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Bauernhof

Zwei besondere Landwirte vom Bauernmarkt

Jakob Ehemann ist Neuling, Markus Frohnhöfer ein alter Hase: Einer von ihnen musste schon sehr früh Verantwortung übernehmen.
Von Katrin Böhm

Ein Spaziergang übers Feld: Der Nachbar von Jakob Ehemann ärgert sich, wenn die Blumen aus Ehemanns Feld rechts zu ihm hinüberwuchern. Foto: Böhm
Ein Spaziergang übers Feld: Der Nachbar von Jakob Ehemann ärgert sich, wenn die Blumen aus Ehemanns Feld rechts zu ihm hinüberwuchern. Foto: Böhm

Neumarkt.Zwischen den Erdbeeren blühen roter Mohn, Kamille und Rittersporn. Vor zwei Wochen waren zwei Busse da, 90 Botaniker wollten sich das Feld von Jakob Ehemann in Oberndorf genauer anschauen. Der Acker-Rittersporn steht auf der Roten Liste – das weiß auch Ehemann, darum zeigt er seinen Mitarbeitern schon im Frühling, wie die jungen Pflanzen aussehen, damit sie sie nicht aus Versehen beim Unkrautharken ausreißen.

Jakob Ehemann ist mit 21 Jahren der jüngste Biobauer im Landkreis – und der jüngste Verkäufer beim Bauernmarkt. Wer mit ihm spricht, mag das kaum glauben, denn der 21-Jährige spricht ohne mit der Wimper zu zucken von Markt-Struktur-Förderung und vom Erzeugerzusammenschluss ökologischer Braurohstoffe, von Artenvielfalt und Blühstreifen.

Zwischen den Erdbeeren blüht der Rittersporn. Foto: Böhm
Zwischen den Erdbeeren blüht der Rittersporn. Foto: Böhm

Das mag daran liegen, dass der 21-Jährige schon früh Verantwortung übernommen hat – Vater Erwin hat ihm schon früh viel zugetraut. Das bedeutete nicht nur, dass er – wie viele andere Bauerskinder – mal Schlepper fuhr und auf dem Hof mithalf, sondern dass er schon mit 14, 15 Jahren das Sagen hatte, wenn der Vater nicht da war. Da gab er die Aufträge an die Mitarbeiter weiter, fuhr mit ihnen aufs Feld, um zu zeigen, was zu tun ist. Und das Beste daran: „Es war nie der Fall, dass ich es nicht richtig machen konnte.“ Freilich hat er auch Fehler gemacht, falsche Entscheidungen getroffen, „das habe ich aber selber schnell gemerkt“.

Per Anhalter von Bauer zu Bauer

Und der Vater ließ ihn machen – denn dem Bio-Pionier Erwin Ehemann war immer klar, dass er mit 65 aufhören würde, komme, was wolle. Er könne gern den Hof übernehmen, sagte er seinem Sohn – machte ihm aber klar, dass er selbst auf keinen Fall länger der Chef am Hof sein werde. Und so übernahm Jakob zum Jahreswechsel 2018 den Betrieb. Eine große Frage war das für ihn nicht. „Mir hat die Arbeit hier immer gefallen. Und mir war von Anfang an klar, dass ich übernehme. Ich bin relativ zielstrebig.“

Freilich, wenn er noch ein paar Jahre mehr Zeit gehabt hätte, wäre das auch nicht schlecht gewesen. „Dann wäre ich vielleicht nicht nur vier Monate in Südamerika geblieben, sondern ein ganzes Jahr.“ Denn nach der Ausbildung wollte Jakob Ehemann erst einmal weit weg. Er flog mit einem Freund nach Patagonien, arbeitete dort auf einem Bioland-Betrieb eines Bauern mit, der vor Jahrzehnten aus Stuttgart ausgewandert war – die internationale Biobauern-Szene ist gut vernetzt, man kennt sich.

