MyMz
Anzeige

Kunst

Werke aus dem Sperrmüll im Museum

140 Besucher kamen zur Eröffnung der Ausstellung in Neumarkt. Inspiriert wird Sebastian Kuhn durch das Alltagsleben.
Von Luis Münch

Das Museum Lothar Fischer zeigt die Ausstellung „Sebastian Kuhn - fray“ bis zum 16. Juni 2019. Foto: Münch
Das Museum Lothar Fischer zeigt die Ausstellung „Sebastian Kuhn - fray“ bis zum 16. Juni 2019. Foto: Münch

Neumarkt.Passanten ließ eine Installation in der Außenvitrine des Museums Lothar Fischer erahnen, welche bildhauerische Kunst die Neumarkter dort erwartet. Am Sonntag war es dann soweit: Die Ausstellung „Sebastian Kuhn - fray“, in der der Künstler seine Werke präsentiert, wurde eröffnet.

Kuhn nutzt Materialien aus dem Alltag, um Boden- und Deckenarbeiten, Raumobjekte und Installationen für den Innen- und Außenraum zu fertigen. „Kuhn löst Materialien und Gegenstände aus ihrem Kontext und setzt sie neu zusammen“, erklärte die Direktorin der Kunsthalle Mannheim, Dr. Ulrike Lorenz.

Neumarkt

Sebastian Kuhn zeigt seine Werke

Er wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Nun stellt der Bildhauer im Museum Lothar Fischer aus.

Material aus dem Sperrmüll

Die skulpturalen Werke, mit denen sich Kuhn von der Postmoderne entfernt, zeigen einen Dialog mit der Kunstgeschichte, Science-Fiction-Filmen und Jazz-Musik. Die materielle Substanz habe Vorrang vor Konzept und Kontext. Die Arbeiten haben laut Kuhn mit dem Leben, mit dem Künstler und mit seinem Erlebten zu tun. Material und Objekt, die aus Baumärkten und Sperrmüll stammen, bilden die Basiselemente der Werke. Bei der Arbeitsmethode, dem Umbau von Geräten, handelt der Künstler nach dem Prinzip, mit „den zur Verfügung stehenden Ressourcen Lösungen zu finden“, erklärte Dr. Ulrike Lorenz.

„Desparate Gegenstände“ kommen zusammen und lassen „ein Instrument der Augenöffnung und -täuschung“ entstehen. Das Ergebnis bildet ein offenes Werk, das den Betrachter einlädt, „mitzutun“. „Die Denkleistung vollendet das Werk“, erläuterte die Direktorin der Kunsthalle Mannheim. Die Mehrdeutigkeit sei das Grundprinzip der Kuhn‘schen Werke. Unter den Kunstwerken befänden sich „zwei klare Epizentren“, die „Allegorien auf das Scheitern der Moderne“ darstellen. Das „Polyrhythmic Walkabout“, das die Direktorin als „Bad in der Menge“ metaphorisiert, besteht aus zwei Konzertflügeln sowie einem Kunstflügel, die im Zusammenspiel mit PVC-Platten, Edelstahl, Schrauben und Wolle ein „raumsprengendes Objekt“ mit einer „klar spürbaren Rhythmik“ bilden.

Parallelausstellung

  • Ausstellung:

    Das Museum Lothar Fischer präsentiert parallel im Obergeschoss die Überblicksaustellung „Lothar Fischer auf Papier“, in der 270 Skizzenbücher des Künstlers gezeigt werden.

  • Werke:

    Zudem geben Aquarelle, Pop-Grafiken oder Tuschpinselzeichnungen einen „Einblick in den visuellen Denk- und Gestaltungsprozess Fischers“, erklärte Museumsleiterin Dr. Pia Dornacher.

„Sinn zirkuliert im Unsinn“

Das Werk „Tumbling Down The Rabbit Hole“ umfasst unter anderem sieben Türen, ein Straußenei, einen Türspion, Acrylglas und Spiegel. Die Konstruktion spielt auf das Kinderbuch „Alice im Wunderland“ an, in dem Alice in eine Kaninchenhöhle stürzt und im Wunderland landet.

„Hangover Constructivism“ vervielfältige durch Spiegelung und Verzerrung die Wahrnehmung des Betrachters, stellte Dr. Ulrike Lorenz fest. Die Betrachter sollen entdecken, dass „der Sinn im Unsinn zirkuliert und die Kehrseite der Oberfläche nur die umgekehrte Richtung ist“. Inspiriert wird Sebastian Kuhn durch das Alltagsleben, aus Dingen, die er liest und aus Filmen. „Die Menschen sollen eine räumliche Erfahrung machen und diese mit den Hintergründen der Arbeit verknüpfen“, so der Künstler.

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht