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Straßenverkehr

Unfallzahl steigt auf Zehn-Jahres-Hoch

Die Polizei Neumarkt stellt die Verkehrsstatistik 2019 vor. Obwohl es auch gute Nachrichten gibt, machen zwei Punkte Sorgen.
Von Benjamin Weigl

2528 Unfälle passierten im Jahr 2019 im Bereich der Polizeiinspektion Neumarkt. Das ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Symbolfoto: picture alliance / Patrick Seeger/dpa
2528 Unfälle passierten im Jahr 2019 im Bereich der Polizeiinspektion Neumarkt. Das ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Symbolfoto: picture alliance / Patrick Seeger/dpa

Neumarkt.Die Polizeiinspektion (PI) Neumarkt hat am Donnerstag die Verkehrsstatistik für ihren Zuständigkeitsbereich vorgestellt. Polizeidirektor Michael Danninger musste für 2019 einen neuen Höchststand der Unfallzahlen in den vergangenen zehn Jahren bilanzieren. Er versah die 2528 erfassten Unfälle mit dem Hinweis, dass die steigenden Zahlen einem bayernweiten Trend folgten. In vielen Bereichen gebe es auch positive Ergebnisse, etwa seien die Unfälle mit Verletzten rückläufig (340 Fälle). Besonders bei Fahrradunfällen und Unfallflucht verweist Danninger aber auf eine bedenkliche Entwicklung.

In der Unfallstatistik der Radfahrer „stechen die letzten drei Jahre negativ heraus“, berichtet Danninger. 2019 ist ein Rückgang auf 104 Fälle (2018: 123 Fälle) zu vermelden, insgesamt liegen die Zahlen jedoch deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Auch Pedelecs, im Volksmund als E-Bikes bezeichnet, spielen eine immer größere Rolle. Etwa jeder siebte Fahrradunfall im vergangenen Jahr passierte mit einem Pedelec. „Allerdings können wir keine Aussage darüber treffen, ob E-Bikes häufiger als Fahrräder Unfälle verursachen“, erklärt Danninger. Dazu fehlte eine Vergleichszahl, wie viele E-Bikes unterwegs sind.

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Radunfälle fordern fast immer Verletzte. 2019 fuhr jeder fünfte der 25 schwerverletzten Radfahrer ein Pedelec. „In zwei Drittel der Fälle sind die Fahrradfahrer auch die Unfallverursacher: Wir haben deshalb die Sicherheitswacht von sechs auf 13 Mitglieder erhöht“, so Danninger. Diese seien auf Fuß- und Radwegen unterwegs. Sie weisen Radfahrer gezielt auf ihr Fehlverhalten hin, wenn diese etwa als „Geisterradler“ in falscher Fahrtrichtung oder bei Dunkelheit ohne Beleuchtung unterwegs sind.

Polizeichef prangert Unfallflucht an

Auch das „unerlaubte Entfernen vom Unfallort“ bereitet der Polizei Sorgen. Der Trend ging bei Unfallflucht in den vergangenen zehn Jahren nach oben. 2019 sank der Wert auf 382 Fälle zwar leicht, Danninger betont aber: „Aus meiner Sicht ist das eine sehr hohe Zahl.“ Häufig handle es sich um angefahrene Fahrzeuge auf Parkplätzen, die der Unfallverursacher nicht meldet. Zurück bleibt ein verärgerter Fahrzeughalter, der auf den Kosten sitzen bleibt.

„Die steigenden Zahlen liegen an den hohen Reparaturkosten heutzutage“, vermutet der Polizeichef. Kaum jemand könne so einen Schaden einfach aus der Portokasse zahlen und eine Meldung bei der Versicherung ließe die Beiträge in den Folgejahren oft ansteigen. Nur 131 der 382 Fälle konnten geklärt werden – daher appelliert Danninger, Beobachtungen sofort der Polizei zu melden. „Auch ich könnte im nächsten Moment ein Betroffener sein.“

Vier Menschen verloren ihr Leben

Weitaus tragischer war das Jahr 2019 für vier Menschen, die ihr Leben im Straßenverkehr verloren. Danninger erinnerte an die vier Todesfälle, mit denen viele Angehörige und Freunde noch immer zu kämpfen hätten. Eine 21-Jährige starb bei einem Unfall auf der B299 bei Sengenthal, ebenso im Januar verlor eine 71-Jährige bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw in der Müll-Umladestation in Neumarkt ihr Leben. Im März wurde eine junge Rollerfahrerin bei einem Unfall in Neumarkt tödlich verletzt, in Freystadt starb im Dezember ein 42-jähriger BMW-Fahrer. Mit vier Toten geht das Jahr allerdings mit einem niedrigen Wert in die Verkehrsbilanz ein.

Im Zuständigkeitsbereich der PI Neumarkt ereignet sich durchschnittlich zweimal am Tag ein Wildunfall. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa
Im Zuständigkeitsbereich der PI Neumarkt ereignet sich durchschnittlich zweimal am Tag ein Wildunfall. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Die insgesamt 2528 Unfälle sind jedoch ein Zehn-Jahres-Höchststand. 2018 waren es noch 2464 Fälle, 2086 Fälle im Jahr 2014 im Zuständigkeitsbereich der PI. Wildunfälle machen den größten Anteil bei den Unfallursachen aus. Bei fast jedem dritten Zwischenfall sind Reh, Wildschwein und Co. die Unfallgegner. Täglich passieren durchschnittlich zwei Wildunfälle, die meisten davon im morgendlichen Berufsverkehr und abends bis Mitternacht. Die Verkehrsachsen B299 und B8 sind hauptsächlich betroffen.

Polizei sieht keine Unfallschwerpunkte

Die registrierten Alkoholunfälle (42) bewegten sich 2019 auf durchschnittlichem Niveau, die Trunkenheitsfahrten ohne Unfallfolge (129) sanken auf den niedrigsten Wert seit 2010. Erfreut ist Polizeichef Danninger ob der vielen verhinderten Trunkenheitsfahrten: 64 Mal hielten Polizisten alkoholisierte Personen noch vor Fahrtantritt auf, das sind etwa doppelt so viele wie in den vorherigen neun Jahren.

Unfallschwerpunkte gibt es laut Polizei keine. In der Stadt Neumarkt sticht einzig die Kreuzung Freystädter Straße / Ringstraße ins Auge, wo sich 2019 einige Zwischenfälle ereignet haben. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass auch in diesem Bereich die Unfälle an verschiedenen Ecken passierten. Für die Polizei gilt daher auch diese Stelle als nicht auffällig. Kritische Kreuzungen mit Unfallhäufungen würden mit den Zuständigen für die Verkehrsplanung zeitnah besprochen und gelöst, so Danninger.

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