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Konzert

Viva Voce weckt Emotionen in Neumarkt

Das A-capella-Ensemble gastierte in der Stadt. Eigene und gecoverte Songs gehörten zum abwechslungsreichen Repertoire.
Von Michael David

Von links: David Lugert, Bastian Hupfer, Matthias Hoffmann, Jörg Schwarzmanns und Heiko Benjes – zusammen Viva Voce. Foto: Michael David
Von links: David Lugert, Bastian Hupfer, Matthias Hoffmann, Jörg Schwarzmanns und Heiko Benjes – zusammen Viva Voce. Foto: Michael David

Neumarkt.Leise flüstert die Ordensschwester: „So voll war die Kirche schon lange nicht mehr.“ Und so sieht es auch wirklich aus. Die Bänke sind von der ersten bis zur letzten Reihe besetzt, auf der Empore drängen sich die Menschen. Der Altar erstrahlt in einen angenehmen Blau, eine gewisse Vorfreude ist zu spüren. Die Besucher wollen alle „Ein Stück des Weges“ – so der Titel des Programms von Viva Voce – mitgehen und live erleben.

Bastian Hupfer (Tenor), David Lugert (Tenor), Jörg Schwartzmanns (Bariton), Matthias Hofmann (Bariton) und Heiko Benjes (Bass): Diese Männer sind die aktuelle Besetzung des A-capella-Ensembles Viva Voce. Sie gastierten am vergangenen Freitagabend in der Klosterkirche St. Josef, Wildbad 1. Man kann sie ohne Bedenken als „Band ohne Instrumente“ bezeichnen.

Geistliche und weltliche Musik

Ihre Stimmen sind so abwechslungsreich, dass eine instrumentale Begleitung wirklich nicht vermisst wird. Das aktuelle Programm spannt einen Bogen von geistlicher Musik mit Werken von Anton Bruckner und Johan Pachelbel über gecoverte Songs diverser Genres wie „Nothing else matters“ von Metallica, „Hallelujah“ von Leonard Cohen bis hin zu eigenen Schöpfungen, wie „Aufbruch“ oder „Stein des Anstoßes“ mit hörenswerten Texten.

Es ist ein Programm entstanden, das die Beziehung der Musiker, den Kirchenräumen und den Stücken darstellen soll. Dieses Vorhaben, eine Geschichte, die wiederum aus vielen unterschiedlichen Geschichten besteht, kurzweilig und lebendig auf die Bühne zu bringen, ist anspruchsvoll. Dass dies gut gelungen ist, verdankt Viva Voce auch den Menschen, die hinter den Kulissen intensiv mitgearbeitet haben, wie etwa Regisseur Dr. Guido Böhm und Antje Burckhardt, die die Sänger durch zur jeweiligen Bühnenfigur abgestimmte Outfits wirkungsvoll in Szene gesetzt hat.

Auftritt mit Halb-Playback?

Die musikalische Leistung des Quintetts und das emotionale Gespür sind außergewöhnlich. Viva Voce arbeitet mit den räumlichen Gegebenheiten vor Ort. Die Musiker positionieren sich an verschiedenen Stellen und gestalten einen akustischen Effekt, der fast mit Surround-Sound vergleichbar ist. Manchmal könnte man meinen, dass die Gesangsdarbietungen durch ein Halb-Playback unterstützt werden. Das dem nicht so ist, untermauerte Jörg Schwartzmanns überzeugend. Er ist sozusagen die „Rhythmussection“ des Ensembles. Wie er Schlagzeugelemente und Basslinien nur mit den Variationsmöglichkeiten seiner Stimme miteinander verbindet, ist schlichtweg sensationell.

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