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Bildung

Wenn Piloten an der Schule erzählen

Schüler verbringen in der Schule viel Zeit. Die will genutzt werden. Ein Netzwerk will außerschulische Kräfte aktivieren.
von Wolfgang Endlein

Bernd Baran (Mitte), der Projektleiter des Netzwerkes „Bildung gemeinsam gestalten“, zeigt gemeinsam mit Michael Steinlein (r.) Dekan Dr. Norbert Dennerlein und Stefanie Finzel, Mitglied der Landessynode, was die digitale Plattform alles bietet.
Bernd Baran (Mitte), der Projektleiter des Netzwerkes „Bildung gemeinsam gestalten“, zeigt gemeinsam mit Michael Steinlein (r.) Dekan Dr. Norbert Dennerlein und Stefanie Finzel, Mitglied der Landessynode, was die digitale Plattform alles bietet. Foto: Endlein

Neumarkt.Piloten haben mehr zu erzählen, als nur „Hallo, mein Name ist Soundso. Ich begrüße Sie an Bord des Fluges nach Irgendwo.“. Und weil das so ist, rief eines Tages ein Pilot bei Bernd Baran an, der mit Fliegerei, außer bei Urlaubsreisen, recht wenig zu tun hat. Baran ist Leiter des Schulreferats der evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirke Altdorf und Neumarkt (Seelstraße). Baran ist aber auch Leiter eines Projektes, das Menschen Mut machen will, sich mit ihrem Wissen und ihren Kompetenzen an Schulen einzubringen.

Vom Theaterstück bis hin zur Lebensgeschichte eines Piloten

„Der Pilot wollte den Schülern einfach näher bringen, dass man sich in der Schule anstrengen muss, wenn man seinen Traum verwirklichen will“, erinnert sich Baran an eines der ungewöhnlicheren Gespräche in der Arbeit am Netzwerk „Bildung gemeinsam gestalten“. Vor vier Jahren war das Projekt, finanziell und personell angestoßen vom evangelisch-lutherischen Dekanat, gestartet mit dem Ziel, Schulen eine Plattform zu bieten, auf der außerschulische Bildungsangebote der besonderen Art gesammelt sind. Der Pilot, der aus seinem Leben und von seinem Traum berichten will, ist nur ein Angebot. Daneben gibt es viele unterschiedliche, angefangen bei einem Theaterstück, das über Aids aufklärt, über ein Frau, die Workshops im Mosaikgestalten anbietet, bis hin zu Naturschutzverbänden, die beim Anlegen eines Schulgartens helfen.

Waren es beim Start 2012 30 Angebote, die auf der Homepage www.bildung-gemeinsam-gestalten.de zu finden waren, sind es aktuell 185. Die Zahl steige, schwanke aber auch, was zeige, dass die Angebote wechselten, erklärt Baran, der mit der Entwicklung sehr zufrieden ist. Dafür war aber auch viel Einsatz nötig. „Anfangs musste man die Menschen schon zu den Angeboten hintragen, heute rufen mich auch viele Menschen an, die ich gar nicht kenne.“ Die Plattform habe an Bekanntheit gewonnen.

Ganztagsschulen erzeugen Bedarf

Das aber noch mehr geht, davon sind Baran und sein Mitstreiter Michael Steinlein, beide Religionspädagogen, überzeugt. Sie wollen das Netzwerk, das sich vom Landkreis Neumarkt schon in den Landkreis Nürnberger Land ausgeweitet hat, noch weiter ausbauen. Roth und Sulzbach-Rosenberg seien Ziele.

Dass Bedarf da ist, davon sind Baran und Steinlein überzeugt. Der Trend zu Ganztagsschulen bringe mit sich, dass Lehrer viel Zeit zur Verfügung hätten und diese mit einem sinnvollen, dem Bildungszielen entsprechenden Programm füllen müssten.

Warum Kirche eine Aufgabe übernimmt, die manch einer ausschließlich beim Staat verortet sieht, erklärt Dekan Dr. Nobert Dennerlein: „Die Reformation war eine Bildungsbewegung; und als Kirche der Reformation sehen wir uns hier in der Verantwortung“. Bildung sei außerdem mehr, als nur Wissen in die Köpfe der Schüler reinzupressen. Wichtig sei es, emotionale Intelligenz zu fördern. Die Angebote des Netzwerkes wirkten in diese Richtung.

Landkreis Neumarkt ist gefordert

Deswegen sei das Dekanat 2012 auch das Risiko eingegangen und habe 20 000 Euro für die Startfinanzierung des Netzwerkes gegeben. Finanziert wird es inzwischen durch die Landeskirche, das Dekanat, Sponsoren wie die Neumarkter „Michael und Waltraud Fuchs Stiftung“ und im Nürnberger Land teils auch durch den Landkreis. Und der Landkreis Neumarkt? Bernd Baran lächelt vielsagend. Soll heißen, da könnte mehr kommen.

Dies könnte der Landkreis umso mehr, als das Netzwerk ausdrücklich kein „kirchlicher Kanal“ sein will, wie Dekan Norbert Dennerlein betont. Die große Mehrheit der Angebote habe wenig bis gar nicht mit Glaube und Religion zu tun.

Mehr Nachrichten aus Schule und Bildung in der Region finden sich in unserer Serie zum Thema Schule.

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