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Gesundheit

Wenn im Alter der Schlaf Problem ist

Nürnberger Spezialklinik bietet dazu eine Schulung. Diese geht auch gegen Vorurteile wie das mit „acht Stunden Schlaf“ vor.

Eine Studie hat herausgefunden: Die Menschen in Bayern schlafen immer schlechter. Foto: dpa
Eine Studie hat herausgefunden: Die Menschen in Bayern schlafen immer schlechter. Foto: dpa

Nürnberg.Der Schlaf und die Schlafgewohnheiten verändern sich im Alter. Schlafstörungen sind daher gerade bei Menschen über 60 Jahren weit verbreitet. Viele ältere Menschen klagen über gestörtes Ein- oder Durchschlafen, nicht erholsamen Schlaf, Tagesmüdigkeit und Leistungsschwäche.

Die Ursachen von Schlafproblemen im Alter können vielfältig sein: Stress, ungünstige Schlafgewohnheiten oder koffeinhaltige Getränke am Abend. Aus einer negativen Erwartungshaltung („Ich kann doch sowieso nicht schlafen“) heraus kann sich die Schlaflosigkeit zum Dauerthema werden.

„Ältere Menschen sind oft auch nicht mehr so aktiv wie junge – weder körperlich noch geistig. Sie sind deshalb weniger ausgelastet und schlafen schlechter“, erläutert Prof. Dr. Kneginja Richter, Leiterin der Schlafsprechstunde und Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Nürnberg. Gelingt das Ein- und Durchschlafen immer schwerer, kann sich ein Teufelskreis aus Schlaflosigkeit und Frustration in Gang setzen, der nur schwer zu durchbrechen ist. Die Schlafambulanz dieser Klinik bietet deshalb für Menschen mit Ein- oder Durchschlafstörung ab einem Alter von 60 Jahren eine spezielle Gruppenschlafschulung an. Die Schulung schließt eine ärztliche Untersuchung ein, um organische Ursachen einer Schlafstörung auszuschließen.

In der Schulung geht es zunächst darum, zu erfahren, was einen guten Schlaf ausmacht. „Oftmals haben die Menschen völlig falsche Vorstellung vom Schlaf, die sie stark unter Druck setzen“, berichtet Joachim Höfig, Assistenzarzt in der Schlafambulanz. Dazu zählt das Vorurteil, jeder Mensch brauche täglich acht Stunden Schlaf. Aber gerade ältere Menschen bräuchten oft nicht mehr so viel Schlaf und könnten dann nicht ein- oder durchschlafen. Ein Ziel der Schulung ist es daher, den älteren Menschen zu einer „informierten Gelassenheit im Umgang mit dem Schlaf zu verhelfen“, so Höfig.

Oft wirken sich auch liebgewonnene Lebensgewohnheiten ungünstig auf den Schlaf aus. Dazu zählen der Mittagsschlaf oder ein spätes Abendessen, Alkohol und lange Abende vor dem Computerbildschirm, aber auch Stress und emotionale Anspannung. Auf dem Programm stehen daher auch Entspannungstechniken und Achtsamkeitsstrategien.

Vielen älteren Menschen ist allerdings einfach nur langweilig. Da sie nicht wissen, was sie den ganzen Abend lang tun sollen, gehen sie zu früh ins Bett. „Wenn man aktiv ist, sich viel bewegt und hinausgeht ins Freie, dann schläft man auch viel besser“, sagt Melanie Zimni, Psychologin der Schlafambulanz. Auch die Themen Schlafmittel und depressive Verstimmungen werden angesprochen.

Die nächste Gruppenschlafschulung zur Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen bei Menschen ab 60 Jahren beginnt am 12. April. Eine Teilnahme ist mit Überweisung des Hausarztes möglich. Die Kosten betragen 39 Euro. Information und Anmeldung unter (0911) 398-7427

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