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Wald und Gewässer profitieren

Das Abholzen des Fichtenwaldes westlich von Möning war der erste Schritt beim Waldumbau. Die Schwarzach wird renaturiert.
Von Heike Regnet

Rund sieben Hektar Fichtenwald bei Möning wurden abgeholzt. Im Herbst oder Frühjahr soll hier nun ein Laubwald angepflanzt werden.  Foto: Regnet
Rund sieben Hektar Fichtenwald bei Möning wurden abgeholzt. Im Herbst oder Frühjahr soll hier nun ein Laubwald angepflanzt werden. Foto: Regnet Foto: Regnet

Möning.„Man sieht, dass man nichts mehr sieht“, sagt Christian Kleiner, Abteilungsleiter im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beim Pressetermin zwischen Möning und Reckenstetten direkt an der Grenze zwischen Oberpfalz und Mittelfranken. In den vergangenen Wochen wurde hier auf einer Fläche von etwa sieben Hektar der bestehende Fichtenwald gefällt. Da diese einschneidende Maßnahme bei vielen Bürgern Fragen aufgeworfen hat, war es nun an der Zeit, über das geplante Projekt zu informieren.

Bürgermeister Alexander Dorr hieß hierzu Vertreter aller beteiligten Ämter und des Landschaftspflegeverbands Neumarkt willkommen. 3,6 Hektar der Fläche befinden sich im Besitz der Stadt Freystadt, erklärte Dorr. Der ehemalige Fichtenwald soll nun in einen Laub- und Mischwald umgebaut werden. Diese Aufwertung könne zugleich als Ausgleichsmaßnahme für das in Freystadt ausgewiesene Baugebiet am Badgraben gewertet werden. Weiter sollen Teilstücke von Schwarzach und Lachgraben auf einer Länge von insgesamt 1,2 Kilometern, die in diesem Bereich verlaufen, renaturiert werden.

Borkenkäfer und Windbruch

Die starke Veränderung des Landschaftsbildes sei nicht negativ, sondern positiv zu bewerten, betonte Kleiner. Da der Standort des Waldbestandes im weiten Umkreis fast nur von landwirtschaftlicher Fläche umgeben sei, war dieser auch weithin sichtbar. Die Waldfläche entstand vor 40 Jahren durch die Aufforstung einer feuchten Wiesenfläche. Künftig soll sich hier nun ein Wald entwickeln, der den sich verändernden Klimabedingungen besser angepasst ist. Außerdem haben die Aspekte Natur-, Arten und Gewässerschutz oberste Priorität.

Gut zu wissen

  • Waldumbau:

    Auf einer rund sieben Hektar großen Fläche westlich von Möning (Richtung Reckenstetten) wurde der bestehende Fichtenwald gefällt. Im Herbst oder Frühjahr sollen an dieser Stelle nun Laubbäume gepflanzt werden.

  • Gewässer:

    Auf einer Strecke von rund 1,2 Kilometer werden Schwarzach und Lachgraben renaturiert. Hierzu wird nun ein Wasserrechtsverfahren eingeleitet.

Zum Fichtenbestand hatten sich im Lauf der Jahre einzelne andere Bäume und Sträucher wie Schwarzerlen, Eichen und Weiden eingestellt, informierte Kleiner. Bereits in den vergangenen Jahren mussten Teile des Waldes geschlagen werden, da Bäume vom Borkenkäfer befallen waren. Windbruch war ein weiterer Grund, um jetzt massiv tätig zu werden. Gerade die Fichte sei auf dem tonigen Boden als Flachwurzler extrem sturmanfällig. Aktiv war zudem der Biber, der an vielen Bäumen seine Spuren hinterließ. Willi Popp, Mitarbeiter im Bauamt Freystadt, ergänzte, dass der jetzige Einschnitt Sinn mache.

So habe sich schon in den letzten Jahren gezeigt, dass die Fichte auf der Fläche ungeeignet war. Auch Holzzuwächse blieben daher aus. Stadt und Freistaat haben sich als Grundeigentümer entschieden, den Wald aktiv umzugestalten. Der Holzeinschlag wurde vom Forstrevier Mühlhausen organisatorisch begleitet.

Geplant ist nun, die Wiederaufforstung der Waldflächen im nächsten Winterhalbjahr durchzuführen. Es sollen durchwegs standortgerechte und standortheimische Laubbaumarten wie die Schwarzerle verwendet werden. Zudem werden im Waldrand Wildsträucher gepflanzt.

Schwarzach und Lachgraben

Im Rahmen des Waldumbaus sollen auch die Schwarzach mit dem zufließenden Lachgraben auf einer Länge von insgesamt 1,2 Kilometern renaturiert werden. In Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Regensburg und dem Landschaftspflegeverband Neumarkt werde hierzu gerade ein Konzept erarbeitet. Aktuell ist der Gewässerlauf der Schwarzach stark begradigt. Schilf dominiert als Ufervegetation. Im monotonen Bachbett herrscht Strukturarmut.

2021 soll daher die Renaturierung der Schwarzach auf etwa 300 Meter Länge erfolgen. Das Ufer wird abgeflacht und ein mäandrierender Bachlauf auf Grundstücken des Wasserwirtschaftsamtes angelegt.

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