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Kommunalpolitik

Übergangslösung ist Rat viel zu teuer

Freystadts Stadtrat kritisierte die geplante Kita als Container-Lösung heftig, denn sie soll eine Million Euro kosten
Von Heike Regnet

  • Eigentlich sollte die Grundschule in Möning schon bald abgerissen werden. Jetzt ist sie als „Übergangskindergarten“ wieder im Gespräch. Foto: Regnet
  • „Im laufenden Jahr ist keine Kreditaufnahme geplant.“, das sagte Kämmerer Andreas Kraus

Freystadt.Auch wenn der Haushaltsentwurf, den Kämmerer Andreas Kraus bei der Sitzung des Haupt-, Bau-, Umwelt- und Finanzausschusses am Montag vorstellte, keine großen Überraschungen bereithielt, war es doch eine Zahl, die die Räte schockte: Rund eine Million Euro soll das Anmieten der Container kosten, die ab Herbst Platz für weitere vier Kita-Gruppen in Freystadt bieten sollen.

Die Container sollen als Übergangslösung bis Mitte 2020 dienen. Dann soll der zweite Kindergarten in Freystadt fertig sein. Nun galt es, über den Bauantrag zum Aufstellen der Container zu beschließen. Besichtigt wurden im Vorfeld unterschiedliche Ausführungen, berichteten Bürgermeister Alexander Dorr und Willi Popp aus dem Bauamt. Favorisiert werde das etwas teurere Modell, bei dem der Containercharakter beinahe aufgehoben scheine.

Alternativen dringend gesucht

Auch wenn die Spielgeräte für den Garten und die Parkplätze, die angelegt werden, im neuen Kindergarten weiter Verwendung finden, sei es doch eine Million Euro, die sich nach zwei Jahren in Luft auflöse, so der einhellige Tenor. „Das ist kein Pappenstiel“, meinte auch Dorr. Allerdings sehe er bislang keine andere Lösung. Fakt sei, dass bis September 50 Kindergartenplätze benötigt würden und ein Neubau so schnell nicht durchzuführen sei.

Robert Hackner wünschte dennoch Alternativen und stand mit dieser Meinung nicht allein. „Das ist einfach kein Verhältnis mehr. Eine Million – das ist der halbe neue Kindergarten.“ In der Diskussion wurden viele Ideen aufgeworfen. So könnten bestehende Gebäude vorübergehend als Betreuungsstätte genutzt werden, wie die Grundschule oder das Pfarrheim in Möning oder das alte Schulhaus in Forchheim. Überlegt wurde auch, ob es Sinn mache, die bestehenden vier Kindergärten in der Gemeinde durch das Aufstellen von Containern übergangsweise zu erweitern. Hiervon riet Dorr dringend ab, denn es gehe auch um die künftige Trägerschaft für die neue Kita. Diese würde bei einem Standort in Freystadt die evangelische Kirchengemeinde übernehmen. Daher müsse geklärt werden, ob diese bei einer Übergangslösung in Möning oder Forchheim auch als Träger zur Verfügung stehe. Zudem benötige man für die Zwischenlösung die Genehmigung des Landratsamtes.

Nachgefragt wurde, ob der Kauf der Container nicht sinnvoller sei, statt diese nur zu mieten. Die Container kosten rund 1,5 Millionen Euro. Allerdings sei fraglich, wofür diese künftig genutzt werden könnten. Ein Weiterverkauf sei eher unwahrscheinlich. Grundsätzlich gaben die Räte ihr Einverständnis zum Aufstellen der Container. Allerdings sollen bis zur Sitzung am 15. Mai weitere Alternativen gesucht werden, ehe der endgültige Beschluss zum Containerkindergarten gefasst werde. Dorr versprach in den nächsten drei Wochen in alle Richtungen zu arbeiten.

In diesem Zusammenhang gab Dorr bekannt, dass der geplante Neubau der Kita Möning an das Architekturbüro Berschneider und Berschneider vergeben wurde. Zugestimmt wurde bei der Sitzung nahezu allen weiteren gestellten Bauanträgen.

Haushalt wurde vorgestellt

Kämmerer Andreas Kraus gab die Eckdaten zum Haushalt bekannt, der mit 34,03 Millionen Euro um 7,72 Prozent niedriger ausfalle als im Vorjahr. Viel werde auch im laufenden Jahr investiert. Stetig steigend seien der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (2018 fünf Millionen Euro – im Vorjahr 4,3 Millionen Euro) und die Schlüsselzuweisungen (2061500 Euro – Vorjahr 1598000 Euro). Unverändert bleiben die Hebesätze. Nicht vorgesehen sei eine Darlehensaufnahme.

Rund 16,5 Millionen Euro werden investiert, so 4,8 Millionen Euro in Hoch- und Tiefbaumaßnahmen, 3,48 Millionen Euro in Straßen- und Radwegebau, 6,15 Millionen Euro in allgemeinen Vermögenserwerb (Grunderwerb) und knapp eine Million Euro in die Abwasserbeseitigung. Für die Erweiterung der Martini-Schule sind 2,1 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Im kommenden Jahr ist mit Beginn der Baumaßnahme eine Kreditaufnahme von zwölf Millionen Euro geplant.

Viele Projekte stehen im laufenden Jahr an, wie der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraßen Schmellnricht-Sandweg (658 000 Euro) und Aßlschwang-Möning (814 000 Euro), die Dorferneuerung Burggriesbach Segelaustraße (1450000 Euro), die Neuanlage der Erd- und Bauschuttdeponie (689000 Euro) oder die Breitbandförderung (1893600 Euro).

Stefan Großhauser fragte nach dem Stand in Sachen Mehrzweckhalle. Hier erklärte Dorr, dass Arbeiten im Sanitärbereich vorgesehen sind. Man wolle aber noch nicht „groß einsteigen“. Robert Hackner mahnte, hier nicht noch längere Zeit abzuwarten. Markus Englmann erinnerte an die Friedhofsanierung Sondersfeld und Thundorf. Hier sollte zeitnah gehandelt werden.

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