail unter landl-museum@t-online oder per Telefon (0 91 85) 500 81 90 gebucht werden können.

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