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Mobilität

VGN will das 365-Euro-Ticket

Mit einer Finanzspritze will der Ministerpräsident die Ein-Euro-Flatrate für Schüler und Azubis auf den Weg bringen.
Von Nikolas Pelke

Ulrich Maly, Markus Söder und Matthias Dießl am Montag im Nürnberger Heimatministerium.  Foto: np
Ulrich Maly, Markus Söder und Matthias Dießl am Montag im Nürnberger Heimatministerium. Foto: np

Nürnberg.Die gute Nachricht zuerst: Das 365-Euro-Jahresticket soll für den gesamten Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) ab dem nächsten Schuljahr für Jugendliche eingeführt werden. Damit sei der fränkisch-oberpfälzische Verkehrsverbund bayernweiter Vorreiter, freute sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag im Heimatministerium. Um das günstige Jahresticket für Schüler und Auszubildende zu ermöglichen, greift Söder tief in die Staatskasse und will sich mit rund 30 Millionen an den Kosten in Höhe von insgesamt rund 43 Millionen Euro beteiligen. Den Rest wollen die Städte, Gemeinden und Landkreise im VGN-Gebiet tragen.

Jetzt die schlechte Nachricht: Für Otto-Normal-Bürger ist die „1-Euro-pro-Tag“-Flatrate nicht vorgesehen. Das hätte laut Söder einen „dreistelligen Millionenbetrag“ verschlungen und sei daher nicht bezahlbar. Trotzdem sollen auch Normalfahrer von der Finanzspritze des Freistaates profitieren. Fürths Landrat Matthias Dießl (CSU) freute sich am Montagmorgen bei der Präsentation der Pläne darüber, dass beispielsweise das „9-Uhr-Ticket“ in den Landkreisen eingeführt werden soll. Fast noch wichtiger findet Dießl, dass die Ticketpreise im kommenden Jahr 2020 dank der Finanzspritze aus der Landeshauptstadt eingefroren werden können. Stabile Ticketpreise sind auch für den Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) eine gute Nachricht.

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Jugend ohne Auto

Mit dem Aussetzen einer Tariferhöhung im nächsten Jahr werde der Nahverkehr attraktiver, freute sich Maly am Montagmorgen auf dem Podium im Heimatministerium. Noch wichtiger findet Maly ein Umdenken im Mobilitätsverhalten. Mit der Einführung des 365-Euro-Jahrestickets könnten Schüler und Auszubildende den ÖPNV als „echte Auto-Alternative“ erleben. Maly rechnete vor, dass Schüler und Auszubildende durch die Einführung des neuen 365-Euro-Tickets richtig Geld sparen könnten. Schließlich müssten Auszubildende derzeit durchschnittlich rund 50 Euro im Monat oder 600 pro Jahr bezahlen.

Mehr Nahverkehr

  • Strategie Der Freistaat will den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg bei der Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets für Schüler und Azubis mit rund 30 Millionen und für Innovationen mit rund 13 Millionen Euro unterstützen.

  • Landkreis Neben günstigeren Tickets sei für den Landkreis Neumarkt eine Verbesserung der Angebote entscheidend, sagte Landkreissprecher Michael Gottschalk.

Das neue 356-Euro-Jahresticket für Schüler und Auszubildende sei die perfekte Ergänzung zum bereits existierenden Semester-Ticket für Studenten. Ohne Auto werde es auf dem Land auch in Zukunft nicht gehen, sagte dagegen Landrat Dießl. Durch einen besseren Nahverkehr soll den Bürgern außerhalb der Städte aber zumindest die Anschaffung eines Zweitwagens in Zukunft erspart bleiben. Gemeinsam machten Söder, Dießl und Maly deutlich, dass die Verbesserung des Nahverkehrs eine gesamtföderale Zukunftsaufgabe von Bund, Land und Kommunen sei. „Wir machen uns jetzt auf den Weg“, sagte Maly.

Investition von 13 Millionen Euro

Neben den 30 Millionen für das 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Auszubildende will der Freistaat dem fränkischen Verkehrsverbund weitere 13 Millionen für Innovationen zur Verfügung stellen, um neue Linien und bessere Takte zu fördern. Mit dem zusätzlichen Geld soll auch die Digitalisierung des Nahverkehrs vorangetrieben werden. Wichtig ist, dass alle am Montag vorgestellten Maßnahmen noch in den VGN-Gremien beraten und beschlossen werden müssen. Schließlich müssen sich die Städte und Landkreise im VGN-Gebiet an den Kosten anteilig beteiligen. Diese Zustimmung gilt aber offensichtlich bereits als sicher. „Wir rechnen fest damit, dass das 365-Euro-Ticket für Jugendliche kommt“, sagte beispielsweise der Sprecher des Neumarktes Landkreises, Michael Gottschalk, am Montag auf Anfrage. Besonders für die Azubis sei das neue Ticket eine deutliche Verbesserung, ist sich Gottschalk sicher.

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