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Erster Weltkrieg

Aberglaube begleitet die Soldaten

Angehörige geben den Soldaten Schutzbriefe mit. Das Neumarkter Tagblatt berichtet darüber und über die Kritik der Obrigkeit an diesem Aberglauben.

Vor den Gefahren an der Front sollten die Soldaten Schutzbriefe schützen. Dieser Aberglaube war der Obrigkeit ein Dorn im Auge. Foto: dpa

Neumarkt.Bei allem öffentlichen siegessicheren Kriegsgeschrei, eine gewisse Verunsicherung der Menschen scheint auch schon in den ersten Tagen des Weltkrieges in der Berichterstattung des Tagblatts durch.

In der Ausgabe vom 11. August 1914 ist von sogenannten Schutzbriefen zu lesen, die sich unter den Soldaten verbreiten. Angehörige besorgen diese, im Hoffen, dass diese ihre Lieben auf übersinnliche Art und Weise vor Gewehrkugeln und Granaten beschützen. Die Behörden warnen die Menschen vor diesem Irrglauben und kritisieren die Schutzbriefe scharf als Erzeugnisse des Aberglaubens.

Gern gesehen sind hingegen die Bittprozessionen. Eine Anzeige in der Heimatzeitung kündigt eine solche auf den Mariahilfberg oberhalb von Neumarkt für den 16. August an.

Um irdische Dinge kümmert sich derweil der Neumarkter Metzgermeister J. G. Amstinger. Er hat an diesem 11. August eine Anzeige im Tagblatt geschalten mit dem Hinweis, dass er auch während des Krieges weiter täglich frische Fleisch- und Wurstwaren liefert.

Daran knüpft eine andere Meldung an, die zeigt, dass die Essensversorgung offenbar ein großes Thema war. So unterrichtet das Tagblatt seine Leser, wie diese Mehl richtig lagern sollen. Notwendig wurde dieser Bericht, „da sehr viel gekauft und eingelagert wurde“.

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