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Feuerwehr

Trotz Rauch den Durchblick behalten

Mit einem 8000 Euro teueren Gerät kann die Neumarkter Wehr Qualm simulieren – um im Brandfall richtig handeln zu können.
Von Bernhard Neumayer

  • Der „firefog“ kostet etwa 8000 Euro und kann von allen Feuerwehren im Landkreis für Übungen genutzt werden. Foto: Neumayer
  • So sieht es aus, wenn der Simulator Rauch produziert. Foto: Neumayer

Neumarkt.Ein Knopfdruck, ein lautes Zischen – und dann geht es schnell. Rasch füllt sich die Waschanlage der Feuerwache Neumarkt mit dichtem, relativ geruchsneutralem Rauch. Nur zwei Minuten später ist der große Raum voller Nebel – dank des neuen Rauchsimulators des Kreisfeuerwehrverbandes Neumarkt.

Seit Anfang des Jahres ist der „firefog“ schon im Einsatz, am Dienstag wurde er offiziell vorgestellt. Das Gerät stößt genügend Rauch aus, dass Feuerwehrler auch in großen Gebäuden Brandfälle simulieren können. „Der Simulator produziert vernünftigen Rauch und Nebel, der nicht gesundheitsschädigend ist“, sagt Kreisbrandrat Anton Bögl. Mit dem TÜV-zertifizierten Gerät könne man üben, wie man sich am besten und sichersten bei starker Rauchbildung verhält.

Im Video sehen Sie, wenn schnell sich der Rauch in einem Raum ausbreitet:

So schnell breitet sich der Rauch aus.

Das Gerät ist für alle Feuerwehren im Landkreis gedacht. Will eine Feuerwehr üben, kann sie sich die kleine, rote Maschine ausleihen. „Für eine vernünftige Ausbildung brauchen wir vernünftige Geräte“, sagt Bögl. Um diese zu gewährleisten, muss auch in die Geldtasche gegriffen werden.

Lesen Sie hier vom Autor dieses Textes: Hohe Hürden für neue Feuerwehr-Wagen

Nicht die erste Hilfe für die Feuerwehr

  • Finanzspritze:

    Die Sparkasse hat die Feuerwehr auch bei diesen Investitionen unterstützt.

  • Feuerlöschtrainer:

    Mit diesem Gerät lassen sich Brände simulieren und das Löschen üben.

  • MP-Feuer:

    Auch bei der EDV-Verwaltungssoftware bekam die Feuerwehr finanzielle Unterstützung.

  • Spannungssimulator:

    Mit diesem Gerät können Feuerwehrler seit Kurzem üben, wie man umgestürzte Bäume ohne Gefahr zersägt.

Etwa 8000 Euro kostet der Rauchsimulator. 3500 Euro spendet die Sparkasse Neumarkt-Parsberg. „Mit diesem Gerät machen wir auch die gesamte Region ein kleines Stück besser“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Stefan Wittmann. Es werde mit der Maschine nicht nur den Feuerwehren geholfen, sondern auch den Bürgern. „Sind die Einsatzkräfte noch besser geschult, können sie in Unglücksfällen geübter handeln“, sagt Wittmann.

Mit dieser Fernbedienung lässt sich das Gerät steuern. Foto: Neumayer
Mit dieser Fernbedienung lässt sich das Gerät steuern. Foto: Neumayer

Auch Landrat Willibald Gailler sieht das Geld in den Rauchsimulator sinnvoll investiert. Jede Verbesserung für die Feuerwehren sei von großer Wichtigkeit. „Letztendlich sorgt das neue Gerät ja auch für die Sicherheit der Bürger“, sagt Gailler.

Die Übungen mit dem Rauchsimulator sind für die aktuell etwa 580 Feuerwehrler im Landkreis mit einer Atemschutzausbildung gedacht, sagt Max Reischböck, der Kreisbrandmeister Atemschutz bei der Feuerwehr Neumarkt ist.

„Solche Einsätze sind extreme psychische und körperliche Belastungen.“

Max Reischböck, Kreisbrandmeister

Nur ausgebildete Atemschutzträger dürfen im Ernstfall in ein stark rauchendes Gebäude. „Solche Einsätze sind extreme psychische und körperliche Belastungen“, weiß Reischböck. Laut Untersuchungen sei die körperliche Belastung für einen Feuerwehrler bei einem Einsatz mit einer Atemschutzausrüstung genauso hoch wie bei einem Profisportler. Und auch mental müsse ein Atemschutzträger stark sein. „Er muss dahin, wo andere nicht hingehen können“, sagt Reischböck.

Der neue Rauchsimulator wurde in der Feuerwache vorgestellt. Foto: Neumayer
Der neue Rauchsimulator wurde in der Feuerwache vorgestellt. Foto: Neumayer

Um auf diese Belastungen vorbereitet zu sein, werden auch die Neumarkter Feuerwehrler fünf Tage lang zum Atemschutzträger ausgebildet. In Theorie und Praxis lernen sie, wie sie mit der Ausrüstung umgehen. „Wenn man sich nicht zu 100 Prozent auskennt, ist es gefährlich“, sagt der Kreisbrandmeister.

Um überhaupt als Atemschutzträger in Frage zu kommen, muss der Feuerwehrler alle drei Jahre von einem Arzt durchgecheckt werden.

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Außerdem muss er bei der Feuerwehr einen körperlichen Leistungstest bestehen. Jedes Jahr hat der Feuerwehrler mit der Atemschutzausrüstung die Belastungsübungen wie Laufen, Rad fahren und Kriechen zu meistern. Nur dann darf er in ein stark rauchendes Gebäude und mit dem Rauchsimulator üben.

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