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Region Neumarkt
Samstag, 21. Juli 2018 25° 8

Gedenken.

Weitere neun Zeichen gegen das Vergessen

Die Verlegung weiterer Stolpersteine ist geplant.
von Helmut Sturm

Diese Gruppe engagiert sich für Stolpersteine Foto: Sturm
Diese Gruppe engagiert sich für Stolpersteine Foto: Sturm

Neumarkt.Die ersten „Stolpersteine“ im Landkreis Neumarkt wurden im Mai 2016 verlegt. Am Donnerstag Nachmittag kündigten die Sprecherinnen der Initiative Stolpersteine Professorin Heide Inhetveen und Bürgermeisterin Getrud Heßlinger die Verlegung von neun weiteren Gedenksteinen an.

Am 16. Juli werden in der Neumarkter Bahnhofstraße, damals auch „Judengasse“ genannt, sieben und in Sulzbürg zwei Stolpersteine feierlich verlegt. Zum ersten Mal wird ein Gedenkstein für ein Opfer der T4-Aktion, der Vernichtung „lebensunwerten Lebens“, verlegt. „Die Spuren der Tötung behinderter oder kranker Menschen wurden regelrecht verwischt“, schilderte Heinz Rösch die aufwendige Recherche. In einem kurzen Abriss stellte Prof. Inhetveen die Ermittlungen zu den Lebensläufen der Familie Thekla und Simon Freising (Vater und Tochter) in Sulzbürg und der großen Familie Landecker in Neumarkt vor. Die Vorstellung der Landecker-Kinder übernahmen Laura Polster, Nele Richert und Vanessa Stastny, Teilnehmerinnen des P-Seminars Geschichte „Wider das Vergessen 2.0“ am Ostendorfer Gymnasium.

Bezugnehmend auf die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl und die aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland, Europa und der ganzen Erde stellte Bürgermeisterin Heßlinger das generationsübergreifende Engagement der Ostendorfer Gymnasiasten mit den eindringlichen Worten: „Wehret den Anfängen!“ und: „Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen ...“, als besonders erfreulich und Hoffnung gebend hervor.

Vor der Verlegung der Gedenksteine, besucht die jüdische Familie Geoff Neuhaus aus Virginia mit ihren Kindern vom 13. bis 15. Juli die Orte ihrer Vorfahren. Die Verlegung der neun Gedenksteine erfolgt am 16. Juli zwischen 14.30 und 16.30 Uhr in Sulzbürg und Neumarkt. Insgesamt liegen dann in Neumarkt 24 und in Sulzbürg acht Stolpersteine. Am Abend des 16. Juli hält der Künstler und Erfinder der „Stolpersteine. Ein Kunstprojekt für Europa“, Gunter Demnig, einen Vortrag mit anschließendem Gespräch im Dietrich Bonhoeffer-Saal des evangelischen Gemeindezentrums. Als weiteren Erfolg des Nicht-Vergessens bezeichneten die Sprecherinnen der Initiative die geplante Widmung des Platzes hinter dem Schreiberhaus in „Dr. Markus-Weinberg-Platz“. (phs)

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