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Urteil

Täter haftet für Berchinger Rad-Opfer

Im Mai 2017 stürzte ein Berchinger Radfahrer über ein Nylonseil am Kanalufer. Jetzt fordert er 80 000 Euro.
Von Bernhard Neumayer

Hier fuhr der Radler im Mai 2017 in das Seil. Foto: Dagmar Fuhrmann
Hier fuhr der Radler im Mai 2017 in das Seil. Foto: Dagmar Fuhrmann

Berching.Im Fall eines Berchinger Radfahrers, der über ein gespanntes Nylonseil an der Uferpromenade stürzte, ist ein weiteres Urteil gefallen. Das verletzte Opfer fordert 80 000 Euro Schmerzensgeld und 4256 Euro für den damals erlittenen materiellen Schaden von Täter und Mitwisser. 5000 Euro hatte er bereits als Täter-Opfer-Ausgleich erhalten.

Ein Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth besagt nun, dass der Täter für das Opfer haftet. In welcher Höhe das Opfer entschädigt wird, ist allerdings noch nicht klar. Auch ist nicht gewiss, wann die Entscheidung fällt, wie viel der Täter tatsächlich zahlen muss.

Die Fahrt veränderte sein Leben

Eine morgendliche Fahrt mit dem Fahrrad zum Bäcker veränderte am 20. Mai 2017 das Leben des damals 54-jährigen Berchingers völlig. Ein betrunkener 22-Jähriger hatte in der Nacht zuvor die Schnapsidee, das Nylonseil eines Rettungsringes an der Uferpromenade des Main-Donau-Kanals über den Radweg zu spannen. Der Radfahrer konnte nicht mehr ausweichen, stürzte über das gespannte Seil zu Boden und erlitt innere Blutungen des Kehlkopfes, einen Halswirbelbruch, einen Bänderriss, eine Quetschung der Bandscheiben sowie Prellungen und Wunden am ganzen Körper.

Prozess

Berching: Radler fordert hohe Geldsumme

Im Mai 2017 wurde ein Berchinger durch einen dummen Streich schwer verletzt. Nun klagte er auf 80 000 Euro Schmerzensgeld.

Drei Jahre und drei Monate Haft

Sieben Monate später verurteilte die Jugendkammer I des Landgerichts Nürnberg-Fürth den damals 22-jährigen Täter wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten, die er aktuell absitzt. Auch sein damals 16-jähriger Kumpel wurde zu drei Wochen Dauerarrest verurteilt. Außerdem wurde er angewiesen, einen Suchtberatungskurs wahrzunehmen. Denn während der Tatzeit war er betrunken. Er hatte das Geschehen beobachtet und nichts gemeldet. Der vorsitzende Richter Dieter Weidlich sagte damals bei der Urteilsverkündung zu ihm, dass er haarscharf an einer Mittäterschaft vorbeigeschrammt sei.

Bereits vor der ersten Verhandlung hatten die Angeklagten die Vorwürfe eingeräumt. Sie hatten während einer berauschenden Partynacht mit mehreren Bieren, Schnäpsen, Wein und Drogen das Nylonseil gegen zwei Uhr nachts an der Uferpromenade gespannt.

Seil war auf Halshöhe gespannt

Dort waren die beiden jungen Männer mit Kumpels unterwegs. Als ein Teil der Gruppe schon weiter voraus war und die beiden Angeklagten alleine waren, kamen sie auf eine „Schnapsidee“, wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft die Aktion betitelte. Sie spannten das Seil auf einer Höhe zwischen einem Meter und 1,70 Meter.

Der Staatsanwalt plädierte vor zwei Jahren, den Hauptangeklagten wegen versuchten Mordes schuldig zu sprechen. Er forderte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Für das fünfköpfige Jugendschöffengericht lag aber kein versuchter Mord vor.

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