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Region Neumarkt
Montag, 16. Juli 2018 27° 8

Kabarett

Wolfgang Krebs – ein Volltreffer

Der Komödiant bot in Herrnried Höhepunkt über Höhepunkt – und versuchte sich als „Dreiviertel-Playbacksänger“. Die „Lachoffensive“ hat ihn engagiert.
Von Günter Treiber

Edmund Stoiber – dies war eine der Rollen, die Wolfgang Krebs in Herrnried interpretierte. Foto: Treiber

Herrnried.Einmal mehr hat es die „Lachoffensive“ – Michael Fischer, Florian Krotter und Matthias Beer – geschafft, einen brillanten Komödianten, Parodisten und Comedien in die Region zu holen. Im Gasthaus Neugebauer gastierte Wolfgang Krebs. Die Veranstaltung war schon Wochen vorher ausverkauft, darum war es auch nicht verwunderlich, dass um 19 Uhr, mit Veranstaltungsbeginn 20 Uhr, der Saal bereits proppenvoll war.

Aus dem Kabarett wurde ein „Wirtshauskabarett“ und zu den Darstellern gesellte sich ein neuer, nämlich Schorsch Schöberl, der verzweifelte Vorsitzende in 30 Ortsvereinen.

Schiffsglocke läutete Abend ein

Als die Schiffsglocke der MS Wolfratshausen und ihr Nebelhorn ertönten, ging der fiktive Vorhang auf. Die „Stars“ Edmund Stoiber, Horst Seehofer, Günther Beckstein, Waldemarie Wammerl, Meggy Montana und Schorsch Schöberl waren vollzählig erschienen. Ja, und da war noch einer da, Krebs hieß der, Wolfgang Krebs, aber den hat man selten gesehen. In der Pause, auf dem Klo und zum Schluss, als er Autogramme gab.

Süßwasserkapitän Stoiber – oder war es Seehofer? – war „von daher gekommen, wo man über viele Kreisel kreiseln darf“ und sprach sofort eine Warnung aus: „Ihr werdet heute Abend mehr über die CSU erfahren, als euch lieb ist“. Sein Wa(h)lfangschiff hatte ein tolles Bordprogramm, das das Publikum mit Lachsalven honorierte. Der Kabarettist sprang von Höhepunkt zu Höhepunkt, unterbrach mit „kracherten“ Witzen, probierte sich als „Dreiviertel-Playbacksänger“ und machte als Waldemarie Wammerl Furore.

„Ich bin gewählt worden, um zu lenken und nicht um zu denken“ unterstellte er Horst Seehofer, den er im CSU-Kindergarten besuchte, wo er auch – sie seien gleich alt, weil sie zusammen im Kindergarten waren – dessen Vorgänger Günther Beckstein antraf und dessen Vorvorgänger Edmund Stoiber.

Ganz spezielle Stoiber-Parodien

Über 50 Jahre lang waren die CSU und Bayern ein Herz und eine Seele. „Warum“, so fragt Seehofer, „werfen sich jetzt so viele an den Hals der Freien oder der Grünen, die ich nicht einmal auf meinem Schiff mitnehmen würde“. „Es gibt einen kompromisslosen Zick-Zack-Kurs bei mir“, wird Seehofer immer deutlicher, „ich sage entweder konsequent oder inkonsequent, aber nicht das ewige Hin-und-Her“.

Krebs‘ Highlight sind Stoiber-Parodien. Allerdings hat der Autor dieser Zeilen nicht so viel Platz, um alle „aah“, „aah“ unterzubringen. Nur so viel: „Ich bin gerne hier in Parsried, aah Herrnpars aah is wurscht, liebe aah, aah Herrnriederinnen und Herrnrieder“.

So richtig bedauernswert ist Günther Beckstein dran: „Ich bin der Franke mit der kurzen Ministerpräsidentenkarriere und jetzt bin ich Schiffsheizer, weil da oben an Deck, da hab ich keine Chance, da steht der Seehofer“.

„Die Wammerl“ geht zum Arzt und ist fürchterlich enttäuscht. „Mit vierzehne hab i mein Oberkörper freimachen sollen, heit bin i froh, wenn i mei Zunga rausstrecka derf“.

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