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Tour

Wo in Neumarkt auf Radler Tücken lauern

Der ADFC-Ortsclub warb für das Radeln in die Innenstadt. Es ging aber auch um die Problemecken auf den Zufahrtsstraßen.
Von Lothar Röhrl

Jürgen Hübner vom ADFC-Ortsclub Neumarkt führte die Radtour an. Er hatte sich eine Strecke ausgesucht, die es in sich hatte.Foto: Röhrl
Jürgen Hübner vom ADFC-Ortsclub Neumarkt führte die Radtour an. Er hatte sich eine Strecke ausgesucht, die es in sich hatte.Foto: Röhrl

Neumarkt.Ein im Beiwagen friedlich schlummernder Eineinhalbjähriger, ein Mercedes-Fahrer als gemeinsames Schockelement und die laut geäußerte Vorfreude auf mehr Fahrten auf dem Drahtesel durch Neumarkt: So sah am Freitag gegen 16.45 Uhr das Schlussbild einer besonderen Radtour durch das Neumarkter Stadtgebiet aus. Rund 20 Radfahrer waren der Einladung der Neumarkter Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) gefolgt, die Stadt bei einer geführten Radtour zu erkunden. Das Besondere an der Auswahl der Strecke war: Es sollte ausschließlich über eine Route gehen, die von allen benutzt oder gekreuzt wird, die mit dem Fahrrad in die Neumarkter Innenstadt wollen.

Die Marktstraße als Ziel solcher Fahrten zum Einkaufen, Bummeln oder zum Besuch der Gastronomie in der Altstadt war für Jürgen Hübner nur Start- beziehungsweise Endpunkt des Angebots. Hübner ist einer der führenden Aktiven dieses Ortsclubs. Er berichtete der Mittelbayerischen, dass dieses Angebot zusammen mit dem Marketingverein „aktives Neumarkt“ erstellt worden ist. „Wir wollten einmal zeigen und im Speziellen mit einer größeren Gruppe testen, wie es sich so durch Neumarkt radeln lässt“, erklärte Jürgen Hübner der Mittelbayerischen. Dabei sollte nicht die Betonung auf ein Befahren der Marktstraße mit dem Fahrrad gelegt werden. Dort seien die Probleme durch das Pflaster und durch die Beinahe-Zusammenstöße von Radlern mit ausparkenden Autofahrern (und umgekehrt) hinreichend bekannt.

Schrecken in der Ringstraße

Die Tour begann am Rathaus. Sie führte weiter über alle Straßen, die rund um die Altstadt führen. Jürgen Hübner wollte dabei auf Problemstellen und auf schon gute Lösungen hinweisen. Doch mit einem hatte er nicht gerechnet: Denn wie alle anderen gut mit Helm und teils Warnweste ausgestatteten Teilnehmer wurde auch Hübner selbst vom Fahrer eines Mercedes mit Münchner Kennzeichen geschockt. Das war auf Höhe des Gasthauses „Zur Linde“, wo die Ringstraße eine 90-Grad-Kurve macht. „Wir hatten uns auf der linken Spur eingeordnet, um Richtung Theo-Betz-Platz abzubiegen, da rauschte er auf der Rechtsabbiegespur vorbei, bog dabei aber nach links ab, überholte uns und scherte danach vor uns ein.“

Wäre das nicht gewesen, hätte Jürgen Hübner in Bezug auf Autofahrer eine bemerkenswert ruhige Neumarkt-Tour hinter sich gebracht. „Ich fuhr an der Spitze und tat das im Bewusstsein, dass eine Menge Leute hinter mir radelten. Da gab es kein Drängeln von hinten durch Autofahrer.“

Ähnlich wohl fühlten sich auch andere Teilnehmer der Gruppe. Gertrud Wendl und Erhard Röhrl hatten gerade dort, wo plötzlich Radfahrwege enden und ab da Zweiradlenker die Fahrbahn mit Autofahrern teilen müssen, ein entspanntes Erlebnis. „Das war an den beiden neuen Kreisverkehren beim Feuerwehrzentrum und beim Landratsamt. Da musst Du normalerweise sehr aufpassen, dass Dich ja ein Autofahrer wahrnimmt. Bei dieser Gruppe war das heute kein Problem.“

Das machte sich auch hörbar bemerkbar. „Bei jedem sind wir laut klingelnd zweimal im Kreisverkehr um die Mitte herumgefahren. Ein toller Spaß“, berichtete Gertrud Wendl.

Ganz ohne größere Problemecken war das Ganze freilich nicht angelegt. So sprach Franz Eichenseher das Linksabbiegen in der Lammsbräukreuzung an. Dort sei es für eine größere Gruppe gar nicht machbar, die engen Haltebuchen zu nutzen. „Das wollte ich den Teilnehmern auch zeigen. Wir mussten aufgeteilt in Kleingruppen die Überfahrten nutzen. So geht es sicher auch einer Familie, wenn sie diese Stelle befahren möchte.“

Holperstellen „eingebaut“

Süß: der kleine Sohn von Sylvia Moosburger ließ sich auch von der Fahrt über Kopfsteinpflaster nicht beim Schlafen stören. Foto: Röhrl
Süß: der kleine Sohn von Sylvia Moosburger ließ sich auch von der Fahrt über Kopfsteinpflaster nicht beim Schlafen stören. Foto: Röhrl

Als unbequeme Stellen hatte Hübner auch die Kreuzungen von Fahrradwegen mit Straßen ausgesucht. Da holpere es doch ganz schön, weil hier zwischen beiden Fahrbahnen noch Regenringen eingezogen wurden. Dieses ungemütliche Fahrgefühl setze sich auch dort fort, wo die Stadt Straßen erneuere. „Das war in der Ingolstädter Straße schon so, das wird wohl jetzt auch in der Regensburger Straße so sein“, ergänzte Hübner.

Für einen in der Gruppe könnten diese holprigen Übergänge freilich wie das Wiegen in einen sanften Schlaf gewirkt haben: Paul Scherer, der 17 Monate alte Sohn von Sylvia Moosburger, wurde tief schlummernd nach der Rückkehr im Beiwagen entdeckt. Dieses einachsige Gefährt hatte Sylvia Moosburger an ihr Rad gehängt. „Das geht in Neumarkt ganz gut“, merkte die vielradelnde Mutter an.

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