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Zukunftswerkstatt „Dietfurt 2002“ - eine Idee anpacken

Funde bei Dietfurt können den Tourismus beflügeln.
Von Johann Grad

Eine Gruppe Unterstützer besuchte das Keltendorf Gabreta im Bayerwald.
Eine Gruppe Unterstützer besuchte das Keltendorf Gabreta im Bayerwald.

Mit einem Gleichgesinnten am Gartenzaun stehen, plaudern, sinnieren, Ideen haben, eine davon etwas mit Inhalt füllen, so ungefähr begann das Abenteuer „Alcmona“. Horst Meier und Friedrich Loré waren die Beiden und die Idee ließ sie nicht mehr los. Vorausgegangen war 1996 die Zukunftswerkstatt für „Dietfurt 2002“, initiiert vom damaligen SPD-Stadtrat Horst Meier. „Nicht jammern, sondern selber anpacken!“, lautete die Devise. Bürger, Gastwirte, Gewerbetreibende, einige Stadträte und Fachleute der Tourismusbranche trafen sich zu einem Workshop. Viele Vorschläge mit allen möglichen Themen kamen auf den Tisch, wurden besprochen, verworfen und die übrigen geordnet.

Vier Bereiche bündelten die Mitwirkenden, um sie für die Zukunft weiter zu bearbeiten. Bürgerbus, Jugendparlament, Bayrisch-China und die archäologischen Funde um Dietfurt, das waren die vier Potenziale. Der „Bürgerbus“ kam nicht in der Form, wie man es sich vorstellte, dafür der Rufbus, vom Landkreis initiiert, und jetzt in Dietfurt als Seniorenbus. Auch ein Jugendparlament war für eine Periode aktiv, auf Nachfolge wird gewartet. Bayrisch-China hat sich etabliert und um die Archäologie kümmerten sich die Beiden vom Gartenzaun. Theo Götz und Andreas Haußner schlossen sich diesem Thema an, trieben es weiter und mit Zimmerermeister Friedrich Pöppl nahm die Sache Fahrt auf.

Vorbild aus dem Bayerischen Wald

Eine Exkursion zum Keltendorf Gabreta nach Ringelai im Bayerischen Wald zeigte auf, was auch in Dietfurt möglich sein könnte. Davon überzeugt waren Tourismusfachleute wie Susanne Müller, damals bei Jura2000 Geschäftsführerin, Johann Bauch aus Eichstätt, die mit in Gabreta waren. Auch die Dietfurter Friedrich Loré, Richard Stoll und Hartmut Süß-Mehringer sahen das so. Aber hat eine ähnliche vorgeschichtliche Dorfanlage wirklich genug Potenzial für die Zukunft? Antworten auf die Frage gaben Teilnehmer der Grundig-Akademie Nürnberg, die Marketingstudien erstellten. Finanziert wurden die Arbeiten von der Sparkasse Neumarkt mit Direktor Stöckl. Sehr interessiert an dem Projekt zeigten sich der Naturpark Altmühltal und die Regina GmbH, die „Regionale Innovationsagentur“ des Landkreises Neumarkt. Landrat Albert Löhner sah sehr gute Finanzierungsmöglichkeiten über das „ELER-Programm“, Europäischer Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums. Dermaßen gut gerüstet gründete die Gruppe am 13. Januar 2000 den Förderverein „Alcmona“. Ziel war und ist es, ein vorgeschichtliches Erlebnisdorf nachzubauen und Vorgeschichte zum Leben zu erwecken. Gelingen soll dies mit Anlagen aus der Steinzeit, eines Dorfes der Bronzezeit und Beispielen aus der Zeit der Kelten. 26 Personen unterschrieben die Satzung und traten dem neuen Verein bei, darunter Bürgermeister, Wirte, Handwerker, Behördenvertreter, Geschäftswelt und alle Stadtrats-Fraktionen.

Die Altmühl im Namen

Zum Vorsitzenden wurde Horst Meier gewählt. Die Vorstandschaft machte sich an die Arbeit, überlegte mögliche Standorte und machte sich auf die Suche nach Sponsoren. Man kreierte ein Logo mit einem Haus der Vorzeit, darunter die still dahinfließende Altmühl, lateinisch „Alcmimona“ und keltisch „Alcmona“ und das Motto: „Lebe das Abenteuer Geschichte“.

Architekt Willy Prock lieferte einen Plan und eine Kostenschätzung, andere erstellten einen Businessplan und ein Betriebskonzept. Als die Summe von 2,5 Millionen DM feststand, bekamen manche frühere Unterstützer kalte Füße. Die Gesellschaft von Regina GmbH zogen sich zurück und auch Jura2000. Der Förderverein aber ließ nicht locker und zumindest für einen Standort tat sich ein Lichtblick auf, als mit Martin Schmidt, Museumsleiter in Oehlinghausen, ein externer Besucher zu Gast war und verschiedene Standorte begutachtete. Nach der Rundfahrt gab es eine Abschlussbesprechung und der Experte schlug als besten Standort für das vorgeschichtliche Dorf eine große Fläche bei der Schleuse 14 vor.

Da die Finanzierung eines ganzen vorgeschichtlichen Dorfes sich als schwieriges Unterfangen erwies, beschlossen die Verantwortlichen der Alcmona, als Beispiel ein Gebäude zu errichten, nicht auf dem Acker, sondern auf einem Gelände neben einem Reststück des Ludwig-Kanals. Das dortige Schleusenhaus 14 gehörte der Stadt Dietfurt, sie überließ es dem Verein zur Nutzung. Somit hatte er ein „Haus“, in dem man sich treffen und besprechen konnte, wie man den Bau eines bronzezeitlichen Hauses bewerkstelligen könnte.

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