„Wenn ich das nicht gleich nach der Ausbildung gemacht hätte, hätte ich es vermutlich nie wieder gemacht.“

Jakob Ehemann

Vier Wochen später zogen die beiden jungen Bauern weiter, mit Zelt, Bus und per Anhalter, von einem Bauernhof zum nächsten. Sie klopften an Türen von Bauernhöfen in ganz Südamerika, fragten, ob sie ein paar Tage mitarbeiten dürften – und überall wurden ihnen die Tore bereitwillig geöffnet, kein einziger ließ die beiden draußen stehen. Obwohl man vielleicht gar nicht so genau verstanden hatte, was die beiden Deutschen jetzt eigentlich genau wollten, denn weder Ehemann noch sein Kollege sprechen Spanisch oder Portugiesisch. Mitarbeiten durften die beiden allerdings nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten – der strenge südamerikanische Zoll stand jeden zweiten Tag auf den Feldern, um mögliche Schwarzarbeiter aufzuspüren. Als offizielle Touristen aber durften die beiden auf jedem Hof vier, fünf Tage bleiben – von Argentinien bis Brasilien.

Jakob Ehemann prüft, wie weit seine Äpfel schon gereift sind. Foto: Böhm
Jakob Ehemann prüft, wie weit seine Äpfel schon gereift sind. Foto: Böhm

Ob die Neumarkter Landwirte auch so offen wären, wenn plötzlich südamerikanische Bauern bei ihnen vor der Tür stehen und um Unterkunft und Mitarbeit bitten? Jakob Ehemann hat da so seine Zweifel, sagt aber auch, dass natürlich nicht jeder Platz und vor allem Arbeit hat – am Bio-Hof ist vieles Handarbeit, auf konventionellen Betrieben nicht mehr.

Dass er Erfahrungen in Südamerika gesammelt hat, darüber ist Jakob Ehemann heilfroh, „denn wenn ich das nicht gleich nach der Ausbildung gemacht hätte, hätte ich es vermutlich nie wieder gemacht“. Die Reise würde er immer wieder machen, mittlerweile aber alleine. Nicht, weil er sich mit seinem Kollegen nicht verstanden hätte, aber weil man zu zweit einfach nicht in dem Maße auf andere angewiesen ist wie wenn man alleine reist – alleine hätte er einen noch tieferen Einblick ins Leben vor Ort bekommen und noch mehr Leute kennengelernt, meint Ehemann.

Überhaupt, das Unterwegssein ist für den 21-Jährigen eine unabdingbare Sache. Eine Ausbildung zu Hause, das wäre für ihn unvorstellbar gewesen. „Man muss raus, man muss Neues kennenlernen.“ Auch das hat er vielleicht vom Vater, „der ist Neuem gegenüber immer aufgeschlossen.“

Wer sind die Landwirte, die Samstag für Samstag am Bauernmarkt stehen? Hier die Kurzporträts aller Bauern:

Nach vier Monaten Südamerika war aber Schluss – Jakob Ehemann musste nach Hause, die Apfelbäume, die er noch während seiner Ausbildung bestellt hatte, einpflanzen. Denn die Äpfel, die sind sein Ding. Ehemann ist anders als der Vater gelernter Obstbauer, er hat in Stuttgart und am Bodensee bei großen Bio-Apfelbauern gearbeitet, im nächsten Sommer will er seinen Meistertitel haben. Der Vater hat zwar schon vor vielen Jahren mal auf einem halben Hektar Apfelbäume gepflanzt, aber wenn man ehrlich ist, „hat er von professionellem Obstbau keine Ahnung“, sagt der Sohn augenzwinkernd. Als klar war, dass er den Hof übernehmen würde, war auch klar, dass er den Apfelanbau ausbauen würde – auch wenn die Bedingungen vor Ort nicht ganz ideal sind. Die Spätfrostgefahr ist höher als am Bodensee oder in der Ecke Freiburg, im Winter wird es kälter. „Aber da kann man sich mit den richtigen Sorten drauf einstellen.“

Heuer gibt es 420 000 Äpfel

Auf fünf Hektar hat Jakob Ehemann Apfelbäume gepflanzt, etwa 10 000 müssten es sein. Die Sorten sind gemischt, neue und alte Sorten („wobei die alten nicht immer unbedingt die besseren sind“), viel Topaz ist dabei, seine Lieblingssorte. Nachdem die Apfelernte im vergangenen Jahr wegen des Frosts im Frühjahr quasi ausfiel, rechnet Jakob Ehemann heuer zum allerersten Mal mit einer richtigen Ernte. 60 Tonnen, meint er, werden ab Spätsommer geerntet. Wenn man davon ausgeht, dass sieben Bio-Äpfel etwa ein Kilo ergeben, sind das 420 000 Äpfel.

