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Gesundheit

Wenn Pollen die Nase zum Laufen bringen

Dr. Gerd Ebert, Hals/Nasen/Ohren-Arzt aus Neumarkt, gibt Tipps zu Allergien, die aufgrund von Pollen entstehen.

Dr. Gerd Ebert Foto: Richthammer
Dr. Gerd Ebert Foto: Richthammer

Neumarkt.Wie immer im Mai, wenn die Gräser- und Getreideblüte, vor allem auch die Birkenblüte einsetzt, nehmen die Beschwerden der Bevölkerung durch eingeatmete Pollen im Sinne einer Allergie zu. Die Symptome der Betroffenen äußern sich durch juckende und tränende Augen, verstopfte Nase und leichter wässriger Fließschnupfen, Gaumenjucken und manchmal auch in Atembeschwerden auf der Lunge.

Die Ursache für diese Reaktion in der Nase bzw. auch im Rachen oder der Lunge ist eine fälschliche Einleitung eines Abwehrvorganges im Körper, verursacht durch die Mast-Zellen, die normalerweise Bakterien und Viren zerstören sollen. Sie leiten jetzt aber eine entzündliche Reaktion ähnlich einer Infektion ein. Sie führt wie bei einem normalen Schnupfen zu der stark verstopften Nase und dem Fließschnupfen durch eine Reizung der Schleimhaut.

Als Therapie bei leichten Formen der allergischen Rhinitis ist sicherlich der Gang in die Apotheke ausreichend, um ein Antihistaminikum bzw. ein Antiallergikum aus der Wirkstoffgruppe Cetirizin oder Loraditin zu erwerben. Nasensprays ohne Kortison versprechen keine wesentliche Wirkung und werden heutzutage nicht mehr empfohlen.

Intensivierung mit Cortison

Falls diese Therapie nicht ausreichen sollte, ist den Betroffenen anzuraten, sich mit einem Hausarzt, Lungenfacharzt, HNO-Arzt oder einem Allergologen in Verbindung zu setzen.

Es kann dann eine Intensivierung der Therapie erfolgen durch ein cortisonhaltiges Nasenspray. In noch schlimmeren Fällen ist die Verordnung von Kortison in Tablettenform bzw. die intravenöse Gabe von Kortison notwendig.

Die der Behandlung der Allergie zur Verfügung stehenden Ärzte des Ärztenetzes Neumarkt verfügen über erhebliche diagnostische Mittel. Dies geschieht zum einen über den Prick-Test. Die allergene Substanz wird auf die Haut gegeben und löst dort allergische Reizungen in Form von Pusteln aus. Im Weiteren ist es auch möglich, durch den RAST-Test im Blut die Allergie nachzuweisen.

Behandlung mit Hyposensibilisierung

Falls Zweifel auftreten, ob eine Allergie vorliegt, kann auch über die nasale Provokation, d.h. das Allergen wird direkt in die Nase gegeben, um zu sehen, ob es zu einer allergischen Reaktion kommt, die Diagnostik vertiefen und erleichtern.

Die Therapie der allergischen Rhinitis ist oben schon angesprochen worden. Kortisonhaltige Nasensprays sind rezeptpflichtig, Kortisontabletten, wie auch die i.v.-Gabe von Kortison ebenfalls und sollte nur von ärztlicher Seite durchgeführt werden.

Falls die Schwere der allergischen Rhinitis zunimmt, so dass Kortison in Tablettenform oder intravenös gegeben werden sollte bzw. ein Etagenwechsel der Allergie auftritt, d.h. es zu allergischen Lungenproblemen (=Asthma) kommt, ist in jedem Fall eine Hyposensibilisierungsbehandlung dem Patienten zu empfehlen. Dies geschieht über Tabletten, Tropfen oder Spritzen, um beim Körper einen Lerneffekt im Sinne einer Unempfindlichmachung gegenüber dem Allergen durchzuführen. Zusätzlich ist zu bemerken, je nachdem auf welche Pollen man allergisch ist, können Kreuzallergien auftreten. Dies sind dann Nahrungsmittelallergien. Bei Gräsern und Getreide tritt gerne eine Allergie auf Nüsse, bei Birkenpollen gerne eine Allergie auf Äpfel und Birnen auf.

Das „Ärzteforum“ gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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