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Ausschuss

Zukunft der Kapelle ungewiss

Im Blickpunkt in Parsberg standen Anträge der SPD/Grüne-Fraktion und der CSU-FWL-JB-Fraktion. Letzterer sorgte für Aufregung.
Von Günter Treiber

Ein Anliegen der CSU/FWL/JB-Fraktion ist, die Kapelle im alten Krankenhausgebäude zu erhalten.  Fotos: Günter Treiber
Ein Anliegen der CSU/FWL/JB-Fraktion ist, die Kapelle im alten Krankenhausgebäude zu erhalten. Fotos: Günter Treiber

PARSBERG.Heiß her ging es bei der Aussprache über den Antrag der CSU-FWL-JB-Fraktion, die den historischen Teil des Kreiskrankenhauses samt integrierter Kapelle erhalten will. Dagegen bereitete der Antrag der SDP/Grüne-Fraktion auf Erstellung eines Solarpotenzialkatasters für die Stadt Parsberg dem Gremium keine Probleme.

„Die CSU-FWL-JB-Fraktion beantragt, dass die Stadt Parsberg Maßnahmen ergreift, die den Erhalt des historischen Teils des Krankenhauses Parsberg sichern“, heißt es in dem Antrag. Als Begründung nannte Fraktionsvorsitzender Wolfgang Graf, dass der Altbau des Krankenhauses eines der wenigen noch vorhandenen Gebäude Alt-Parsbergs sei, welche es zu erhalten gelte.

„Die Kapelle im Krankenhaus war ein Kleinod im hektischen Klinikbetrieb“, so Graf, „und hat vielen Patienten in schweren Stunden geholfen“. Sie sei auch heute noch Teil des wöchentlichen Gottesdienstplans, erklärte der Fraktionsvorsitzende weiter. Für viele Gläubige sei sie ein wichtiger geistlicher Ort, der in seiner kunstvollen Ausstattung unbedingt erhalten werden sollte.

Fraktion will eine Garantie

Die Fraktion will den Landkreis als Besitzer des Krankenhausgebäudes auffordern, eine Garantie für den Erhalt des historischen Hauses einschließlich der Kapelle zu geben – eventuell zusammen mit dem Amt für Denkmalpflege.

Da hatten nun die Freien Wähler einiges dagegen. „Ich verstehe nicht, wie man ohne Not so einen Antrag stellen kann“, monierte Michael Forster das Vorgehen der CSU. Im Anschluss sprach Forster die Vorgänge um den Erhalt des Krankenhauses an, an denen es nichts mehr zu rütteln gebe. Er hielt Bürgermeister Josef Bauer vor, dass dieser im Verwaltungsrat des Klinikums Neumarkt durchaus etwas zu sagen gehabt hätte. „Das habe ich auch zur Genüge getan“, antwortete Bauer und fügte an: „Aber ich habe leider kein Stimmrecht in dem Gremium“.

„Uns geht es darum, das Gebäude und die Kapelle zu erhalten, sonst um nichts“, verteidigte Graf das Vorgehen seiner Fraktion. Nach langen Diskussionen einigte man sich auf Anraten von Geschäftsleiter Stefan Schmidmeier darauf, den Antrag erst zur Abstimmung zu bringen, wenn Gespräche mit dem Landkreis als Besitzer und eventuell mit dem Denkmalamt geführt wurden. Darin soll geklärt werden, ob es Möglichkeiten des Erhalts und auch künftigen Gebrauchs – eventuell für den Betrieb einer Tagespflege – gebe. Sechs Ausschussmitglieder stimmten so gegen vier der FW-PWG und der SPD.

„Die Verwaltung wird beauftragt, Angebote für die Erstellung eines Solarpotenzialkatasters einzuholen“, forderte Christian Sinzinger als Sprecher der SPD/Grüne-Fraktion. Er selbst erläuterte gleichzeitig sowohl die Begründung für den Antrag, als auch versuchte er zu erklären, was ein Solarpotenzialkataster ist.

Sinzinger baut auf Solarenergie

Die Stadt Parsberg habe vor einiger Zeit ein Moratorium bezüglich des Baus von Freiflächenphotovoltaikanlangen erlassen, erläuterte Sinzinger. Allerdings sei der Ausbau der Windenergie in Bayern durch die 10h-Regelung faktisch gestoppt worden. „Da bietet doch die Erstellung eines Solarpotenzialkatasters die Chance, den Ausbau der erneuerbaren Energie in Parsberg nicht komplett zum Erliegen kommen zu lassen.“

Die SPD/Grüne-Fraktion des Stadtrats möchte noch mehr private Solaranlagen auf Parsbergs Dächer bringen.  Foto: Günter Treiber
Die SPD/Grüne-Fraktion des Stadtrats möchte noch mehr private Solaranlagen auf Parsbergs Dächer bringen. Foto: Günter Treiber

Unter Solarpotenzial verstehe man den kurzwelligen solaren Strahlungsgenuss einer Fläche unter Berücksichtigung von Exposition, Neigung und Verschattung im Fernbereich und Nahbereich durch eventuell Vegetation und Bebauung, erklärte Sinzinger. Über ein hochaufgelöstes digitales Oberflächenmodell werde es möglich sein, für jedes Dach der Stadt Parsberg das Potenzial einer solaren Strom- und Wärmeproduktion zu errechnen.

Über detaillierte Einstrahlungsanalysen werden die nutzbare Einstrahlung und die Abschattung, verursacht durch Schornsteine, Vegetation, Topographie und Ähnliches ermittelt. Die Analyse-Daten werden dann mit den Gebäudegrundrissen des amtlichen Liegenschaftskatasters (ALKIS) verschnitten, so dass Dachüberstände bewusst nicht berücksichtigt sind.

Konflikte werden vermieden

Christian Sinzinger verwies darauf, dass der Ausbau von regenativen Energien zum primären Eigenverbrauch auf bisher ungenutzten Dachflächen Konflikte vermeide, die sich bei anderen Formen der Energieerzeugung ergeben, wie beispielsweise die Abstände von Windenergieanlagen in Konkurrenz zwischen Landwirtschaft und Freiflächenanlagen.

Da es jedem Bürger die Möglichkeit biete, sich niederschwellig zu informieren, ob sich die Anschaffung einer Photovoltaikanlage rechnet, sagte Bürgermeister Josef Bauer, dass man diesem Antrag zustimmen könne, was das Gremium dann auch einstimmig tat. In weiteren Tagesordnungspunkten wurde den Kommandanten der FW Klapfenberg, Johann Zitzelsberger (seit 35 Jahren) und Alexander Koller für ihr Engagement gedankt. Die Aktiven der FW haben Manuel Adlfinger als neuen Kommandanten gewählt und Lukas Federhofer als seinen Stellvertreter. Das Gremium bestätigte beide Personalia.

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