MyMz
Anzeige

Freizeit

Von Velburg in die weite Welt – per Funk

Beim „Fieldday“ kamen auf dem Herz-Jesu-Berg die Hobbyfunker zusammen – man plauderte mit Norwegern und Briten übers Wetter.
Von Andreas Friedl

Gerd Aßmann, vorne links, mit weiteren Vereinsmitgliedern funken per Kurzwellengeräte in die ganze Welt. Foto: Andreas Friedl
Gerd Aßmann, vorne links, mit weiteren Vereinsmitgliedern funken per Kurzwellengeräte in die ganze Welt. Foto: Andreas Friedl

Velburg.Wer denkt schon daran, dass bei einer größeren Katastrophe oder einem längerfristigen Stromausfall kein Mobilfunknetz vorhanden sein könnte? Und wer weiß schon, wie Schiffe untereinander kommunizieren und wie die internationale Raumstation ISS Kontakt zur Erde aufnimmt? Die Antwort lautet in allen Fällen: per Funk. Weltweit gibt es über zwei Millionen Funkamateure, ein kleiner Teil von ihnen ist im Ortsverband Parsberg, dem U21, des Deutschen-Radio-Amateur-Club (DARC) organisiert.

Ganz deutliche Verbindung

Dieser U21 hielt am Samstag auf dem Herz-Jesu-Berg in Velburg auf dem Gelände des Zeltplatzes seinen „Fieldday“ ab, bei dem die Mitglieder ein ganzes Wochenende mit relativ einfachen Antennen funkten.

Klar und deutlich war dabei die Verbindung zwischen einem Amateurfunker, der in Norwegen saß, und einem anderen Teilnehmer aus Großbritannien. Und was war das Thema? Sie unterhielten sich über die Wetterkapriolen in ihrer Heimat. Beim Suchen auf den winzigen Geräten stießen die Funker schnell auch auf Teilnehmer in Kenia oder Südamerika.

Die Funker

  • Mitglieder:

    Bundesweit sind etwa 40 000 Mitglieder im DARC organisiert. Aufgeteilt sind diese in Distrikte, die in etwa den Regierungsbezirken gleichen.

  • Lokal:

    Der Distriktvorsitzende, unter anderem für den Landkreis Neumarkt, ist Peter Frank aus Neumarkt. Sein Stellvertreter ist Gerd Aßmann aus Regensburg. Informationen gibt es unter unter www-darc.de/u21.

Sehr bewandert in dieser Technik ist Gerd Aßmann aus Regensburg, der mit seiner Ehefrau Lisa vor Ort war: „Ich bin seit 40 Jahren aufmerksamer Hörer und die vergangenen zehn Jahre davon Funkamateur. Als aktiver Segler weiß ich, dass weltweit viele Bereiche und Gegenden nicht per Handy erreichbar sind, empfangen oder senden also nicht möglich ist. Mit Funk habe ich aber die Möglichkeit, weltweit zu kommunizieren.“

Funk: Das könnte Sie auch interessieren

Hobby

Die letzten Funker von Neumarkt

Dank Smartphone und Internet erreicht man fast jede Ecke der Erde. Doch einige Neumarkter setzen weiterhin auf das Funkgerät.

Wie der sympathische Freizeitfunker, der hauptberuflich in der IT-Branche arbeitet, weiter sagte, sei es technisch möglich, per Funk jemanden in fünf oder 30 000 Kilometer Entfernung zu erreichen.

Ähnlich äußern sich Hendrik Grohn aus Velburg und Ludwig Schön aus Hollerstetten, die auch schon seit vielen Jahren in ihrer Freizeit weltweit auf der Kurzwelle unterwegs sind. Alle drei, die der Technik des Amateurfunks verbunden, sind zudem hoch erfreut, dass seit Januar ein Satellit im Weltraum ist, der noch bessere Möglichkeiten für den Amateurfunk zulässt.

„Selbst in den tiefsten Höhlen ist eine Verständigung per Funk möglich.“

Gerd Aßmann

Wie Gerd Aßmann weiter erzählt, sei zum Beispiel vor fünf Jahren bei der Rettung eines schwer verletzten Höhlenforschers aus der Riesendinghöhle in den Berchtesgadener Alpen nur mit Funk eine Sprechverbindung möglich gewesen. „Selbst in den tiefsten Höhlen ist eine Verständigung per Funk möglich. Alles, was wir zum Betrieb eines Funkgerätes brauchen, ist eine Stromquelle, ob Festanschluss, Aggregat oder mobile Photovoltaikanlage.“

Weitere Nachrichten aus der Region Neumarkt lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht