mz_logo

Region Neumarkt
Sonntag, 23. September 2018 21° 7

Zukunftsprojekt

Zeitkapsel für das Neumarkt der Zukunft

In einem Festakt mauerten Ehrengäste Gebrauchsgegenstände und eine Zeitung unter der Baustelle für das Ganzjahresbad ein.
Von Josef Wittmann

Die Gäste um Finanzminister Albert Füracker (2.v.r.), OB Thomas Thumann (3.v.r.) und Landrat Willibald Gailler (3.v.l.) mauerten die Zeitkapsel ein. Foto: nos
Die Gäste um Finanzminister Albert Füracker (2.v.r.), OB Thomas Thumann (3.v.r.) und Landrat Willibald Gailler (3.v.l.) mauerten die Zeitkapsel ein. Foto: nos

Neumarkt.Die Archäologen in einigen hundert Jahren werden sich wundern, wenn sie bei Tiefbauarbeiten mitten im Neumarkt der Zukunft eine goldschimmernde Metallrolle ausbuddeln. „Ganzjahresbad Neumarkt / Legung der Zeitkapsel / 16. Juni 2018“ werden sie lesen und das verbeulte Ding öffnen. Falls die Forscher es nicht gleich aus den Bauplänen in der Kapsel erkennen, wird Ihnen die knallgelbe Quietscherente der ehemaligen Stadtwerke Neumarkt zeigen, dass anno dazumal hier das größte Ganzjahresbad weit und breit entstanden ist.

„Es ist ein schöner Brauch, bei wichtigen Bauwerken so eine Zeitkapsel zu versenken. Wir dokumentieren damit einen winzigen Ausschnitt unseres heutigen Lebens und bewahren diesen Moment für später“, sinnierte Stadtwerke-Geschäftsführer Dominique Kinzkofer beim Festakt tief unten in der Baugrube am Kellerfundament des künftigen Erlebnisbeckens. Oberbürgermeister Thomas Thumann begrüßte dazu Bayerns Finanzminister Albert Füracker, Landrat Willibald Gailler und eine illustre Schar aus Politik und Verwaltung und viele Vertreter der über 25 beteiligten Firmen. In einem kurzen Streifzug durch die lange Vorgeschichte ließ der OB die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten Revue passieren.

Politiker greifen zur Maurerkelle

Am 30. September 2009 habe alles mit der ersten Sitzung des „Steuerungskreises Ganzjahresbad“ begonnen. Am 25. Februar 2016 hätten die Planungsarbeiten begonnen und seit dem ersten Spatenstich am 2. August 2017 seien nun schon zwei Drittel der geplanten 42 Millionen Euro schweren Aufträge vergeben worden.

Zu einem großen Teil seien die Aufträge der örtlichen Wirtschaft zugutegekommen. Manches müsse aber auch überregional vergeben werden, „zum Beispiel die Edelstahlbecken“, erklärte Thumann. Der Betrieb des Bades werde spätestens Anfang 2020 möglich sein. Bis dahin seien „vier Fünftel des Bades fertiggestellt und wesentliche Einrichtungen wie die Schwimmbereiche, Sauna, Umkleiden und Gastronomie betriebsbereit“.

Zufrieden und stolz berichtete der OB, die Mehrkosten gegenüber der Planung von lediglich drei Prozent seien angesichts der Kostenentwicklung am Markt „gar nix“. Das ganze Projekt werde mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes (Hallenbad und Rutschen) voraussichtlich im Januar 2021 enden. Wie bei einem privaten Häuslebauer auch, sei das Projekt mit der Zeit und den Wünschen der Nutzer größer und teuerer geworden. Im ursprünglichen Wettbewerb sei es noch um 750 Quadratmeter gegangen. Nun werden 1100 Quadratmeter überbaut.

Im direkten Umfeld entstünden 150 zusätzliche Parkplätze sowie etwa 800 Fahrradständer und bis auf zwei Spitzentage, die man auch bewältigen werde, sei die Parkplatzsituation gut gelöst. Thumann und Gailler, dem am Herzen lag, dass der Schwimmunterricht für mehr als 280 Schulklassen eingeplant wurde, waren sich einig.

Die Kosten im Griff

Die Entscheidung, das anspruchsvolle Gebäude mitten in der Stadt zu bauen, sei gut gewesen, Neumarkt brauche das Ganzjahresbad und werde damit an Attraktivität gewinnen. Thumann dankte dem Landkreis und Finanzminister Albert Füracker für die finanzielle Unterstützung. Alles in allem werde das Projekt mit Zuschüssen in Höhe von 2,9 Mio Euro unterstützt. Der Staatsminister war beeindruckt und meinte: „Ich will meinem Erstaunen Ausdruck verleihen, dass das wirklich ein großes Loch ist“. Trotz des hohen zweistelligen Millionenbetrags, den die gut situierte Stadt Neumarkt investiere, zeigte sich Füracker überzeugt: „Nur weil Ihr das Bad baut, geht Ihr noch lange nicht baden.“

Sein wichtigster Wunsch sei, dass „nichts passiert auf der Baustelle. Der Zweitwichtigste, dass die Kosten nicht steigen. Und ich mache meinen Freischwimmer und gehe auch ins Fitnessstudio bis zur Eröffnung“, versprach er und verabredete sich mit Landrat Willibald Gailler spontan zum Abschlussschwimmen im alten Hallenbad. „Des wird a nimmer geheizt dann“, tönte es erwartungsfroh aus dem Publikum.

Das alles befindet sich in der Zeitkapsel

Gegenstände: Baupläne, eine gelbe Bade-Ente und weitere Gebrauchsgegenstände aus dem Jahre 2018. „Keine Badehose meinerseits“, betonte Thomas Thumann.

Datierung: Eine aktuelle Ausgabe des Neumarkter Tagblatts

Video: Ein Video auf der Facebookseite der Stadtwerke zeigt, wie die Kapsel von Direktor Dominique Kinzkofer befüllt wurde.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht