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Casting

Viele Neulinge pushen Passionsspiele

In Neumarkt wurden die Organisatoren vom großen Interesse an Sprechrollen überrascht. Regisseur Ritz war sehr zufrieden.
Von Lothar Röhrl

Im Kolpingszentrum wurden von Regisseur Michael Ritz (7. v. r. sitzend) und den Orga-Leitern die Hauptpersonen bei den Spielen 2019 vorgestellt. Foto: Lothar Röhrl
Im Kolpingszentrum wurden von Regisseur Michael Ritz (7. v. r. sitzend) und den Orga-Leitern die Hauptpersonen bei den Spielen 2019 vorgestellt. Foto: Lothar Röhrl

Neumarkt.„Überraschend“, „erfreulich“, „ermunternd“: Mit der Sonne um die Wetter strahlten am Samstag mit Regisseur Michael Ritz, Jesus-Darsteller Thomas Fries, den beiden Organisationsleitern Franz Düring und Franz Ebenhöch sowie dem geistlichen Leiter Münsterpfarrer Norbert Winner uns Kolping-Vorsitzender die Hauptpersonen der Vorbereitung für die Passionsspiele 2019. Denn viel mehr Interessenten für eine größere Rolle dort als erwartet hatten sich um 11 Uhr im Johanneszentrum eingefunden. So ging es bis in den späten Nachmittag weiter, als kleinere Rollen und schließlich das Volk besetzt werden sollten. Am frühen Abend freute sich Regisseur Michael Ritz, dass schon rund 250 Rollen besetzt waren. Darunter waren alle zentralen Positionen, die zu einem Passionsspiel gehören. Bis auf Jesus-Darsteller Thomas Fries waren bis Samstag, 11 Uhr, noch alle Rollen unbesetzt. In den folgenden Stunden setzte ein Run auf dieses Casting ein, der zwei deutliche Merkmale trug: Im Johanneszentrum fanden sich wesentlich mehr neue Interessenten ein, als es Regisseur und Orga-Leiter mit dem Anbieten des Experiments „Casting“ erhofft hatten.

Neuer Judas ist 20 Jahre alt

Die Ausgewählten vor einer Fotoreihe mit Aufnahmen der Spiele 1999 und 2009. Foto: Lothar Röhrl
Die Ausgewählten vor einer Fotoreihe mit Aufnahmen der Spiele 1999 und 2009. Foto: Lothar Röhrl

Somit konnte Spielleiter Michael Ritz am späten Nachmittag bei der Pressekonferenz seinen Wunsch auf eine Apostelschar in der Altersspanne 25 bis 35 Jahre als weitgehend erfüllt sehen. Denn er wollte eine junge Schar, die einen revolutionären Geist widerspiegele, wie er diesen der Gefolgschaft von Jesus Christus zuschrieb. Sehr freute sich der Regisseur, dass er mit Daniel Mederer einen 20-Jährigen in der Rolle des Judas besetzen konnte. Zuweilen fiel ihm die Auswahl sehr schwer: So hatten sich sechs Interessentinnen für die Rolle von Maria beworben. Die Entscheidung fiel hier mit Sabine Radschinsky auf ein Mitglied der Kolpingtheatergruppe. Gleich zwölf Bewerberinnen gab es für die Maria Magdalena: Hier entschied sich Michael Ritz für Conny Lang, die trotz ihrer Jugend schon ein Routinier bei Neumarkter Theaterproduktionen etwas des M.U.T. (Musical- und Theatervereins) ist. Nachfolger von Franz Nüsslein als Petrus wird 2019 Peter Frank. Doch die junge Welle wollte Michael Ritz nicht konsequent durchhalten. Denn er freute sich, dass sich Ludwig Haubner für die Rolle des Kaiphas gemeldet hatte. Diese hatte er schon in den vergangenen drei Passionsspielen inne. „Einen wie ihn sucht man“, befand Ritz bei der Pressekonferenz. Ihn habe der 82-Jährige überzeugt, lieferte Ritz als Begründung für die Wahl nach.

Auch bei Pontius Pilatus setzte Michael Ritz auf Erfahrung. Er entschied sich unter mehreren Interessenten für Stefan Simon als Nachfolger für den lange bravourös in dieser Rolle agierenden Horst Samberger. Der unter dem Namen „Caramba“ bekannte Theaterbegeisterte ist vielen bekannt von seinem „Carambas Theaterbrettl“. Dieses führt seit vielen Jahren in Waltersberg und Umgebung Stückl auf. Oft werden die Erlöse aus den Eintrittsgeldern für karitative Zwecke verwendet.

Regisseur von Qualität überrascht

Schon überraschend viele Interessenten für größere Sprechrollen begrüßte Michael Ritz (vorne rechts) um kurz nach 11 Uhr. Foto: Lothar Röhrl
Schon überraschend viele Interessenten für größere Sprechrollen begrüßte Michael Ritz (vorne rechts) um kurz nach 11 Uhr. Foto: Lothar Röhrl

Insgesamt zeigte sich der von großen Castings etwa für die Schweppermann-Festspiele in Kastl bewährte Regisseur auch über die Qualität der von ihm gesichteten Akteure angetan. „Die Auswahl ist gelungen“, resümierte Ritz. Im Casting, bei dem die Bewerber Passagen der von ihnen angestrebten Rolle aus dem Text der 2009er-Aufführungen vortragen sollten, hatte Ritz Augen und Ohren auf zwei Leistungen: Die Stimme, die in ihrer Kraft passend, weil tragend für den Aufführungsort „Kleine Jurahalle“ sein sollte. Und der Ausdruck, den ein Akteur auf einer Bühne von sich gibt.

Zum Start fehlte auch die Präsentation des neuen Outfits nicht. Auch Michael Ritz bekam ein T-Shirt. Foto: Lothar Röhrl
Zum Start fehlte auch die Präsentation des neuen Outfits nicht. Auch Michael Ritz bekam ein T-Shirt. Foto: Lothar Röhrl

So tief in theatralische Grundlagen wollte der Präses der veranstaltenden Kolpingsfamilie, Münsterpfarrer Norbert Winner, nicht eintauchen. Er habe ein großes Interesse an dem Casting erhofft, aber nicht erwartet. „Das war eine große Sache“, bilanzierte Winner. Er war von Anfang bis Ende Augen- und Ohrenzeuge der Geschehnisse im Kolpinghaus am Samstag.

Mit dem Casting sei der Startschuss für die Passionsspiele 2019 gegeben. Das betonte Organisationsleiter Franz Düring. Nach der Besetzung der Rollen gehe es in genau zwölf Monaten in die Probenphase. Dieser stehen dann auch bewährte Kräfte wie Rita Iberl (Gewand) und Sylvia Plank (Maske) sowie neu Claudia Cardoso (Tanz) in anderen wichtige Positionen zur Verfügung. In genau einem Jahr beginnt auch der Vorverkauf. Start der Passionsspiele 2019 ist am 9. März.

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