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Kommunalwahl

Ziel der FW: Masterplan für Berching

Die Freie Wähler starten mit Rückenwind: Gerhard Binder wurde einstimmig als Bürgermeisterkandidat nominiert.
Von Markus Rath

Gerhard Binder bei seiner Antrittsrede als Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler.  Foto: Markus Rath
Gerhard Binder bei seiner Antrittsrede als Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler. Foto: Markus Rath

Berching.100 Prozent Zustimmung in geheimer Wahl: Die erste Hürde auf dem Weg ins Bürgermeisteramt hat Stadtrat Gerhard Binder von den Freien Wählern mit Bravour genommen. Der 53-Jährige nimmt damit nach 2014 den zweiten Anlauf, um Amtsinhaber Ludwig Eisenreich (CSU) abzulösen.

In seiner Antrittsrede als Kandidat machte Binder dann deutlich, warum er sich für die bessere Alternative hält. „Es ist doch alles gut?“, fragte er rhetorisch in die Runde um dann fortzufahren: Massiv sprudelnde Steuereinnahmen hätten die Pro-Kopf-Verschuldung Berchings gesenkt, Projekte wie Kindergarten- und Schulsanierung würden angegriffen. Doch dies sei nur die eine Seite der Medaille. „Die andere Seite zeigt, dass es gewaltig mangelt an der konstruktiven und ehrlich gewollten Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen in der Großgemeinde“, sagte Binder. Bürgerbeteiligung auf breiter Front, intensive Zusammenarbeit von Stadträten, Ortssprechern und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung seien das Gebot der Stunde.

Idealbild: Menschenfreund

Binder, der mit keinem Wort darauf einging, dass Eisenreich erst am Montagabend wegen seiner Angriffe Abbitte bei ihm geleistet hat, machte deutlich, wie sein Idealbild eines Bürgermeisters aussieht: „Er muss ein Menschenfreund sein, der die Zusammenarbeit mit Menschen liebt, ihnen auf Augenhöhe begegnet und sie ernst nimmt.“ Er wolle, dass sich jede Frau und jeder Mann mit Herz und Verstand einbringen kann und sich dadurch wertgeschätzt fühle, denn der mündige Bürger sei kein Störfaktor, sondern eine Bereicherung der Gesellschaft. Binder: „Der Bürgermeister muss dafür der Impulsgeber sein.“

Transparenz und Information sind aus seiner Sicht die Basis für Entscheidungen von unten nach oben. Erreichen will Binder das ganz pragmatisch: Rederecht für Bürger in den Stadtratssitzungen, Stadtratsitzungen in den Ortsteilen, Wünsche und Fragen sollen bei den Bürgerversammlungen an erster Stelle stehen und nicht erst nach einem langen Monolog des Bürgermeisters an die Reihe kommen. Vor allem aber soll eine echte Bürgerbeteiligung in einer städtischen Satzung festgeschrieben werden.

Auf diesem Weg will Binder einen Masterplan entwickeln und die großen Aufgaben anpacken, die vor der Großgemeinde stehen. Binder: „Wer sorgt für uns, wenn wir alt sind, nicht jeder wird sich einen Heimplatz leisten können? Wie bekommen wir Schwung in die dezentrale Energiegewinnung und verhindern damit die Juraleitung P53? Welche Alternativen bieten wir in Sachen Wohnraum für den schmalen Geldbeutel? Wie beseitigen wir die Leerstände in der Stadt und auf dem Land und minimieren so den Flächenverbrauch? Wie schaffen wir es, dass Stadt und Land besser zusammenwachsen?“

Familie und Ehrenamt fördern

Die Lösungen sieht Binder in Familie und Ehrenamt, die „unser Zusammenleben ungemein bereichern und die Keimzelle der Gesellschaft abbilden“. Eine vorausschauende Planung der Kinderbetreuung in Dörfern und Stadt, den Neubau der Grund- und Mittelschule, günstiger Wohnraum für Alleinerziehende, Familien und attraktive Wohnformen für Senioren sowie einen Kinder- und Jugendplan, der mit Leben erfüllt wird sowie ein Stadthaus als Ersatz für die Kulturfabrik sind erste Schritte, mit denen Binder diese Keimzellen fördern will. Dabei will er sich nicht auf das Wie festlegen: „Entscheidungen werden immer aus der Perspektive des Betrachters beurteilt. Es gibt keine falschen. Wir lernen immer daraus und voneinander.“

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