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Tragödie

Wohnungsbrand: Ganz Deining trauert

Nach dem tödlichen Wohnungsbrand in Deining ist die Betroffenheit spürbar. Die Ursache ist nach wie vor ungeklärt.
Von Sarah Bloos und Philipp Breu

Am Dachstuhl des Wohnhauses ist das Ausmaß des Brandes gut zu sehen. Foto: Philipp Breu
Am Dachstuhl des Wohnhauses ist das Ausmaß des Brandes gut zu sehen. Foto: Philipp Breu

Deining.Ein Absperrband grenzt das Grundstück in der Deininger Pfarrer-Breindl-Straße ein, es flattert im Wind. Am Dachstuhl des Wohnhauses sind die verbrannten Holzbalken zu erkennen. In der Nähe des Gebäudes riecht es immer noch nach Rauch. Bewohner in der Nachbarschaft haben ihre Fenster geöffnet, um den Geruch aus ihren Räumen zu vertreiben. In der sonst so ruhigen Deininger Häusersiedlung herrschte am Montagabend Aufruhr. Der Dachstuhl eines Einfamilienhauses brannte gegen 19.30 Uhr lichterloh.

Die Einsatzkräfte Foto: Alexander Auer
Die Einsatzkräfte Foto: Alexander Auer

„Das war schon recht heftig. Es ist schon imposant, wenn meterhohe Flammen aufsteigen“, äußerte sich Kreisbrandmeister Klaus Eichenseer zu dem Vorfall. Er war als einer der ersten Einsatzkräfte am Ort des Unglücks. Schnell rückten Löschfahrzeuge und Einsatzkräfte der Feuerwehren Deining, Neumarkt, Sengenthal, Leutenbach und Unterbuchfeld an.

Frau stirbt an der Unfallstelle

Eine Frau befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Haus, sie war alleine. Bei Ankunft der Helfer sei das Dachgeschoss schon nicht mehr betretbar gewesen. Die Einsatzkräfte mussten den Brand erst eindämmen, um zu der Frau zu gelangen. Zusätzlich hatte der starke Wind die Löscharbeiten erheblich erschwert.

Das Feuer wurde gegen 21 Uhr gelöscht, die 51-jährige Bewohnerin konnte nur noch tot geborgen werden. Laut Schätzungen der Polizei bewegt sich der Sachschaden im sechsstelligen Bereich.

Frau stirbt bei Wohnungsbrand

Warum es zu dem Brand kam, ist nach wie vor unklar. Laut Dietmar Winterberg, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, werden die Brandermittler der Kriminalpolizei Regensburg am Mittwoch ihre Arbeit am Unglücksort fortsetzen.

Ein Tag nach dem Brand herrscht in der Gemeinde noch immer tiefe Betroffenheit. Kaum ein Anwohner ist auf der Straße anzutreffen, nur wenige Autos fahren an dem niedergebrannten Gebäude vorbei. In der Pfarrer-Breindl-Straße ist es still, nur das Gezwitscher der Vögel ist zu hören.

Mitgefühl für die Angehörigen

„Die ganze Gemeinde ist in tiefer Trauer, unser Mitgefühl gilt allen Angehörigen. Wenn man im Radio von so einem Brand hört, ist das für einen immer so weit weg. Nun ist es unmittelbar vor unserer Haustüre passiert“, sagte Deinings Bürgermeister Alois Scherer dem Mittelbayerischen Medienhaus.

Die Rauchmelder

  • Pflicht:

    Seit dem 25. September 2015 besteht in Bayern eine Rauchmelderpflicht. Ob in dem Wohnhaus Rauchmelder installiert waren, konnte Kreisbrandmeister Eichenseer nicht sagen.

  • Funktion:

    Rauchmelder erkennen optisch etwaige Rauchkonzentrationen und reagieren, wenn sich die Raumtemperatur rasch erhöht. Sie setzen ein lautes Warnsignal ab.

Aus der Nachbarschaft wollte sich an diesem Tag niemand zum Vorfall äußern. „Es ist schon schlimm genug, dass so etwas überhaupt passiert ist“, sagte eine Anwohnerin an der Haustüre.

An diesem Montag brannte es im Neumarkter Landkreis gleich zwei Mal. In Velburg stand in der Unteren Gasse kurz nach 21 Uhr eine Küche in einem Mehrfamilienhaus in Flammen. Aus bisher noch ungeklärter Ursache fing dort eine Küchenzeile Feuer. Die Bewohner konnten das Haus unverletzt verlassen. Der Schaden beläuft sich auf rund 10 000 Euro. Die Feuerwehren aus Velburg und Ronsolden waren im Einsatz.

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