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Bürgerentscheid

Wähler lassen lange auf sich warten

Bei der Abstimmung über den Edeka-Standort in Dietfurt gehen die Meinungen der Bürger am Tag des Entscheids weit auseinander.

Lange musste der Wahlvorstand in Töging auf Wähler warten. Foto: Grad
Lange musste der Wahlvorstand in Töging auf Wähler warten. Foto: Grad

Dietfurt.Kalt und nebelig war es am Sonntagmorgen. Beim Bürgerentscheid über den Standort des Edekas ging es ruhig zu in den Wahllokalen. An die 700 Wähler entschieden sich für eine Briefwahl, nur ganz wenige kamen in der Früh, um ihre Kreuze zumachen. Auch vor oder nach dem Gottesdienst tauchten zumindest in den Töginger Abstimmungsräumen einige Wähler auf. „Es ging nur zäh voran“, berichtete Wahlvorstand Karl Böhm.

Dabei wurde in den Tagen zuvor noch einmal intensiv über das Thema „Edeka“ diskutiert. Angeliki Gleixner, die das Begehren initiiert hatte, hatte nur an bestimmte Haushalte ein Schreiben verteilt. Darauf waren viele Aussagen zu lesen, die heftig kritisiert wurden. Der Vorwurf war, dass viele dieser Aussagen nicht der Wahrheit entsprachen. Investor Pelzl ließ daraufhin jedem Haushalt in der Großgemeinde ein Infoblatt zukommen mit seiner Sicht der Dinge.

Bürgerentscheid

Edeka darf in Dietfurt bauen

Die Dietfurter stimmen für einen neuen Markt am östlichen Stadtrand. Das Bürgerbegehren wurde damit abgelehnt.

Meinungen der Bürger gehen auseinander

Hörte man sich in der Bevölkerung um, bemerkte man, wie gespalten die Meinungen waren. Sie reichten von totaler Zustimmung für den Neubau bis zur klaren Aussage, den bestehenden Edeka auslaufen zu lassen. Vielen schien es auch egal zu sein, wenn der neue Markt abgelehnt wird und der alte nicht weiter besteht: „Dann kommt halt ein anderer!“ Ein anderer Bürger sagt bei der Abstimmung: „Ich finde alles in den beiden anderen Märkten, ich brauche gar keinen Edeka!“

Ein Wähler in Töging warf die Frage auf: „Wenn beide Entscheide das Quorum erreichen, ändern dann die Wähler bei der Stichfrage ihre Stimme und kreuzen das Gegenteil an?“ Gerade mal zehn Wähler hatten um zehn Uhr dort ihre Stimme abgegeben. Der Wahlvorstand hoffte, dass die Sonne den Nabel verschlingt, die Leute spazieren gehen und einen Schlenker in ihr Wahllokal machen.

Gutes Wetter lockt Bürger zum Wählen

Diese Gefallen machte die Sonne dem Bürgerentscheid und so stieg die Zahl der Wähler über Mittag an. Die Wahlbeteiligung kletterte daraufhin nach oben und das Quorum von 20 Prozent wurde locker überschritten.

Beate und Bernhard Huml aus Töging gaben ihre Stimme bem Bürgerentscheid in Dietfurt ab. Foto: Grad
Beate und Bernhard Huml aus Töging gaben ihre Stimme bem Bürgerentscheid in Dietfurt ab. Foto: Grad

Bei einer Wahlnachfrage sagte Michael Freihart ohne Zögern klipp und klar: „Ich habe für den neuen Edeka gestimmt“. Auch ganz freimütig äußerten sich die Töginger Beate und Bernhard Huml: „Der bestehende Edeka soll bleiben. Für uns ist er gut, weil man auch mit Rad dorthin fahren kann, wenn ich was brauche. Wenn ich ins Auto steige zum Einkaufen, fahre ich gleich nach Beilngries, da ist das Angebot noch größer“.

Besonders großer Andrang herrschte im Wahllokal in der Schule. Im Westen der Stadt nutzten viele die Möglichkeit, ihre Stimme für oder gegen einen neuen Edeka abzugeben. Teilweise mussten die Wähler dann auch anstehen und auf eine freie Kabine warten.

Diskutiert wurde auch die Frage, ob sich Bürgerinnen und Bürger aus den Dörfern sich die Mühe machen, zur Abstimmung nach Dietfurt zu fahren.

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