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Wände aus Stroh für den Klimaschutz

Das Haus St. Wunibald wird ein europaweites Beispiel für klimafreundliches Bauen.
Franz Guttenberger

Der Keller des neuen Gästehauses ist nun fertig. Intensive Stabilisierungsmaßnahmen gingen voraus. Foto: Franz Guttenberger
Der Keller des neuen Gästehauses ist nun fertig. Intensive Stabilisierungsmaßnahmen gingen voraus. Foto: Franz Guttenberger Foto: Franz Guttenberger

Berching.In der Benediktinerabtei Plankstetten wird fleißig am Haus St. Wunibald und dem Kindergarten gewerkelt. Täglich rattern die Maschinen.

Der Keller des neuen Gästehauses ist fertig. Nun begännen die Kellerarbeiten für den Kindergarten, teilt Frater Andreas mit, der jeden Tag an der Baustelle anzutreffen ist. In einigen Tagen werde das inzwischen gepresste Stroh in der Zimmerei Bogner in Freihausen eingebaut. Viele Besucher des Klosters bleiben immer wieder an der Strohbau-Schauwand am Eingang zur Abteikirche stehen und informieren sich über das Bauen mit heimischem Stroh.

Das Holz-Stroh-Haus des Klosters ist in Bayern, Deutschland und Europa ein Referenzobjekt für klimaschonendes Bauen. Die Schauwand aus Stroh zeigt 1:1 den zukünftigen Wandaufbau des Mehrzweckgebäudes, in dem neben dem Kindergarten 30 neue Einzelzimmer für den Gäste- und Tagungsbereich des Klosters entstehen. Die Strohbauwand ist, wie auch der Neubau, aus klostereigenem Holz und Stroh errichtet und innenseitig mit Lehm verputzt. Die Projektleitung hat Benedikt Kaesberg aus Paderborn inne. Das klimaschonende strohgedämmte UP Straw-Projekt wird über das Programm Interreg North gefördert.

Wer mit nachwachsenden Rohstoffen wie Stroh baue, entlaste das Klima dreifach, erklärt Kaesberg. Stroh speichert CO2 beim Wachstum, verursacht minimale CO2-Emissionen bei der Herstellung und vermeidet als effiziente Wärmedämmung CO2-Emissionen im Gebäudebetrieb. Bauen mit Stroh hat sich bewährt. Baustroh kann in Wänden, Decken und Dächern verbaut werden. Zahlreiche Verkleidungen sind möglich, sowohl aus Plattenwerkstoffen oder Holz, aber auch direkte Verputzungen innen wie außen.

Bevor es zum Bau des Jahrhundertwerkes kam, mussten schwierige, kostenträchtige Maßnahmen zu Sicherung des Westhanges getroffen werden, da der Hang rutschte. Es war ein steiniger Weg mit längerer Vorgeschichte. Die Stabilisierung war alles andere als einfach.

Mit dem Haus St. Wunibald am Standort der ehemaligen Turnhalle entsteht das größte strohgedämmte Gebäude in Süddeutschland. Es bietet ab 2021 Platz für den Abt-Maurus-Kindergarten, die Pfarrverwaltung sowie 30 neue Gästezimmer. Der Neubau entspricht dem Schwerpunkt des Klosters auf Nachhaltigkeit und wird ein europaweites Beispiel für klimaschonendes Bauen. Wie bei den bisherigen Bauabschnitten der Generalsanierung der Klosteranlage ist es der Klostergemeinschaft wichtig, auch diesen Neubau ökologisch nachhaltig und energieeffizient zu bauen. Daher wird das Gebäude mit Bauholz aus dem Klosterforst errichtet und die Wände mit Strohballen von den ökologisch bewirtschafteten Feldern des Klostergutes im Staudenhof gedämmt. (ugu)

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