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Velburg

Velburger Landwirt ist rehabilitiert

Stadtrat Dr. Josef Guttenberger hatte Glyphosateinsatz vermutet. Tatsächlich vergilbte eine Zwischenfrucht wegen Frost.
Von Wolfgang Schön

Georg und Michael Stigler, BN-Kreisvorsitzender Dr. Josef Guttenberger und der BBV-Kreisvorsitzende Michael Gruber trafen sich vor Ort. Foto: Schön
Georg und Michael Stigler, BN-Kreisvorsitzender Dr. Josef Guttenberger und der BBV-Kreisvorsitzende Michael Gruber trafen sich vor Ort. Foto: Schön

Lengenfeld.Der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz Neumarkt und Velburger Stadtrat Dr. Josef Guttenberger gibt Entwarnung und weist darauf hin, dass die Flächen nahe Lengenfeld im Einzugsbereich der Brunnen I und II der gemeindlichen Wasserversorgung nicht mit dem Pflanzenschutzwirkstoff Glyphosat behandelt worden sind und unbelastet seien.

Guttenberger hatte bei der Stadtratssitzung am 8. März darum gebeten, die Stadt möge prüfen, ob dort das Pflanzenschutzmittel ausgebracht worden sei. „Die Inaugenscheinnahme lässt dies vermuten“, hatte Dr. Guttenberger damals bei der Sitzung gesagt.

Durch diese Aussage fühlte sich die betroffene Landwirtsfamilie aus Harenzhofen, welche die Flächen im Einzugsbereich der beiden Brunnen bewirtschaftet, in Misskredit gebracht. „Ich musste mir in der Öffentlichkeit deutliche Vorhaltungen machen lassen, die völlig unbegründet sind“, sagte der Junglandwirt, der mittlerweile Betriebsinhaber ist, beim Ortstermin.

„Wir produzieren Braugerste“

„Wir produzieren Braugerste für die Brauerei Winkler, da benutzten wir doch kein solches Spritzmittel, noch dazu, wenn es sich um Flächen im Einzugsbereich von Trinkwasserbrunnen handelt“, bekräftigte der Seniorlandwirt. Durch die inzwischen öffentlich gemachten Aussagen des BN-Vertreters Dr. Guttenberger sieht sich die Landwirtsfamilie nun rehabilitiert, wie beim Ortstermin betont wurde.

BBV-Kreisvorsitzender Michael Gruber, der ebenfalls beim Ortstermin mit anwesend war, verweist darauf, dass das in der öffentlichen Wahrnehmung so umstrittene Glyphosat aktuell nach wie vor ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel sei und der Landwirt hätte es sogar auch auf dieser besagten Fläche ausbringen dürfen. Er habe es aber nicht getan, weil es sich eben um eine sensible Fläche im Wasserschutzgebiet handelt. Deshalb habe er versucht, mit mechanischen Alternativen mittels Maschineneinsatz den gleichen Erfolg zu haben, als wenn gespritzt worden wäre.

Hier finden Sie weitere Informationen zu dem Ortstermin:

Das Fazit

  • Feststellung:

    Dr. Guttenberger war es am Ende des Ortstermins sehr wichtig herauszustellen, dass der Landwirt nichts Unrechtes getan und in seiner beruflichen Ausübung sehr verantwortungsvoll gehandelt hat.

  • Abschluss:

    „Da darf nichts hängenbleiben“, stellte der BN-Vorsitzende klar.

Dies sei ein Beleg dafür, wie sehr Landwirte darauf bedacht seien, umweltschonend zu produzieren, so der BBV-Kreisobmann aus Günching. Die angebaute Zwischenfrucht sei durch die Frosteinwirkung vergilbt und habe auf der Fläche den Eindruck hinterlassen als ob gespritzt worden sei. Von diesem Eindruck habe sich auch Guttenberger täuschen lassen, wie er eingestand. Für den BN-Vertreter sei es aber wichtig, dass man hellhörig bleibt und mit offenen Augen durch die Welt geht, gerade was den Umweltschutz anbelangt. „Unabhängig davon, ob nun Spätfolgen von Herbizideinsätzen jetzt schon nachzuweisen sind, oder eben nicht, wie am Beispiel Glyphosat, da gehen die Meinungen schließlich weit auseinander und prallen deshalb auch hart aufeinander.“

Grundwasserschutz ist wichtig

Der Schutz des Grundwassers und der Erhalt der Biodiversität sollte Anliegen aller Beteiligten sein, da müssen wir gemeinsam miteinander im Gespräch bleiben, so Dr. Guttenberger weiter.

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