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Veranstaltung

Was sich am Chinesenfasching verändert

Weniger Faschingswägen in Dietfurt, dafür einige große Fußgruppen. Am Unsinnigen Donnerstag marschiert man durch den Ort.
Von Markus Rath

Im Zeichen des Drachen regiert in Dietfurt der Kaiser von China. Foto: Rath
Im Zeichen des Drachen regiert in Dietfurt der Kaiser von China. Foto: Rath

Dietfurt.Traditionen bestehen, unterliegen aber dem Wandel: Das zeigte auch die letzte Vorbereitungssitzung für den Dietfurter Chinesenfasching am Unsinnigen Donnerstag. Tourismuschefin Pia Pritschet und Manfred Koller, alias Kaiser FU-GAO-DI besprachen zusammen mit Vertretern der am Umzug teilnehmenden Gruppen letzte Details für Zug und Podiumsgaudi und plauderten dabei auch schon ein bisschen aus dem Nähkästchen. So werden sich am 28. Februar ab 14 Uhr 45 Gruppen aus nah und fern gemäß dem Motto „Kille Wau und FU-GAO-DI – nach Bayrisch China muss ma hie!“auf den Weg durch die Stadt machen. Angemeldet sind dabei wohl nur vier motorisierte Faschingswägen und damit deutlich weniger als sonst. Dafür wird eine große Zahl der Chinesen per Pedes losziehen. Pritschet: „Es wird einige große Fußgruppen wie zum Beispiel die Kolpingsfamilie geben. Zahlenmäßig wird die Teilnehmerzahl also gewohnt hoch sein, auch wenn die Zahl der Gruppen nicht größer ausfällt.“

Gemeinsam nach Bayrisch China

Tanzende Garden gehören dazu. Sie kommen aus Dietfurt und aus der Region und legen meist Wert auf ein chinesisches Outfit. Foto: Rath
Tanzende Garden gehören dazu. Sie kommen aus Dietfurt und aus der Region und legen meist Wert auf ein chinesisches Outfit. Foto: Rath

Auch der Ablauf steht fest: Bereits ab 13 Uhr stimmt DJ Mike Checkoff von der monumentalen Stufenbühne am Rathaus die Zuschauer ein. Ab 14 Uhr huldigen dann bereits zum vierten Mal viele bayrisch-chinesische Gruppen dem Kaiser FU-GAO-DI. Dieses Jahr steht ganz unter der Prämisse: Bayrisch China ist einzigartig. Pritschet: „Zu uns kommen viele Gäste und Urlauber am Fasching und das ganze Jahr über, um gemeinsam mit uns Bayrischen Chinesen eine gute Zeit zu verbringen und zu feiern.“ Darunter sind auch einige Exoten, die in Dietfurt so noch niemand gesehen hat. So wird sich mit den Gundelshofer Krampusscheberern eine Perchtengruppe nach Bayrisch China aufmachen, um dort die bösen Geister auszutreiben. Josef Wagner, sein Sohn Nico und Silvia Sommer wollen damit auch dafür werben, dass sich ihnen noch weitere Perchten anschließen.

17.000 bestaunten den Zug beim Dietfurter Chinesen

Einen eher lauten aber sicherlich ähnlich beeindruckenden Auftritt werden die Wörnitzsteiner Faschingsfreunde hinlegen. Die Guggenmusik „Gugg’mer“ ist laut Pia Pritschet am ehesten mit dem Weckruf zu vergleichen, „wenn auch geordneter“. Gespannt sei sie auch auf die Astrologiegruppe des Gymnasiums Beilngries, die die Mondlandung in Bayrisch China darstellen wird. Gemeinsames Vorbild aller chinesischen Gruppen ist die Stadtkapelle Dietfurt, die sich vor mehr als 90 Jahren, 1928, als erste Gruppe an einer Dietfurter Anekdote orientierte und sich zum Faschingszug als Chinesen maskierte. Denn man erzählt sich, dass folgendes sich zugetragen haben soll: Der Bischof von Eichstätt schickte einst seinen Kämmerer nach Dietfurt, damit er dort nach dem Rechten sehe und die Steuern eintreibe. Die Dietfurter ließen ihn nicht durch die Stadttore – und der Kämmerer berichtete dem Bischof verärgert, die Dietfurter verschanzten sich „wie die Chinesen hinter ihrer Mauer“.