Büroarbeit: Nebenbei plant Jakob Ehemann gemeinsam mit der Genossenschaft „Birego“ ein gemeinsames Getreidelager für Bio-Bauern. Foto: Böhm
Büroarbeit: Nebenbei plant Jakob Ehemann gemeinsam mit der Genossenschaft „Birego“ ein gemeinsames Getreidelager für Bio-Bauern. Foto: Böhm

Verkauft werden die in Naturkostläden in Neumarkt, Nürnberg und Altdorf –und natürlich auf dem Bauernmarkt in Neumarkt. Denn auch wenn der Apfelhunger leicht sinkt: Äpfel sind nach wie vor das Lieblingsobst der Deutschen, 79 Prozent der Deutschen gaben das bei einer Befragung im Jahr 2017 an, heißt es beim Statistik-Portal statista. Zwischen 23 und 25 Kilo Äpfel isst jeder Deutsche im Jahr – und der Bio-Anteil steigt. Bio-Importware ist zwar zunehmend ein Problem, Sorge, dass er seine Äpfel nicht losbringt, hat Jakob Ehemann aber nicht. „Die Resonanz auf unsere Waren war bisher immer gut.“ Zum Beispiel die Erdbeeren: Auf einem Hektar baut Ehemann Bio-Erdbeeren an, das ist die Fläche eines großen Fußballfelds. Übrig bleibt davon nichts, im Gegenteil – meist sind die Erdbeeren ratzfatz weg.

Das Zwei-Klassen-Bio

Was Jakob Ehemann hingegen ärgert: das Geschäft mit dem Bio-Siegel. Denn das Interesse der Menschen an Bio-Produkten steigt – und damit das Interesse von Unternehmen, Bio-Produkte zu vermarkten. „Da entwickelt sich ein Zwei-Klassen-Bio“, sagt Ehemann. Auf der einen Seite gibt es in seinen Augen die Landwirte, die Bio als Geschäftsmodell betrachten, ihre Höfe als Teil-Öko-Betriebe bewirtschaften und munter Felder hin- und hertauschen, um Umstellungsgelder zu kassieren. Und auf der anderen „die überzeugten Ökos“, für die Bio eine Lebenseinstellung ist.

Jakob Ehemann zählt sich zu Letzteren. Seine Eltern haben es ihm vorgelebt, schon als kleines Kind hat er mit seinem politisch engagierten Vater gegen die geplante Bodenrecyclinganlage in Mühlhausen protestiert, war bei Gentechnik-Demonstrationen dabei. „Für mich gab es da nie eine Debatte, weil ich Bio für richtig halte.“ Dass Bio auch wirtschaftlich funktioniert, hat er bei seinem Vater gesehen, der vor Jahrzehnten als erster Landwirt im Landkreis seinen Hof auf Bio umgestellt hat.

„Öko-Landwirtschaft ist kein Wundermittel für oder gegen alles, aber wesentlich umweltschonender als konventioneller Anbau ist sie auf jeden Fall.“

Jakob Ehemann

Erwin Ehemann wurde erst belächelt, dann angefeindet, ihm wurde unterstellt, dass er nachts Kunstdünger auf seine Felder fährt. Und dann kam der Neid. Den spürt Jakob Ehemann nicht mehr in dem Maß, er merkt eher, dass vielen noch immer das Verständnis, die Hintergründe fehlen. „Öko-Landwirtschaft ist kein Wundermittel für oder gegen alles, aber wesentlich umweltschonender als konventioneller Anbau ist sie auf jeden Fall.“

Der Neumarkter Bauernmarkt

  • Angebot:

