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Region Neumarkt
Montag, 16. Juli 2018 28° 8

Betreuung

Zahl der Kinder wächst weiter

Im Parsberger Rathaus startet am 1. Februar eine weitere Kindergartengruppe. Es ist die dritte in dem Verwaltungsgebäude.
Von Peter Tost

Das Recht auf einen Kindergartenplatz ist gesetzlich festgeschrieben. Foto: Axel Heimken/dpa
Das Recht auf einen Kindergartenplatz ist gesetzlich festgeschrieben. Foto: Axel Heimken/dpa

Parsberg.Der Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen steigt und steigt. Wegen zahlreicher Zuzüge in den vergangenen Monaten muss die Stadt erneut schnell handeln. Am 1. Februar soll im Obergeschoss des Rathauses eine weitere Kindergartengruppe in Betrieb gehen – mittlerweile ist es dort die dritte. Laut zweitem Bürgermeister Jakob Wittmann, Geschäftsleiter Stefan Schmidmeier und Kindergartenleiterin Sabine Nickert ist das die beste Lösung.

„Die Einrichtung einer weiteren Gruppe ist notwendig, weil der Bedarf explodiert ist“, sagt Sabine Nickert. Die drei Kindergartengruppen im städtischen Kindergarten und die beiden im Rathaus reichten nicht mehr aus. Ausschlaggebend sei der starke Zuzug von Familien mit Kindern. „Mehr als zehn Kinder stehen derzeit auf der Warteliste“, erklärt sie.

„Die Tendenz geht ganz klar zu längeren Betreuungszeiten.“

Kindergartenleiterin Sabine Nickert

Für Geschäftsleiter Stefan Schmidmeier ist deshalb klar: „Nachdem die Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben und es der politische Wille des Stadtrats ist, möglichst schnell für Betreuung der Kleinen zu sorgen, mussten wir möglichst schnell handeln.“

Das bedeute zum einen, dass man sich nach neuem Kindergartenpersonal umsieht, wobei die Suche schon vor einiger Zeit intensiviert worden sei. Denn neben der Anzahl der betreuten Kinder spiele auch die von den Eltern gewünschte Betreuungszeit eine Rolle bei der Ermittlung des notwendigen Personals.

Tendenz zu längerer Betreuung

„Die Tendenz geht ganz klar zu längeren Betreuungszeiten“, sagt die Kindergartenleiterin. In den meisten Fällen hänge dieser Wunsch der Eltern meist mit ihrer Berufstätigkeit zusammen – egal ob es sich um Alleinerziehende handelt oder um Eltern, die beide in die Arbeit gehen.

Im städtischen Kindergarten selbst werden derzeit rund 100 Kinder betreut. Foto: Tost
Im städtischen Kindergarten selbst werden derzeit rund 100 Kinder betreut. Foto: Tost

Ein weiterer Grund für den hohen Personalbedarf des städtischen Kindergartens sei die gestiegene Anzahl von Kindern mit Migrationshintergrund, die eine intensivere Betreuung benötigen als einheimische. „Deshalb wurden in den vergangenen Monaten verstärkt neue Fachkräfte eingestellt.“

Neben Personal bedeuten zusätzliche Betreuungsplätze zwangsläufig auch weiteren Platzbedarf. „Wir haben in enger Abstimmung mit der Kindergarten-Aufsicht am Landratsamt zahlreiche Alternativen bezüglich zusätzlicher Kapazitäten geprüft“, berichtet Geschäftsleiter Schmidmeier.

Im Rathaus sind derzeit zwei Gruppen untergebracht, ab 1. Februar sind es dann drei. Foto: Tost
Im Rathaus sind derzeit zwei Gruppen untergebracht, ab 1. Februar sind es dann drei. Foto: Tost

Die Alternativen reichten von einer Überbelegung bestehender Gruppen über eine Container-Lösung oder die Nutzung des Turnsaals im Kindergartengebäude über eine Auslagerung in den Katholischen Kindergarten bis zur Schaffung von zusätzlichen Räumen im Obergeschoss des Rathauses. Für letztere Möglichkeit sprach schließlich die großzügige Raumsituation.

„Durch kleinere Umbauten und die Nutzung eines Büros und eines Lagerraums kommen wir im Endeffekt zu einer Lösung, bei der alle drei Gruppen genügend Platz haben“, versichert Schmidmeier.

Dabei sei die Unterbringung von Kindern im Rathaus aber nach wie vor als Übergangslösung zu sehen. „Der Standort für das geplante neue Kindergartengebäude ist mit dem Sportzentrum an der Hatzengrün inzwischen ja gefunden und die Grundstücksverhandlungen laufen bereits.“ Nach deren Abschluss werde man unverzüglich in die Planung einsteigen. „Die Einweihung im Jahr 2020 ist unser ausgemachtes Ziel“, betont zweiter Bürgermeister Jakob Wittmann. Schließlich sei man im Stadtrat fraktionsübergreifend um das Wohl der Kinder in Parsberg bemüht.

600 000 Euro Zuschuss im Jahr

„Das zeigt alleine schon die Tatsache, dass die Stadt Parsberg die Kinderbetreuung pro Jahr mit 600 000 Euro bezuschusst. Dabei geht es nur um die laufenden Kosten, Investitionen sind da noch gar nicht miteingerechnet.“ Auch bei der Standortwahl für das neue Kindergartengebäude habe der Stadtrat darauf geachtet, die beste Lösung für die Kinder zu finden, versichert zweiter Bürgermeister Jakob Wittmann.

Der katholische Kindergarten St. Josef hat Platz für rund 100 Kinder. Foto: Tost
Der katholische Kindergarten St. Josef hat Platz für rund 100 Kinder. Foto: Tost

Warum die Schaffung neuer Betreuungsplätze in den meisten Fällen sehr schnell passieren müsse, liege an der altbekannten Tatsache, dass der zukünftige Bedarf vielfach überhaupt nicht planbar sei.

„Es ist wirklich äußerst schwierig vorherzusagen, wie sich der Bedarf entwickelt“, bestätigt der Geschäftsleiter. Man wisse zwar, dass die Zahl der Geburten steige und deshalb auch der Bedarf. „Das Problem sind in diesem Zusammenhang aber die Zuzüge, da es dadurch zu regelrechten Sprüngen beim Bedarf an Betreuungsplätzen kommt.“ Nichtsdestotrotz bemühe man sich sehr, auch in solchen Situationen die beste Lösung für Kinder und Eltern zu finden.

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