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Verbeugene

Workshops gegen den Alkohol-Missbrauch

Die Weinberger Schule und die Mittelschule Parsberg nahmen an der Voll-Power-Schultour zur Prävention teil.
Von Christiane Vatter-Wittl

In kürzester Zeit erarbeiteten sich die Kids ein eigenes Lied, das sie am Ende sogar rappen konnten. Jede Menge Spaß hatten sie auch dabei. Foto: Christiane Vatter-Wittl
In kürzester Zeit erarbeiteten sich die Kids ein eigenes Lied, das sie am Ende sogar rappen konnten. Jede Menge Spaß hatten sie auch dabei. Foto: Christiane Vatter-Wittl

Parsberg.Ungeahnte Kräfte entdecken, schlummernde Talente wecken, und das in kürzester Zeit, so etwas kennt man eigentlich nur aus dem Fernsehen. Für rund 360 Schüler wurde dies nun Wirklichkeit. Einen spannenden und abwechslungsreichen Schultag haben die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Parsberg und der Mittelschule an der Weinberger Straße erlebt. Die beiden Schulen im Landkreis Neumarkt wurden als zwei von 20 Schulen in der ganzen Bundesrepublik ausgewählt, um an der „Voll Power-Schultour“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung teilzunehmen.

Mit dem neuen Angebot zur Alkoholprävention in Schulen richtet sich die BzGA gezielt an Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren. Die „Voll-Power-Schultour“ ergänzt die Präventionsangebote der Jugendkampagne „Null Alkohol – Null Power“, die seit einigen Jahren an den Schulen in den Unterricht einzelner Lehrer eingebunden wird. Die Kampagne hat vor allem die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen zum Ziel. Zentrales Element an diesem besonderen Schultag waren Mitmach-Workshops, in denen aus suchtpräventiver Sicht wichtige Lebenskompetenzen von Schülerinnen und Schülern der Klassen sieben bis neun gestärkt werden.

Wunderdrogen gibt es nicht

Beratungsrektor Albert Semmler und Konrektor Philipp Schmitz haben sich bei der BzGA für das Projekt beworben und so erhielten die beiden Schulen den Zuschlag. Bereits in der Vorwoche zum Projekt wurde in den einzelnen Klassen bereits eine Unterrichtseinheit zum Thema „Wunderdroge“ abgehalten. Waren zunächst einige Lehrer skeptisch, ob dies funktionieren würde, wurden sie eines besseren belehrt. Die Jugendlichen sollten in Kleingruppen eine „Wunderdroge“ erfinden, die es selbstverständlich nicht gibt, die aber verschiedene Wirkungen hervorrufen sollte und zum Beispiel auch nicht abhängig machen durfte.

Da es diese Wunderdrogen aber so nicht gibt und geben wird, wurde im Anschluss an die Präsentationen im Klassenverband herausgearbeitet, wie man denn die Gefühle, die die Drogen hervorrufen sollten, auch anderweitig heraufbeschwören kann.

Am Montag kamen dann die Organisatoren und Macher der „Voll Power-Schultour“ nach Parsberg und am Dienstag nach Neumarkt.

Schüler können Workshops besuchen

Zugegeben, etwas irritiert waren die bayrischen Schüler schon, als sie um kurz nach acht Uhr mit einem fremdklingenden „Moin“ begrüßt wurden. Binnen weniger Minuten hatten die Workshopleiter allerdings die volle Aufmerksamkeit der Jugendlichen, denn trotz der ungewohnten Grußformel sprangen die Funken sofort über. Während des Tages konnten die Schülerinnen und Schüler zwischen fünf verschiedenen Workshops aus den Bereichen Sport, Musik und Theater auswählen.

Stimmen der Schüler

  • Marvin (7aG):

    Er durfte zum ersten Mal E-Bass spielen und hat sofort seine Leidenschaft dafür entdeckt. Konzentriert setzte er das Gelernte schnell um. „Ich fand es toll, dass wir am Ende auch zeigen konnten, was wir gelernt haben!“

  • Laura (9c):

    Sie hat Tänzer Sugar Rae sofort entlarvt: „Ich fand es cool, dass wir den Tanzlehrer eines Instagrammers kennen lernen durften. In Der Band konnte ich mit der E-Gitarre zeigen, was ich kann!“

  • Arnisa (7aG):

    Ich fand es toll, dass man im Theaterworkshop auch seine Wut rauslassen konnte. Außerdem hat man mit Leuten zusammengearbeitet, die man vorher gar nicht so gekannt hat. Die Leiter waren total nett.

  • Enya (7aG)

    : Sie war im Theaterworkshop: „Ich fand es total schön. Es hat richtig Spaß gemacht, wir haben viel gelacht und gelernt. Man durfte schauspielern und wir haben toll als Team zusammengearbeitet.“

Die Teilnahme an den Workshops bot Erfahrungen zu Selbstwirksamkeit, kritischem Denken und Teamfähigkeit. Sie knüpften an die Lebenswelt und sozialen Bezugssysteme der Jugendlichen. Alle wussten, dass es an diesem besonderen Schultag um das Thema Alkohol und Suchtprävention ging, doch wurde dies nicht mit dem erhobenen Zeigefinger präsentiert. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BzGA informiert dazu: „Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, damit sie selbstbewusst ‚Nein‘ zu Alkohol sagen können, ist ein wichtiges Ziel der „Voll Power-Schultour“.

„Ja“ sagen zu den Talenten

Die Schülerinnen und Schüler beider Schulen sagten schließlich „Ja“, zu ihren Talenten. Vor allem die Lehrerinnen und Lehrer lobten sehr, was die Workshopleiter alles aus ihren Kindern herausholen konnten. In wenigen Stunden entwickelten sich eher unsportliche Pubertierende zu wahren Akrobaten, die plötzlich Rad schlagen, Handstand machen oder aus dem Stand über Kästen hüpfen können.

Die beiden Theatergruppen holten versteckte Talente hervor und zeigten auch, dass das, was sich auf der Bühne abspielte, auch unmittelbar mit den Vorgängen im Bühnenhintergrund zusammenpassen musste. Dass ihnen dabei unter anderem mit Schauspieler Peter Sikorsky ein wahrer Profi zur Seite stand, wussten die Kids nicht und gingen ganz unbefangen an die Sache heran.

Sugar Ray leitet Breakdance-Workshop

Etwas mehr Aufsehen erregte Tänzer Sugar Ray, der den Breakdance-Workshop leitete. Er hat bereits einigen Influencern das Tanzen beigebracht und wurde leichter enttarnt. Aber nicht die Berühmtheit der Teamer stand im Vordergrund, sondern die Talente der Kids.

Die Breakdance-Crew zeigte unglaublich coole Moves und Hip Hop-Genies rockten am Ende die Aula, in der sie ihr Können am Ende des ereignisreichen Tages präsentierten. Den Abschluss bildeten zwei, nein, eigentlich vier musikalische Gruppen. Zur Präsentation fanden sich dann Sänger und Rapper zusammen mit den Instrumentalisten und begeisterten ihr Publikum. Beratungsrektor Albert Semmler bedankte sich bei den Machern der BzGA und freute sich mit den Jugendlichen über den gelungenen Tag.

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