    Obst und Gemüse: Demeterhof Ehemann, Oberndorf; Demeterhof Staudigl, Dürn; Demeterhof Nowack & Böhme, Erasbach. Fleisch und Wurst: Metzgerei Beer, Schnufenhofen; Metzgerei Geier, Bischberg; Metzgerei Rammelmeier, Finsterweiling; Metzgerei Hummel, Sondersfeld. Fisch: Fischzucht Grasse, Schneemühle. Käse, Milchprodukte, Eis: Käsespezialitäten Kratzerbauer, Grametshof bei Beratzhausen; Metzgerei Beer, Schnufenhofen; Bio Eiswerkstatt da’ Oberlipp, Pirkach bei Deining. Eier und Nudeln: Geflügel Heiselbetz, Rocksdorf; Metzgerei Hummel, Sondersfeld; Demeterhof Ehemann, Oberndorf; Demeterhof Staudigl, Dürn; Metzgerei Beer, Schnufenhofen; Bio Eiswerkstatt da’ Oberlipp, Pirkach. Honig und Honigprodukte: Bio-Imkerei Kieweg, Woffenbach. Brot und Backwaren: Holzofenbäckerei Frohnhöfer, Bodenmühle; Demeterhof Ehemann, Oberndorf; Familie Simon, Döllwang. Dekoration und Geschenkartikel: Elfriede Eichenseer, Velburg.

  • Termine und Jubiläum:

    Bauernmarkt ist immer am Samstag von 7.30 bis 12.30 Uhr am Unteren Markt. Es gibt 15 Stände. Viele, aber nicht alle Produkte sind bio. Der 30. Geburtstag des Bauernmarkts wird am 22. September gefeiert. Ab 7.30 Uhr ist Bauernmarkt, von 9 bis etwa 13.30 Uhr Festzeltbetrieb – aufgetischt werden ausschließlich Produkte, die von den Landwirten des Bauernmarkts stammen. Als Festrednerin hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zugesagt, Finanzminister Albert Füracker hat sein Kommen ebenfalls zumindest angekündigt. Für Kinder gibt es Eselreiten und ein Kinderprogramm.

Auf Bio-Getreide legt auch Markus Frohnhöfer wert. Auch wenn er dazu lieber „ungespritzt“ sagt. Bio, sagt er, das verstehen nicht alle Menschen. Sie fragen, ob das Getreide ungespritzt sei – und wenn er antwortet, klar, das sei doch bio, komme immer wieder die Nachfrage, ob es denn aber auch ungespritzt sei. Frohnhöfer und seine Familie verkaufen ihr Brot seit 30 Jahren beim Neumarkter Bauernmarkt.

Der Ofen ist 30 Jahre alt – Markus Frohnhöfer bereitet sich aufs Backen vor und schlichtet Holz in den Ofen. Foto: Böhm
Der Ofen ist 30 Jahre alt – Markus Frohnhöfer bereitet sich aufs Backen vor und schlichtet Holz in den Ofen. Foto: Böhm

Dabei hatte die Familie gar nicht schon immer mit Brot zu tun – Frohnhöfers inzwischen verstorbene Mutter Christa war Hauswirtschafsmeisterin und auf die Idee mit dem Brot kam sie, als sie gemeinsam mit ein paar Mitstreitern den Bauernmarkt ins Leben rief. Fleisch, Wurst, Gemüse, Obst – alles war da, nur kein Brot. „Dann müssen wir das halt machen“, erklärte Frohnhöfers Mutter kurzerhand – „und so sind wir da reingestolpert“, erinnert sich Markus Frohnhöfer. Er war damals 18 und half nach der Schule mit, wo er konnte. Bis 2014 hielt die Familie auch Kühe, aber weil es mit dem Brot gut lief und mehr Flächen für das Getreide gebraucht wurden, musste man sich entscheiden: Bäckerei oder Kühe. Markus Frohnhöfer entschied sich fürs Brot.

Immer freitags wird gebacken

Einmal pro Woche, immer freitags, backt er, das Brot wird am Freitagnachmittag ab Hof und am Samstag am Bauernmarkt verkauft. Dass er da wohl ein recht schönes Leben habe, das hört er ab und zu. Da kann Frohnhöfer aber nur leise lachen. Schön wär’s. Bis vor ein paar Jahren, als die Kinder geboren wurden, hat er nie Urlaub gemacht. 25 Jahre lang gönnte er sich keinen einzigen Urlaubstag. Denn jeder Tag, an dem er nicht arbeitet, bedeutet einen finanziellen Ausfall. Wegen der Kinder sperrt er jetzt im August immer eine gute Woche zu und lässt ein Wochenende sausen, mehr ist nicht drin. „Zehn Tage, länger geht’s nicht.“

