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Natur

800 Fußballfelder für die Artenvielfalt

Landwirte im Landkreis Neumarkt haben auf über 670 Hektar Blühstreifen angelegt. Das entspricht rund 800 Fußballfeldern.

Freuen sich über das Engagement der Landwirte für Natur- und Artenschutz durch Blühflächen und Blühstreifen (v.l.): AELF-Behördenleiter Harald Gebhardt, Imker Markus Bösl, Landwirt Michael Stiegler und BBV-Kreisobmann Michael Gruber an der einjährigen Fläche, die derzeit von Sonnenblumen dominiert wird. Im Hintergrund die mehrjährige Blühfläche Foto: Lorenz Märtl
Freuen sich über das Engagement der Landwirte für Natur- und Artenschutz durch Blühflächen und Blühstreifen (v.l.): AELF-Behördenleiter Harald Gebhardt, Imker Markus Bösl, Landwirt Michael Stiegler und BBV-Kreisobmann Michael Gruber an der einjährigen Fläche, die derzeit von Sonnenblumen dominiert wird. Im Hintergrund die mehrjährige Blühfläche Foto: Lorenz Märtl

Lengenfeld.Bayerns Landwirte setzen sich für die Artenvielfalt in Feld und Flur ein. Dass der Landkreis Neumarkt vorne dabei ist, wurde bei einem Ortstermin nahe Lengenfeld im Tal der Schwarzen Laber auf einer Blühfläche des Harenzhofener Landwirts Michael Stiegler verdeutlicht.

Harald Gebhardt, Leiter des AELF Neumarkt, bezifferte dabei die Fläche der angelegten Blühstreifen und Blühflächen auf insgesamt 670 Hektar oder rund 800 Fußballfelder. Allein im Vergleich zum vergangenen Jahr habe man eine erneute Steigerung um zehn Prozent verzeichnen können, heißt es in der Pressemitteilung. Für BBV-Kreisobmann Michael Gruber ist diese Steigerung der Beweis, dass der Aufruf, 2019 möglichst viele Blühstreifen und Blühflächen anzulegen auf fruchtbaren Boden gefallen und zusätzlicher Lebensraum für Bienen, Insekten und Wildtiere entstanden ist. Während andere nur reden und unterschreiben würden, leiste die Landwirtschaft einen sichtbaren Beitrag. Den könnte jeder leisten und sei die Fläche noch so klein, ergänzte Harald Gebhardt.

Viele bienenfreundliche Gärten

Gruber wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr allein über die Bayerischen Agrarumweltprogramme Blühstreifen auf 15 450 Hektar angelegt wurden. Umgerechnet auf einen vier Meter breiten Blühstreifen hätten die bayerischen Bauern damit ein blühendes Band auf einer Länge von insgesamt 38 625 Kilometern geschaffen.

Bayern blüht auf

Für den BBV-Kreisobmann ist dieser Erfolg das Ergebnis des jahrelangen Engagements im Rahmen der gemeinsamen Aktion „Blühende Rahmen“ von Bauernverband, Landesverband der Imker sowie der beiden Saatguthändler Baywa und BSV-Saaten, in deren Rahmen seit 2011 freiwillig entsprechende Flächen angelegt werden. Darauf aufbauend hätten die Kooperationspartner Mitte vergangenen Jahres die Aktion „Bayern blüht auf“ gestartet. Auf einer entsprechenden interaktiven Karte im Internet seien bereits mehr als 1000 Blühflächen und bienenfreundliche Gärten eingetragen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Imker schätzen Einsatz der Landwirte

Das Engagement der Landwirte wissen auch die Imker zu schätzen, für die stellvertretend Markus Bösl aus Lauterhofen gekommen war. Symbolischer Dank war ein Glas Raps-Honig, das er an Michael Stiegler überreichte. Der machte deutlich, dass man Blühflächen gerade dort anlegen sollte, wo sie Sinn machen, zum Beispiel an Waldrändern oder, wie im Fall der Vorzeigefläche, in einem Wasserschutzgebiet. Auf genannter Fläche sehe man zugleich den Unterschied zwischen einer einjährigen Blühfläche und einer solchen, die sich fünf Jahre selbst überlassen ist und besonders wertvollen Lebensraum für die verschiedensten Arten bietet.

Gutes Miteinander gelobt

Imker Markus Bösl regte an, auf die Vernetzung der verschiedenen Flächen zu achten, wobei er als eine Möglichkeit das Beispiel eines Landwirts nannte, der in seinen Fahrgassen Blühmischungen ausgesät hat. Bösl lobte das gute Miteinander mit den Landwirten.

Auch die extensive Grünlandbewirtschaftung sei ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt, sagte abschließend Harald Gebhardt, der diese Flächen im Landkreis auf 6500 Hektar bezifferte. Für ihn und für den Kreisobmann sei die Zahl ein weiterer Beweis, dass durch das Engagement eines jeden Betriebes viel für Natur- und Artenvielfalt getan werde.

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