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Umbau sorgt für große Diskussion

Das Schulgebäude soll neue Klassenzimmer bekommen.
Michael Schrafl

Bürgermeister Werner Brandenburger (Mitte) mit seinen beiden Stellvertretern Martha Brandl und Willi Meixner. Foto: Michael Schrafl
Bürgermeister Werner Brandenburger (Mitte) mit seinen beiden Stellvertretern Martha Brandl und Willi Meixner. Foto: Michael Schrafl

Sengenthal.Ein bereits im April getroffener Beschluss des Gemeinderats sorgte jetzt für Unmut unter den neu gewählten Gemeinderäten. In einer Sitzung im April hatte der Gemeinderat mit 12:0 Stimmen Umbauten im alten Schulgebäude zu zwei Klassenzimmern beschlossen. Nach Berechnungen des Architekten belaufen sich die Kosten auf 600 000 Euro. „Das ist Wahnsinn“, meinte bei der jüngsten Sitzung Gemeinderat Stephan Kratzer, der bei der damaligen Sitzung nicht anwesend sein konnte. Ihm kämen die Kosten extrem hoch vor, zumal an der Außenhülle des Gebäudes nichts verändert werde.

Auch Gemeinderat Dr. Nicolaus Bär bereiten die hohen Kosten Kopfzerbrechen. Er stellte deshalb einen Antrag auf Neuverhandlung der Maßnahme. „Eine Versechsfachung der zunächst auf 100 000 Euro geschätzten Bausumme fordert eine überlegte Neubetrachtung“, so sein Credo. „Für das gleiche Geld könnten wir einen Anbau mit zwei Klassenzimmern hinstellen und hätten gleichzeitig 120 Quadratmeter Raum im alten Schulgebäude, nutzbar für Sekretariat und Lehrerzimmer“, betonte er. Sein Vorwurf: Die neuen Räte hätten kaum Zeit gehabt, sich Gedanken zu Alternativlösungen zu machen. Zudem werde die Entscheidung unter zeitlichen Druck herbeigeführt, ehe die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Gemeindehaushalt feststehen würden.

Bürgermeister Werner Brandenburger verwies darauf, dass dringend Handlungsbedarf für weitere Klassenzimmer bestehe. Ein Klassenzimmer fehle bereits jetzt. So sei die Mittagsbetreuung derzeit in einem Klassenzimmer untergebracht. Im neuen Schuljahr werde es voraussichtlich zwei erste Klassen geben; zudem bestehe ab 2025 Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschüler. Bürgermeister Brandenburger wies zudem darauf hin, dass der Förderantrag bereits auf den Weg gebracht worden sei. Nach Aussage von VG-Geschäftsleiter Josef Möges stehen die Maßnahmen kurz vor der Ausschreibung.

Die Gemeinderäte Stephan Kratzer, Nicolaus Bär und Jürgen Rupp könnten sich nicht vorstellen, dass sich die Umsetzung der Sanierungsmaßnahme innerhalb weniger Monate bewerkstelligen lasse. Sie sahen sich überfordert, aufgrund der wenigen Informationen die Angelegenheit zu beurteilen. Neuling Klaus Schmidt fragte, warum der Gemeinderat im April überhaupt für den Umbau gestimmt habe, wenn noch Klärungsbedarf bestehe.

Bei der Abstimmung plädierten sieben Räte für die Aufhebung des Gemeinderatsbeschlusses vom April und zehn dagegen. Damit wird der Beschluss vom April umgesetzt. Im ersten Bauabschnitt werden die ehemaligen Praxisräume im alten Schulhaus zum Klassenzimmer umgebaut. (nsf)

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