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Haushalt

Die Diözese Eichstätt ist klamm

Das Bistum geht im laufenden Jahr von mit einem Minus aus. Prognosen zufolge fehlen heuer 4,7 Millionen Euro.

Einbrechende Einnahmen aus der Kirchensteuer stellen das Bistum vor finanzielle Probleme. Foto: Tobias Hase/dpa
Einbrechende Einnahmen aus der Kirchensteuer stellen das Bistum vor finanzielle Probleme. Foto: Tobias Hase/dpa

Beilngries.Mit einer angespannten Haushaltslage rechnet die Diözese Eichstätt für das Jahr 2020. Laut einer Pressemitteilung plant das Bistum unter dem Strich mit einem Minus von 4,7 Millionen Euro. Hauptsächlich resultiere dieser Fehlbetrag aus den sinkenden Kirchensteuereinnahmen, teilt das Bistum mit.

Die Diözese erwartet nach eigenen Angaben nur noch 120,5 Millionen Euro an Kirchensteuern und damit sieben Millionen weniger als im Vorjahr. Das sei unter anderem auf die demografische Bevölkerungsentwicklung zurückzuführen. „Wir haben deshalb zahlreiche Einsparmöglichkeiten in der Haushaltsplanung berücksichtigt, müssen uns aber auch weiterhin inhaltlich fokussieren, um das Defizit zu verringern“, erklärt der Leitende Finanzdirektor der Diözese, Florian Bohn.

Der Haushalt

  • Grundsätze:

    Der Wirtschaftsplan der Diözese Eichstätt wird nach Grundsätzen des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt, so dass Verwaltungs- und Vermögenshaushalt zusammen erfasst werden. Den Jahresabschluss für das Jahr 2019 nach HGB präsentiert das Bistum Eichstätt Mitte 2020.

  • Informationen:

    Details zum Wirtschaftsplan 2020 unter www.bistum-eichstaett.de/haushalt.

Insgesamt umfasst der Wirtschaftsplan 2020 ein Volumen von 186,3 Millionen Euro. Ein großer Teil dieser Aufwendungen kommt den Pfarreien und der Pastoral im Bistum Eichstätt zu Gute. Rund die Hälfte der Personalkosten von 91,3 Millionen Euro – und damit den umfangreichsten Posten der Aufwendungen – investiert die Diözese nach eigenen Angaben in die pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Finanziert werde dadurch das seelsorgliche Personal in den Pfarreien, aber auch Priester und Laien in der kategorialen Seelsorge. Dazu zählten beispielsweise die Klinik-, Notfallseelsorge oder die Seelsorge für Polizei und Rettungskräfte, genauso wie die Pastoral für Kinder, Jugendliche, Familien oder für Menschen mit Behinderung. Jeweils rund ein Viertel der Aufwendungen für das Personal sei für Lehrer und Angestellte an den kirchlichen Schulen und das Verwaltungspersonal im Bischöflichen Ordinariat vorgesehen.

Bauarbeiten

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Zuschüsse für die Pfarreien

Die Zuschüsse, die die Diözese Eichstätt vergebe, machten mit 57,1 Millionen Euro den zweitgrößten Anteil ihrer Ausgaben aus. Auch hier stünden die Pfarreien im Vordergrund: Für das 2019 neu eingeführte Modell der Pfarreienfinanzierung reserviere das Bistum rund 7,6 Millionen Euro. Für Bauzuschüsse für die Kirchenstiftungen seien rund 11,4 Millionen Euro im Diözesanhaushalt vorgesehen. Diese Gelder würden nach den Bauregeln der Diözese vergeben. Außerdem stelle das Bistum einen sogenannten „Innovationstopf“ mit 200 000 Euro bereit, aus dem Pfarreien Mittel für neue Projekte in der Pastoral beantragen könnten.

Zur Unterstützung der Pfarreien seien auch im Bereich des Verwaltungspersonals acht Verwaltungskoordinatoren im Haushalt berücksichtigt, die den Kirchenverwaltungen ab dem Frühjahr 2020 bei ihrer Arbeit unter die Arme greifen würden.

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Weiterhin unterstütze die Diözese die Kirchenstiftungen mit rund vier Millionen Euro durch Dienstleistungen wie zum Beispiel Buchhaltung, Beratung oder Versicherungsleistungen.

An die Emeritenanstalt der Diözese Eichstätt gehe ein Zuschuss von 16,1 Millionen Euro. Dieser sei notwendig, weil die Emeritenanstalt aufgrund des stetig niedrigen Zinsniveaus und der stetig ansteigenden Mitgliederzahlen ihre Rückstellungen aufstocken müsse. Die Emeritenanstalt ist für die Ruhestandsversorgung von Geistlichen verantwortlich.

Einnahmen aus Dienstleistungen

Auf der Seite der Einnahmen könne das Bistum Eichstätt neben der Kirchensteuer Erträge durch verschiedene diözesane Einrichtungen und Dienstleistungen verbuchen. Diese erwirtschafteten beispielsweise das Rechenzentrum sowie die Tagungshäuser oder sie resultierten aus Telekommunikationsdienstleistungen. Insgesamt betragen diese Einnahmen dem Bistum zufolge rund 18,5 Millionen Euro. Weiterhin erhalte die Diözese Eichstätt Zuschüsse von Dritten in Höhe von knapp 31 Millionen Euro. Davon kommen rund 20,5 Millionen Euro unter anderem von staatlicher Seite für kirchliche Schulen.

Für Investitionen sieht das Bistum Eichstätt 16,2 Millionen Euro vor. Davon entfallen insgesamt rund 12,1 Millionen Euro auf Investitionen im Bereich Bau.

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