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Ferien

Damit Kinder nicht zum Opfer werden

Die Gewaltpräventionstrainer Josef Möges und Norbert Beyerlein zeigten Tipps und Tricks.
Von Doris Distler

Das Mädchen zeigte, wie man richtig reagiert. Foto: Distler
Das Mädchen zeigte, wie man richtig reagiert. Foto: Distler

PILSACH. Selbstbehauptung, Selbstsicherheit und Selbstverteidigung waren die drei Faktoren, um die es bei einem zweitägigen Kurs für Kinder von acht bis zwölf Jahren zwei Tage lang ging. Im Rahmen des Ferienprogramms Pilsach brachten die Gewaltpräventionstrainer Josef Möges und Norbert Beyerlein zwölf Jungen und Mädchen in Theorie und Praxis die wichtigsten Tipps, Kniffe und Handgriffe bei, mit denen sie Angriffe umgehen können, um sich aus einer möglichen Gefahrensituation zu bringen. Rein äußerlich könnten Kinder schon einiges tun, um gar nicht erst Opfer zu werden, erläuterten die beiden Trainer. Eine feste, laute Stimme gehöre dazu, eine aufrechte Körperhaltung, die wiederum wichtig für guten Stand sei, wenn man Abwehrmaßnahmen ergreift, eine aufrechte Kopfhaltung, denn ein nach unten gesenkter Blick signalisiere sofort ein potenzielles Opfer. Auch in Täterbeschreibung übten sich die Kinder. Sie lernten, wie man nach einem Schubs von vorne richtig fällt, ohne sich zu verletzen und sofort wieder auf den Beinen zu sein. Nach der Wiederholung des Gelernten am zweiten Kurstag übten sie noch das Fallen, wenn man von vorne nach hinten gestoßen wird (Kinn zur Brust, Körperdrehung im Fallen und Hände weg, dann könne man sich hier schon nicht mehr wehtun, außerdem brauche man die Hände danach gleich zur aktiven Abwehr). Das Abwehren eines Angriffs von vorne beherrschen die Kinder jetzt, indem sie einen Schritt auf den Täter zu gehen und laut „Stopp!“ brüllen, dabei die Handflächen vor die Augen des Angreifers halten. Das irritiere zumindest.

Josef Möges zeigte den jungen Teilnehmern, wie man sich aus einem Klammergriff begreifen kann und trieb dabei an: „Das muss schneller gehen!“. Wenn es doch einmal nötig sein sollte, dass die Kinder angreifen mussten, um frei zu kommen, sollten sie sich auf ihre Körperwaffen besinnen: Beißen, Kratzen, Spucken, mit Ellbogen oder Knie zustoßen. „Mit der Faust nur, wenn man das jahrelang trainiert hat,“ riet er den Kindern. Norbert Beyerlein zeigte währenddessen Kniffe, wie sie sich besser durchsetzen konnten. Matthias aus Pilsach erzählt: „Hier lerne ich, wie man richtig abrollt. Ich habe mir dabei bisher immer weh getan, weil ich daheim mit meinem Bruder kickboxe.“

Der elfjährige Stefan aus Niederhofen gibt zu: „Anstrengend ist es schon, aber es macht Riesenspaß.“ Seine Schwester Anna-Marie hat am ersten Tag zugesehen und beschlossen, am zweiten Tag selbst mitzumachen. Sie finde es toll, sagt sie.

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