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Polizei

Wildunfälle rund um Parsberg steigen

In 55,8 Prozent der Verkehrsunfälle 2019 waren Wildtiere verwickelt. Damit liegt Parsberg weit über dem Bezirksdurchschnitt.
Von Markus Rath

Mehr als die Hälfte aller Verkehrsunfälle rund um Parsberg wurde 2019 durch Wildtiere verursacht. Foto: pa/obs/ADAC
Mehr als die Hälfte aller Verkehrsunfälle rund um Parsberg wurde 2019 durch Wildtiere verursacht. Foto: pa/obs/ADAC

Parsberg.Parsberg Die Zahl der Verkehrsunfälle ist 2019 im Bereich der Polizeiinspektion Parsberg um 5,02 Prozent (Oberpfalz 3,4 Prozent) auf 1046 angestiegen. Dabei wurden niemand getötet, in 98 Fällen gab es insgesamt 114 Verletzte. Das ist ein überproportionaler Anstieg um mehr als zehn Prozent. Dennoch wurden 2019 weniger Menschen im Straßenverkehr verletzt als durchschnittlich in den vergangenen zehn Jahren. Darüber informierte der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Parsberg, Dmitri Schreiber, bei der Bekanntgabe des Verkehrslagebilds 2019.

Straßenverkehr

Unfallzahl steigt auf Zehn-Jahres-Hoch

Die Polizei Neumarkt stellt die Verkehrsstatistik 2019 vor. Obwohl es auch gute Nachrichten gibt, machen zwei Punkte Sorgen.

Dunkelziffer bei Handynutzung

Ursache der hohen und steigenden Unfallzahl sind neben der immer weiter steigenden Anzahl Verkehrsteilnehmer im PI-Bereich Parsberg vor allem die Tiere in Wald und Flur. Da die Autofahrer ihrerseits eher selten angepasst fahren, wenn sie ein Waldstück durchqueren, kam es laut Schreiber zu insgesamt 584 Zusammenstößen und damit zu 9,36 Prozent mehr als im Vorjahr.

Parsberg liegt damit mehr als 20 Prozent über dem Durchschnitt der Oberpfalz. „Wir haben hier nur die Möglichkeit, an die Vernunft der Fahrzeuglenker zu appellieren. Wenn es erlaubt ist 100 Stundenkilometer zu fahren, ist das die Höchst- und nicht die Mindestgeschwindigkeit“, sagte er.

Schließlich gehört die überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit mit 32 Fällen hinter dem Nichtbeachten der Vorfahrt/des Vorrangs (44 Fälle) und Fehlern beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren (35 Fälle) zur Top drei der Unfallursachen bei den 328 Unfällen mit schweren Folgen.


Autofahrer schauen oft auf das Smartphone

Ein enormes Dunkelfeld vermutet Schreiber bei Unfallsituationen, in denen fehlende Konzentration und abgelenkte Aufmerksamkeit durch Nutzung von elektronischen Geräten einen oftmals schwer nachzuvollziehenden Schadensfall verursachen.

Der Anspruch, „immer online sein zu wollen“ sei brandgefährlich und erhöhe das Unfallrisiko um ein Vielfaches. Schreiber: „Auch der vom Gesetzgeber verhängte Bußgeldsatz von 100 Euro und ein Punkt in Flensburg halten leider viele nicht davon ab, mal schnell eine E-Mail oder einen Chat zu checken.“

Fahranfänger verursachen nicht die meisten Unfälle

Hauptrisikogruppe im Straßenverkehr sind übrigens nicht die Fahranfänger, sondern die Fahrzeuglenker zwischen 25 und 44 Jahren mit 61 Fällen. Diese Altersgruppe verursachte auch sechs der neun Unfälle unter Alkoholeinfluss. Zweite Risikogruppe sind die Fahrzeuglenker über 65, die in 25 schwere Unfälle verwickelt waren. Hier spielt aber seltener die Geschwindigkeit eine Rolle. Es passieren vielmehr Vorfahrtsverletzungen, Abbiegefehler und Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot. Besonders eklatant sind die Folgen bei den Motorradunfällen: Hier wurden bei nur 16 Fällen 27 Menschen verletzt, neun davon schwer.

Sicherheit

Die Autobahn ist ihr Revier

Auf der A3 zwischen Laaber und Oberölsbach arbeitet die Autobahnpolizei Parsberg. Die Beamten meistern komplizierte Aufgaben.

Auffällig entwickelt hat sich auch die Zahl der Fahrradunfälle (2019: 20, 2018:11). 18 (2018:11) Personen wurden dabei verletzt, sechs (2018:3) davon schwer. Auch wenn im Bereich der PI Parsberg die Zahl von Pedelecs und E-Bikes steigt, war nur ein einziger Pedelecfahrer in einen Unfall verwickelt.

Schreiber kritisiert Autofahrer

Der Parsberger Inspektionsleiter, der zwar keine Verkehrstoten zu vermelden hatte, aber dafür einen Anstieg bei den Unfällen mit Personenschaden von 25,68 Prozent, kritisierte das Verhalten der Verkehrsteilnehmer: „Leider scheinen Tugenden der verantwortungsbewussten Verkehrsteilnahme wie gegenseitige Rücksichtnahme, angemessenes Geschwindigkeitsverhalten, vorausschauendes Fahren und auch Kleinigkeiten wie vorschriftsmäßiges Parken oder rechtzeitiges Blinken immer mehr von der persönlichen Hektik oder auch vom Egoismus verdrängt zu werden.“

Schreiber mahnte, dass von Fahrzeuglenkern unter Alkoholeinfluss oder unter Drogeneinwirkungen sowie von solchen, die sich von mobilen Kommunikationsgeräten ablenken lassen, eine erhöhte Gefahr für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer ausgeht.

Die PI Parsberg werde aus diesem Grund ihre Verkehrskontrollen weiter intensivieren, um den Einen oder Anderen wieder an korrektes Verhalten zu erinnern. Wie notwendig dies ist zeige die steigende Zahl (44) der Verkehrsstraftaten wie Nötigung und Beleidigung im Straßenverkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis oder Kennzeichenmissbrauch.

Die Zahl dieser Delikte steige auch deshalb, weil mehr Kontrollen stattfinden würden. So wurden 27 Schwarzfahrer ohne erforderliche Fahrerlaubnis auf frischer Tat ertappt.

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