Kaiser in der Chinametropole

Die kleinsten Chinesen gehen noch in den Kindergarten und bereichern den Umzug mit ihren Masken. Foto: Rath
Die kleinsten Chinesen gehen noch in den Kindergarten und bereichern den Umzug mit ihren Masken. Foto: Rath

Vieles hat sich seither verändert im „Bayrisch China“-Reich. 1954 wurde das „Kaisertum“ eingeführt und inzwischen regiert Kaiser FU-GAO-DI in der elften Dynastie „sein Volk“. Aber nicht alles ändert sich, auch heuer wird der Kaiser wieder von seinem Drachen durch die Chinametropole geführt. Mit Manfred Koller, Gewerbetreibendem aus Dietfurt sitzt seit dem Unsinnigen Donnerstag 2016 kein Geringerer als der Bruder des langjährigen Kaisers „KO-HOUANG-DI“ auf dem Dietfurter Kaiserthron. Es gibt also zum ersten Mal in der Geschichte des Chinesenfaschings eine „Kaiser-Dynastie“. Manfred Koller ist der elfte Dietfurter, der den Rang des Faschingskaisers bekleidet. Der neue Kaiser-Name ist durch und durch chinesisch, er bedeutet „glückbringender (FU), großer (GAO) Kaiser (DI).“ Und so wie der Name, sollen der Umzug und auch die Podiumsgaudi mit der feierlichen Proklamation des Kaisers ganz um die Einzigartigkeit des „Bayrischen China-Reich im Altmühltal“ drehen. Das Spektakel mit vielen Höhepunkten beginnt etwa gegen 15.30 Uhr am Rathaus. Einziger Wermutstropfen: Die Kaisergarde ist nicht komplett und wird deshalb nur beim Umzug dabei sein und weder bei der Podiumsgaudi auftreten noch das Spalier bilden. Nach der Podiums-Gaudi laden die Gasthäuser und Bars in Dietfurt zum bunten Faschingstreiben bis in die frühen Morgenstunden ein.

Jahresrückblick

15 000 feierten Chinesenfasching

Der Chinesenfasching verlief ohne Zwischenfälle – doch Dietfurt sorgte 2018 nicht nur für Positivschlagzeilen.

Abzeichen und Accessoires

Manfred Koller regiert seit 2016 als elfter Dietfurter Kaiser FU-GAO-DI. Übersetzt heißt das glücksbringender großer Kaiser. Foto: Rath
Manfred Koller regiert seit 2016 als elfter Dietfurter Kaiser FU-GAO-DI. Übersetzt heißt das glücksbringender großer Kaiser. Foto: Rath

Laut schallt zum Chinesenfasching auch das neue Kaiserlied durchs „Bayrisch China“-Reich. Gedichtet haben es Stefan Röll und Stefan Graf von den „Weiß-Blauen Siebentälern“. Es heißt wie unser neuer Kaiser „FU-GAO-DI (Der glückbringende große Kaiser)“ Durch seine eingängige Melodie, ist es bereits jetzt schon ein Ohrwurm, wie man auch im Refrain hören kann. Zudem gibt es stilecht bayrisch-chinesische Faschingsaccessoires: bedruckte Bambusfächer mit zwei verschiedenen Motiven „Bayrisch China“ und „Stadt Dietfurt“ sind zum Preis von drei Euro das Stück in der Tourist-Info erhältlich. Dem Kaiser zu Ehren gibt es auch die beliebten Dietfurter Faschingsschlager auf CD. Um die Sicherheit für alle Faschingsbesucher zu gewährleisten, hat die Stadt Dietfurt eine Verordnung zur Regelung des Faschingstreibens erlassen. So ist zum Beispiel – wie in den letzten Jahren – das Mitführen von Flaschen, Gläsern oder anderen Behältnissen aus zerbrechlichem Material nicht gestattet. In den Vorjahren hat sich dieses neue Sicherheitskonzept sehr bewährt; für Nichtbelehrbare wurden auch Geldstrafen ausgesprochen. Nähere Informationen dazu und zum Chinesenfasching finden Sie im Internet unter www.dietfurt.de/chinesenfasching.

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