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Region Neumarkt
Mittwoch, 18. Juli 2018 27° 6

Wirtschaft

Unternehmer machen der Politik Druck

Der neue Vorstand in Neumarkt fordert ein besseres Miteinander von Firmen und Verwaltung. Ein Beispiel: Die Busverbindungen.
Von Eva Gaupp

Die Vorsitzende des IHK-Gremiums, Susanne Horn, (2.v.re.) wird in den nächsten fünf Jahren von ihren Stellvertretern Ursula Hammerbacher, Christian Petter, Josef Achatz und Gerd Ortner (v.li.) unterstützt. Mit auf dem Bild ist die Geschäftsführerin des Gremiums, Silke Auer. Foto: Gaupp
Die Vorsitzende des IHK-Gremiums, Susanne Horn, (2.v.re.) wird in den nächsten fünf Jahren von ihren Stellvertretern Ursula Hammerbacher, Christian Petter, Josef Achatz und Gerd Ortner (v.li.) unterstützt. Mit auf dem Bild ist die Geschäftsführerin des Gremiums, Silke Auer. Foto: Gaupp

Neumarkt.Susanne Horn ist nach den Wahlen die alte und die neue Vorsitzende des IHK-Gremiums. Und wie sie beim Pressegespräch am Montagmorgen erklärte, sind es alte und neue Themen, die der fünfköpfige Vorstand auf seiner Agenda für die nächsten fünf Jahre stehen hat. Auch wenn die Ziele erst noch in einer gemeinsamen Sitzung festgelegt würden, sei jetzt schon klar, dass Themen wie Mobilität, Digitalisierung, die Hochschule in Neumarkt, die Innenstadtentwicklung sowie die Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis Neumarkt besonders wichtig sind. Und bei etlichen Herausforderungen brauche die Wirtschaft die Unterstützung der Politik, sagt die Generalbevollmächtigte der Lammsbräu, Susanne Horn.

Was in puncto Innenstadtgestaltung geplant ist, erfahren Sie hier.

Ein Beispiel: „Bei uns beginnt um 5.30 Uhr die Frühschicht. Mitarbeiter aus dem Landkreis haben da keine Chance, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Neumarkt zu fahren.“ Anderen Unternehmen gehe es genauso, sagt Horn. Eine Carsharing-Plattform im Internet existiert bereits, doch das reicht offenbar nicht. Zu viele Mitarbeiter setzen sich immer noch hinters Steuer. Fahrradleasing, eventuell ein Pool an Carsharing-Fahrzeugen oder eine bessere Vernetzung der bestehenden Angebote – die IHK will für dieses Thema Motor sein, wie es Christian Petter formuliert. Doch dafür brauche es eine gewisse Infrastruktur, ergänzt Gerd Ortner.

Fahrrad-Boxen und S-Bahn-Halt

Dazu gehört auch der lange gewünschte zusätzliche S-Bahn-Halt im Gewerbegebiet bei der Kerschensteinerstraße. Kleinere Verbesserungen könnten mehr Fahrrad-Boxen sowie E-Tankstellen am Bahnhof bringen, schlug Ursula Hammerbacher vor. Das IHK-Gremium habe sich vorgenommen, in einem ersten Schritt die konkreten Bedürfnisse der Mitarbeiter abzufragen, kündigte Geschäftsführerin Silke Auer an.

Wer sich fragt, was eine Fahrrad-Box mit der wirtschaftlichen Prosperität im Landkreis Neumarkt zu tun hat, stößt unmittelbar auf das Thema Fachkräftemangel. Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern ein attraktives Umfeld bieten, damit diese sich für einen Job entscheiden – und bleiben. Dazu gehöre auch bezahlbarer Wohnraum, warf Josef Achatz ein, der bemängelte, dass gerade die Stadt Neumarkt in den vergangenen Jahren zu wenig Bauland ausgewiesen habe und nun für die hohen Mieten mitverantwortlich sei.

Stadt und Landkreis Neumarkt müssten an einem Strang ziehen, die Region gemeinsam als attraktiven Standort bekannt machen, fordern die IHK-Vertreter. Dazu zählten gemeindeübergreifende Gewerbegebiete, ein wirtschaftsfreundliches Marketing und eine vorausschauende Planung – Forderungen, die bereits im März bei der Unternehmerkonferenz klar zum Ausdruck gekommen sind. Daraus sei bis jetzt noch nichts entstanden, sagt Horn mit Blick auf die Stadt Neumarkt. „Ich hoffe jedoch sehr, dass sich noch etwas tun wird.“

Welche Vorschläge bei der Unternehmerkonferenz diskutiert wurden, lesen Sie hier.

IHK setzt auf die Hochschule

Überhaupt wollten sich die Unternehmer sehr viel mehr in die Entwicklung der Stadt und des Landkreises einbringen. Wenn man sie ließe, klingt zwischen den Zeilen durch. „Wir wollen keinesfalls nur Kritik üben“, unterstreicht Silke Auer. Die Firmen könnten Prozesse vielmehr durch ihren Blickwinkel bereichern. Das treffe beispielsweise auch auf die Entwicklung des Flugplatzgeländes oder der Innenstadt zu. Das geplante Fachkräfteportal sei ein gutes Beispiel, wie Arbeitsagentur, Handwerkskammer und IHK zusammen mit Stadt und Landkreis an einem Strang ziehen.

Ein wichtiges Thema ist für die IHK die Hochschule in Neumarkt. Immerhin garantieren gut ein Dutzend Firmen jährlich 250000 Euro für deren Finanzierung. „Das ist die letzte Chance. Die dürfen wir nicht versemmeln“, meint Ursula Hammerbacher. Und Horn ergänzt: Andere kleine Städte wie Cham machten es vor, wie sehr eine ganze Region von einer Hochschule profitieren könne. „Aber wir haben Sorge, dass uns die Zeit davonläuft.“

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