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Kommunalwahl

Wähler sorgen für viele Überraschungen

Der neue Neumarkter Landrat heißt Willi Gailler. In Berching, Dietfurt, Hohenfels gibt es Stichwahlen. In Lauterhofen erobern die Freien das Rathaus.
Von Eva Gaupp

Landrat Albert Löhner gratulierte seinem Nachfolger, CSU-Kandidat Willibald Gailler.

Neumarkt.Die Entscheidung ist gefallen: Der Landrats-Kandidat der CSU, Willibald Gailler, wird mit rund 60 Prozent neuer Landrat im Landkreis Neumarkt. Sein Fazit ist kurz und knapp: „Passt“, sagte er, nachdem er im Landratsamt eingetroffen ist. Im Gespräch mit dem Tagblatt sagte er: „Jede Wahl ist spannend. Aber das ist schon eine andere Größenordnung als die Bürgermeisterwahl.“ Und er wolle die „erfolgreiche Politik seines Vorgängers fortführen.“ Gailler wirkte sehr entspannt und strahlte über das ganze Gesicht - auch noch, als er nach dem Ergebnis der CSU insgesamt im Landkreis gefragt wird: „In manchen Bereichen ist das noch ausbaufähig.“ Und seine Frau Stilla, die am Sonntag Geburtstag hat und mit Tochter Steffi und Sohn Christian auf den Sieg anstieß, meinte: „Ich bin froh, dass jetzt der Druck abfällt und der Stress vorbei ist.“ Ob ihr Mann am Morgen nervös war? „Nein. Er ist im Wahlkampf sehr routiniert.“

Landrat Albert Löhner zeigte sich höchst zufrieden – und entspannt: „Ich habe das Ergebnis erwartet. So ist ein reibungsloser Übergang gewährleistet.“ Willibald Gailler habe seit 18 Jahren Erfahrung als stellvertretender Landrat gesammelt, er kenne die Verwaltung und den Landkreis. „Das ist eine gute Lösung für den Landkreis“, meinte Löhner, der aus Altersgründen nicht mehr antreten konnte.

„Dieses Ergebnis war so zu erwarten. Ich bin damit aber zufrieden“, sagte der SPD-Kandidat Dirk Lippmann gegenüber der MZ. Und er bedankte sich bei den Wählern für ihre Stimmen.

Günter Müller (FW) hingegen schien etwas enttäuscht über das Ergebnis: „Ich hatte mir doch etwas mehr erhofft“, kommentierte er, jedoch habe er auch damit gerechnet, dass es höchstens zu einer Stichwahl kommen würde.

Drei Stichwahlen am 30.März

Zu Stichwahlen kommt es dagegen in drei anderen Gemeinden: In Dietfurt wird es sich erst in zwei Wochen entscheiden, ob Carolin Braun (SPD) oder Christian Linz (CSU) ins Rathaus einzieht. Braun, die auch stellvertretende Landrätin ist, erzielte 43,90 Prozent der Stimmen, Linz kam auf 30,13 Prozent. Die zweite Stichwahl ergab sich überraschend in Hohenfels: Dort erhielt der Herausforderer von Amtsinhaber Bernhard Graf, der CSU-Kandidat Dietmar Feuerer 39,08 Prozent der Wählerstimmen. Graf kam auf 45,03 Prozent. Auch hier müssen die Bürger am 30. März noch einmal abstimmen. In Berching muss Amtsinhaber Ludwig Eisenreich (CSU, 48,8 Prozent) sich gegen den Kandidaten der Freien Wähler, Gerhard Binder (39,8 Prozent), behaupten.

In Breitenbrunn und Beilngries sorgten die Wähler für eine Überraschung anderer Art: Sie wählten die Amtsinhaber komplett ab. Die einzige Bürgermeisterin in der Region, Brigitte Frauenknecht (FW) muss ihren Posten räumen. Stattdessen wird der CSU-Herausforderer Alexander Anetsberger künftig die Geschicke der Stadt Beilngries leiten. Und in Breitenbrunn haben sich die Bürger für Johann Lanzhammer (FW) entschieden und damit den CSU-Bürgermeister Josef Kellermeier abgewählt. Er erhielt 53,65 Prozent der Stimmen.

Auch in Lauterhofen ist die CSU leer ausgegangen: Dort hat der Freie Wähler Ludwig Lang das Rennen gemacht und sich mit 51,94 Prozent durchgesetzt.

In Freystadt jedoch bleibt das Rathaus auch künftig in CSU-Hand: Nachdem der amtierende Bürgermeister Willibald Gailler Landrat wird, tritt Alexander Dorr seine Nachfolge an (52,47 Prozent).

Klare Sache in Berg und Mühlhausen

In Berg bleibt Helmut Himmler (SPD) am Ruder (64,4 Prozent), in Deining Alois Scherer (CSU, 54,74 Prozent), Mühlhausen Dr. Martin Hundsdorfer (CSU, 68 Prozent), in Pyrbaum Guido Belzl (CFW, 81,4 Prozent), in Berngau Wolfgang Wild (CSU/BL, 85 Prozent) sowie in Parsberg Josef Bauer (CSU, 66,84 Prozent). In Velburg wurde es für den amtierenden Gemeindechef Bernhard Kraus (CSU) recht eng: Er siegte zwar mit 52,97 Prozent, jedoch kam sein Mitbewerber der Freien Wähler, Johann Karg auf 47,03 Prozent. In Postbauer-Heng setzte sich Amtsinhaber Horst Kratzer überdeutlich durch: Er erhielt 75,6 Prozent der Stimmen. Bezirksrätin Gabriele Bayer von den Grünen liegt mit gerade mal 9,1 Prozent weit abgeschlagen hinter ihm. Dr. Jürgen Rupprecht (Bürgerblock) erzielte 15,3 Prozent der Stimmen.

In Pilsach, Sengenthal und Lupburg war nur jeweils ein Bewerber angetreten: Adolf Wolf (CWG/FW) wurde mit 86,23 Prozent der Stimmen wiedergewählt, Werner Brandenburger (FWG/UWG) mit 85,56 Prozent und Alfred Meier mit 94,69 Prozent.

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