Es ist Freitag: Der Holzofen ist angeschürt. Foto: Nina Bartsch
Es ist Freitag: Der Holzofen ist angeschürt. Foto: Nina Bartsch

Denn zum Brotbacken gehört ja nicht nur, dass er am Freitag von 5 bis 20 Uhr in der Backstube steht, sondern dazu gehört auch, dass er seine Felder bestellt, Getreide erntet, Büroarbeiten erledigt. Montag, Dienstag und Mittwoch gehören dem Ackerbau, am Donnerstag beginnen die Vorbereitungen fürs große Backen. Die Mehlmischungen, Dinkel, Roggen, Weizen, alles aus eigenem Bio-Anbau, werden in Wannen angerichtet, damit am nächsten Tag nur noch Salz, Wasser und Sauerteig dazu gegeben werden müssen. „Wir haben nirgendwo Chemie drin, weder am Feld noch in der Backstube“, sagt Frohnhöfer. Sicher gebe es verschiedene Backhilfsmittel, „aber ich kenn die gar nicht und ich will sie auch gar nicht kennen“.

Eine Ausnahme gibt es aber doch: Die 15 Kuchen, die seine Frau Stefanie jeden Freitag für den Verkauf backt, sind nicht komplett bio – nur das Getreide ist bio, der Belag wie etwa die Äpfel sind es nicht. „Da sind die Zutaten so teuer, dass der Kuchen zu teuer werden würde. Wir schauen, dass wir gute Qualität haben, aber nicht, dass es bio ist.“

Der Ofen macht, was er will

Den Steinofen, den seine Mutter damals bauen ließ, zu betreiben, ist durchaus eine knifflige Sache. Die Temperaturen schwanken („der Ofen macht, was er will“), darum wird auch das Brot jede Woche anders. Mal ist es höher, mal tiefer, mal heller, mal dunkler. Viermal feuert Markus Frohnhöfer den Ofen samstags mit unbehandeltem Holz, das er bei umliegenden Sägewerken holt, an. Beim ersten Mal dauert es zwei Stunden, bis er heiß ist. Und jedes Mal ist er am Anfang viel zu heiß – aber das muss so sein, damit die Hitze in den Steinen an der Decke des Ofens lange genug hält. Damit das Brot nicht verbrennt, muss Markus Frohnhöfer jedes Mal, wenn er Asche und Holz aus dem Ofen geräumt hat, die Bodentemperatur messen – und gegebenenfalls mit Wasser kühlen. Um die 300 Grad sind ideal, anfangs sind es aber meistens eher zwischen 350 und 380.

Dass ihm Brot verbrennt, kommt nicht oft vor, dass er sich selbst brennt, schon eher, Narben zeugen davon. „Man muss stark aufpassen, weil einfach alles so wahnsinnig heiß ist.“ Heiß ist es auch in der Backstube von früh bis spät – auch wenn Markus Frohnhöfer vor kurzem eine Klimaanlage einbauen hat lassen. „Die bringt zwar auch keine 20 Grad her, wenn der Ofen läuft – aber man kann es schon aushalten. An die Wärme gewöhnt man sich.“

Und so sieht es aus, wenn die Brote fertig gebacken sind. Foto: Nina Bartsch
Und so sieht es aus, wenn die Brote fertig gebacken sind. Foto: Nina Bartsch

Jeden Freitag backt Frohnhöfer um die 250 Brote, sechs Sorten sind es, am beliebtesten ist das Körndlbrot. Zwei Drittel der Ware verkauft er beim Bauernmarkt, ein Drittel bei sich zu Hause. Auf den Hof kommen vor allem Leute aus der Nürnberger und Regensburger Gegend, die Lust haben, mal einen Blick in die Backstube zu werfen, die den Geruch frisch gebackenen Brots lieben. Und die außer Brot gleich noch zwei, drei andere Sachen brauchen. Denn zum Bauernmarkt kann Markus Frohnhöfer nicht das gesamte Hofladen-Sortiment mitnehmen, damit man sich nicht ins Gehege kommt. Außerdem sind die Wurst, die Eier, der Käse und die Säfte in seinem Laden zwar von Landwirten aus der Region, aber eben nicht aus seiner eigenen Herstellung – was wiederum die Vorgabe für den Verkauf beim Bauernmarkt ist.

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