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Musik

Weltklasse beim Neumarkter Jazzweekend

Beim Jazzweekend bekamen die Neumarkter Freunde dieser Richtung Weltklasse zu hören. Star der Veranstaltung war ein Flügel.
Von Lothar Röhrl

Natalie Elwood (rechts Ludwig Klöckner am gezupften Kontrabass) sorgte für einen unvergesslichen Auftritt beim Neumarkter Jazzweekend.Fotos: Röhrl
Natalie Elwood (rechts Ludwig Klöckner am gezupften Kontrabass) sorgte für einen unvergesslichen Auftritt beim Neumarkter Jazzweekend.Fotos: Röhrl

Neumarkt.Wer sie gehört hat, war von ihr hin und weg: Vom weichen Klang ihrer Stimme, vom perfekten Einsatz ihrer Atemtechnik und von ihrem beeindruckenden Gespür für die jeweils gewählte Musikrichtung. Die Jazzsängerin Natalie Elwood (ein Kunstname) hat am Samstag im Gewölbekeller der Residenz für den Höhepunkt nicht nur des diesjährigen Neumarkter Jazzweekend gesorgt.

Ihr Auftritt und die Gesamtleistung der nach ihr benannten Band – sie plus drei Instrumentalisten – nehmen in der jetzt schon zwölf Ausgaben langen Geschichte dieses Jazz-Festes eine herausragende Position ein. Nicht nur Freunde des Jazz-Gesangs, sondern auch Bewunderer hochprofessioneller Sangeskunst wurden beim Auftritt der im Vergleich zu ihren ausgereiften Fähigkeiten noch jungen Münchnerin bestens bedient.

Meiste Stücke waren Eigenkompositionen

Sie liebte die Abwechslung. Mal improvisierte sie, was ihre Stimmbänder an Tempo hergaben. Dann zeigte sie viel Gefühl bei langsamen, balladesken Nummern. In den Stilrichtungen fand sich lyrischer Folk, der an gregorianische Choräle oder irische Volksweisen erinnerte, genauso wie Langsamer Walzer oder Bossa Nova. Die meisten Stücke waren Eigenkompositionen. Interessante Farbtupfer als Ergänzung waren zwei eigenwillige Interpretationen von Beatles-Evergreens: Bei „Drive my Car“ und „Can‘t buy me love“ wurde geswingt, dass es sichtlich eine wahre Freude für die vielen Swing-Fans unter den vielen Gekommenen war. Übrigens sorgte wie schon am Abend zuvor und am Vormittag darauf der gute Besuch dafür, dass sich Organisator Wolfgang Fuchs und der wieder mit enormen Engagement im Catering wirkende Verein der Freunde der Musikschule über eine Honorierung ihres Einsatzes freuen durften.

Fuchs und Caterer wurde am Samstag auch Ohrenzeugen, wie Natalie Elwood neben ihrer großen Möglichkeiten bei Bauch- und Kopfstimme auch Technik einsetzte. Mit einem „Looper“ genannten Hallgerät entführte sie in die Welt eines geheimnisvollen Waldes. Dieser Effekt beziehungsweise der Einsatz einer Melodica sowie eines „Kalimba“ genannten Daumenklaviers zeigten, dass Natalie Elwood auch auf virtuose Vielfalt setzt.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Neumarkter Jazzweekend:

Das Neumarkter Jazzweekend

  • „Jazz goes East“:

    Jazzweekend-Organisator Wolfgang Fuchs hat nicht nur das Motto für 2019 schon festgelegt. Mit Formationen aus Weimar, Dresden und aus Polen hat er auch schon die Besetzung dafür fix gemacht,

  • Motto 2020:

    Dann gibt es „Sing and Swing“. Dafür hat er sich am Samstag von Natalie Elwood schon mal eine Vormerkung in ihrem Terminkalender gewünscht. (lr)

Dass sie eine Melodica gebrauchte, war getreu dem Motto dieses Festivals „Keys and More“. Hier die kleinen Melodica-Tasten, dort die großen weißen und schwarzen auf dem extra für das Jazzweekend gestimmten Yamaha-Flügel. Dieses Hausinstrument der Festsäle der Residenz bediente am Samstag Josef Reßle mit allen Finessen, die ein guter Jazzpianist halt so darauf hat.

„Keys“ (Tasten) war heuer das Motto; hier Bernhard Pichl am Sonntag.
„Keys“ (Tasten) war heuer das Motto; hier Bernhard Pichl am Sonntag.

Auch die Soli der anderen – Ludwig Klöckner (Kontrabass) und Andreas Kutschera (Schlagzeug) – sorgten dafür, dass es ein doch nicht zu vokallastiger Abend wurde – auch wenn man von Natalie Elwoods Stimme nicht genug bekommen konnte. Wolfgang Fuchs traf beim Schlussapplaus mit seinem Ausruf „Weltklasse für einen geringen Preis“ genau ins Schwarze.

Die Band machte ihm sein Werk leicht

Seinen Anteil am Erfolg hatte auch Reinhard Fick vom „Musikmarkt Neumarkt“ mit seinem feinen Händchen fürs Aussteuern der Anlage. Die Band machte ihm sein Werk leicht, da dank der guten Gewölbe-Akustik kaum etwas verstärkt werden musste.

Am Sonntagvormittag gab es Mainstream-Jazz mit dem Trio von und mit Pianist Bernhard Pichl. Zusammen mit Basser Rudi Engel und Michael Zeul (dr) wurde einiges interpretiert, was etwa für Blasinstrumente komponiert worden ist. Höhepunkte waren zwei Nummern, die Trompeter Miles Davis für sich umgearbeitet hatte.

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