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Soziales

Wachkoma: Alexander ist wieder daheim

Der 15-Jährige aus Breitenbrunn ist seit einer Kopf-OP 2017 nicht mehr aufgewacht. Für ihn wurde das Haus umgebaut.
Von Vera Gabler

Familie Eberl bedankt sich bei Kurt Martens für die Unterstützung bei der Wohnraumanpassung für Sohn Alexander Foto: Gabler
Familie Eberl bedankt sich bei Kurt Martens für die Unterstützung bei der Wohnraumanpassung für Sohn Alexander Foto: Gabler

Gimpertshausen.„Alexander ist wieder zu Hause und ich habe das Gefühl, er spürt es.“ Mit diesen Worten wird die MZ von der Familie Eberl begrüßt. Neben den Eltern Jürgen und Renate sowie dem großen Bruder Jonas ist auch Kurt Martens dem Schicksal des 15-jährigen Alexander Eberl eng verbunden. Denn er hat ebenfalls mitgeholfen, dass der Junge wieder nach Hause konnte. Der Breitenbrunner Martens ist Mitglied der Gruppe Wohnraumanpassungsberatung des Landkreises Neumarkt und ist froh, dass er helfen konnte.

Bis zum Juni 2017 schien Alexander Eberl ein gesunder Junge zu sein. Er besuchte die Schule und traf sich nachmittags mit seinen Freunden. „Bei dem Besuch des Berufsförderungszentrums traten plötzlich bei ihm gesundheitliche Probleme auf“, erinnern sich die Eltern. Er wurde untersucht, es folgte eine mehrstündige Kopfoperation im Klinikum Nürnberg. Bei dieser fiel Alexander ins Wachkoma.

Im Juli wurde Alexander nach Erlangen verlegt

Im Juli wurde er in die Uniklinik Erlangen zur Bestrahlungstherapie verlegt. Seit Oktober lag Alexander in einer Reha-Spezialklinik am Chiemsee. Seine Mutter war seit Beginn der Krankenhausaufenthalte an seiner Seite. Zudem war sie in den vergangenen Monaten in der Reha-Klinik täglich als Pflegerin für den Sohn da.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Wohnraumanpassung:

Die Wohnraumanpassungsberatung

  • Name:

    Wohnraumanpassungsberatung unverbindlich und kostenlos gibt es über das Gesundheitsamt Neumarkt, Telefon (0 91 81) 47 05 12.

  • Ziel:

    Die Umbauten werden mit Beratung und Unterstützung begleitet, damit man auch bei Krankheit noch zu Hause leben kann.

  • Beispiel:

    Es handelt sich beispielsweise um barrierefreie Dusche, Türverbreiterung, Rampe vor dem Eingang, Türschwellenangleichung.

„Als ich im Dezember durch Lisa Mosandl von der Bereichsleitung Offene Hilfen, der Regens-Wagner-Stiftung Holnstein, gefragt wurde, ob ich als Mitglied der Wohnraumanpassungsberatergruppe des Landkreises Neumarkt bereit wäre, mit Alexanders Eltern Kontakt aufzunehmen, sagte ich sofort Ja“, erzählt Martens.

Die Eltern wollten ihr Kind zu Hause haben. „Da sich die Mitglieder unserer Gruppe verpflichtet haben, behinderten Personen ehrenamtlich mit Rat zur Verfügung zu stehen, habe ich zugesagt, mitzuhelfen und alles Machtbare nach Einschaltung und Zustimmung der dafür verantwortlichen Fachstellen zu unternehmen, damit diese Verlegung möglich wird“ , so Martens.

Zunächst mussten jedoch Umbaumaßnahmen im Wohnhaus für Alexander vorgenommen werden. So wurde das Wohnzimmer durch eine schalldämmende Trennwand unterteilt und dadurch ein Schlaf- und Behandlungsraum mit einer Größe von 16 Quadratmeter geschaffen. Auch der Dusch- und WC-Raum wurde behindertengerecht umgebaut und die zu diesen Räumen führenden Türen verbreitert.

Nach Fertigstellung der Umbaumaßnahmen konnte Alexander nach einer Abwesenheit von 14 Monaten im August von der Klinik in Vograreuth wieder in sein Elternhaus zurückkehren. Renate Eberl ist froh, trotz der nun anfallenden Mehrarbeit wieder daheim zu sein. „Jeder weiß wohl, wie wichtig die Tätigkeit einer Mutter für den Haushalt einer Familie ist“, ergänzt Martens.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Wachkoma:

Krankheitsbild

Vier Fragen zum Thema Wachkoma

Wie kommt es zum Wachkoma und gibt es einen Ausweg aus der Situation? Die MZ beantwortet vier Fragen.

Alexanders Eltern werden durch Pflegedienst unterstützt

Die Eltern werden bei der Versorgung ihres Sohnes durch einen Pflegedienst unterstützt. Leider befindet sich Alexander noch immer im Wachkoma und muss auch beatmet und künstlich ernährt werden.

„Durch das Zusammenwirken vieler Beteiligten ist unser Wunsch erfüllt worden“, sagt Jürgen Eberl. Martens holt noch weiter aus, er lobt die Mitarbeiter des Landratsamts und der Krankenkasse und die Ärzte für die Unterstützung. Auch die Firmen, die die geforderten Termine eingehalten hatten. Nachdem gerade in letzter Zeit bei Alexander kleine Fortschritte im Bewegungsablauf an Beinen und Armen erkennbar waren, hofft Martens nun, dass die Verlegung in das Elternhaus dazu beiträgt, dass der 15-jährige Junge bald aus dem Koma aufwacht und dann hoffentlich auch auf das Beatmungsgerät verzichtet werden könne. Auch wenn seine ehrenamtliche Tätigkeit nun offiziell beendet ist, will er Kontakt zur Familie halten. „Ich habe auch den Bruder Jonas sehr ins Herz geschlossen, man darf ihn nicht übersehen.“

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