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Dienstag, 24. April 2018 21° 6

Polizeibilanz

Zuwanderer trüben Kriminalstatistik arg

Trotz des leichten Rückgangs der Straftaten ist der mittelfränkische Polizeipräsident Rast mit 2017 nicht restlos zufrieden.

Polizeipräsident Johann Rast verkündete neben Polizeidirektor Hermann Guth die aktuelle Polizeistatistik für Mittelfranken. Foto: NP

Nürnberg. Bayernweit ist das Verbrechen wieder etwas auf dem Rückzug. Auch in Mittelfranken hat sich die Kriminalstatistik gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. „Die Häufigkeitszahl ist gesunken und die Aufklärungsquote ist gestiegen. Das ist sehr erfreulich“, sagte Johann Rast, Polizeipräsident von Mittelfranken, am Dienstag in Nürnberg. Um sechs Prozent seien die Straftaten in Mittelfranken im vergangenen Jahr insgesamt zurückgegangen.

Diese positive Bilanz wird allerdings durch eine gegenläufige Entwicklung getrübt. „Die Zahlen der nicht-deutschen Tatverdächtigen sind schon besorgniserregend. Das muss man schon sagen“, räumte Rast auf Nachfrage ein. Obwohl diese Personengruppe nur 2,1 Prozent der Bevölkerung ausmache, seien diese für rund zehn Prozent der Straftaten verantwortlich. Der Anteil der Gesamtstraftaten durch Zuwanderer sei von 9,7 im Jahr 2016 auf genau elf Prozent im Jahr 2017 (ohne ausländerrechtliche Delikte ) gestiegen. Das entspricht einem Anstieg der Straftaten durch Zuwanderer um über 18 Prozent. Allein die Zahl der Sexualdelikte dieser Tätergruppe stieg von 18 Fälle im Jahr 2013 auf 107 Fälle im Jahr 2017. Lediglich 13 Prozent aller Straftaten fanden in Asylbewerberunterkünften statt. Über 30 Prozent der Delikte wurden im öffentlichen Raum begangen.

Stetiger Anstieg bei Nicht-Deutschen

Generell sei laut Rast ein hoher Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger an der Gesamtzahl der Straftaten festzustellen, die in Mittelfranken im letzten Jahr begangen wurden. Knapp 37 Prozent betrage der derzeitige Anteil nicht-deutscher Straftäter. Dabei macht diese Gruppe nur knapp 13 Prozent der Bevölkerung aus. Polizeipräsident Johann Rast hat diese Entwicklung am Dienstag auf folgenden Nenner gebracht: Während die Deutschen immer gesetzestreuer werden (Rückgang gegenüber dem Vorjahr von mehr als 16 Prozent), verüben insbesondere die Nicht-Deutschen immer mehr Straftaten. Diese Entwicklung belegte Rast durch eine weitere Zahl. Um über 40 Prozent sei der Anteil ausländischer Tatverdächtiger „kontinuierlich“ seit 2010 angestiegen.

Mittelfranken liegt bei der Kriminalitätsstatistik über dem bayernweiten Durchschnitt. „Wir haben drei Großstädte und einen großen Ballungsraum“, erklärte Rast die nach wie vor hohe Zahl der Straftaten.

Zweitgefährlichste Großstadt

Den fragwürdigen Titel der „gefährlichsten Großstadt in Bayern“ habe Nürnberg dagegen im vergangenen Jahr an Regensburg abgeben können. Warum das größere München immer noch sicherer als das kleinere Nürnberg ist, drückte Rast am Dienstag in Nürnberg wie folgt aus: „Unsere Bevölkerung ist vielleicht doch etwas delinquenter“, formulierte der Polizeipräsident vorsichtig und beschrieb gleichzeitig zurückhaltend die Neigung, rechtliche Grenzen zu überschreiten und straffällig zu werden. „Wenn wir die Zuwanderer nicht hätten, wäre der Komplex im letzten Jahr insgesamt zurückgegangen“, sagte Rast im Hinblick auf die trotz Rückgang weiterhin hohen Fallzahlen.

Mehr Einbrüche geklärt

Rast lobte den neuen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) dafür, dass dieser kürzlich die Einstellung 500 neuer Beamte zur Grenzsicherung und 1000 weiterer Polizisten für die Landespolizei in Aussicht gestellt habe. Rast sagte, dass die Polizei nicht nur Verbrecher jagen könne. Auch den Verkehr müsse die Polizei im Blick behalten sowie die vielfältigen Großveranstaltungen schützen.

Ein dickes Lob gab es für die Ermittlungsarbeit der mittelfränkischen Polizisten. Die massiven Anstrengungen, die Zahl der Wohnungseinbrüche einzudämmen, hätten mit einem Rückgang von knapp neun Prozent erste Früchte getragen. Bei rund 25 Prozent der Einbruchsfälle in Wohnungen konnten die Täter ermittelt werden. Die Aufklärungsquote konnte insgesamt um rund zwei Prozent auf knapp 69 Prozent gesteigert werden. „Die mittelfränkische Polizei hat 2017 somit mehr als zwei von drei Straftaten geklärt“, betonte Rast bei der Vorstellung des Sicherheitsberichtes. Ebenfalls einen Spitzenwert, allerdings einen traurigen, erreichte die Zahl der Gewalttaten gegenüber Polizeibeamten, die um rund fünf Prozent auf über 1000 Vorfälle gestiegen ist.

Wichtigste Rubriken

  • Zahlen:

    90 498 Straftaten listet die Kriminalstatistik 2017 für Mittelfranken auf. Dies entspricht einem Rückgang in Höhe von fünf Prozent oder 4762 Fällen. Die Aufklärungsquote konnte von 65,5 auf 68,7 Prozent gesteigert werden.

  • Jugendliche:

    Einen Anstieg der jugendlichen Tatverdächtigen wurde um knapp drei Prozent im Jahr 2017 in Mittelfranken registriert. Im Bereich der straffälligen Kinder ist sogar ein Anstieg um knapp 20 Prozent auf insgesamt über 1200 Tatverdächtige zu verzeichnen gewesen.

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