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Die Kasamandl baten zur Beichte

Vor dem Töginger Vereinslokal war ein besonderer Beichtstuhl aufgebaut. Aber auch in der Gaststätte ging es recht lustig zu.
Von Konrad Leidl

  • Vor dem Gasthaus war ein nicht alltäglicher Beichtstuhl aufgebaut, in dem die reuigen Sünder von ihren „Vergehen“ berichten konnten.
  • Wie es sich gehört, waren die Kasarale in schwarz gekleidet.

Töging.Zu den Höhepunkten im Töginger Fasching zählt alle Jahre wieder die Sitzung der Kasamandl im Vereinslokal Café Arzberg-Stüberl. Der seit dem vergangenen Jahr etablierte Kasaral Wolfgang Ibel freute sich, dass er ein gut besetztes Haus begrüßen konnte. Etwas Befremden kam jedoch auf, weil von den fünf Töginger Stadträten keiner gekommen war – nur Ex- Bürgermeister Franz Stephan ließ sich blicken. Das Fehlen der Politiker tat aber der guten Stimmung keinen Abbruch.

Vor dem Gasthaus war ein nicht alltäglicher Beichtstuhl aufgebaut, in dem die reuigen Sünder von ihren „Vergehen“ berichten konnten.
Vor dem Gasthaus war ein nicht alltäglicher Beichtstuhl aufgebaut, in dem die reuigen Sünder von ihren „Vergehen“ berichten konnten.

Nach dem feierlichen Einzug des Präsidenten Wolfgang Weigl mit Standarte lief ein Mammutprogramm ab, das sich wirklich sehen lassen konnte. Alle Besucher waren standesgemäß gekleidet in schwarzer „Wichs“ mit Hut oder Zylinder. Zur Unterhaltung und zum Mitsingen spielte Thomas Eberl mit Markus Reichert und Daniel Eberl auf.

Kasaral Wolfgang Ibel und Kasaral Horst Semmler durchleuchteten den Terminkalender von Töging und Dietfurt einmal in Papierform und zum andern digital mit vielen Anekdoten und manchem humorvollen Seitenhieben. Was besonders bei Dietfurt auffiel, war die Tatsache, dass rund alle 14 Tage ein Schlachtparty mit Ripperl- und Surfleischessen in Oberbürg verzeichnet ist.

Humorvolles zu Mann und Frau

Präsident Wolfgang Weigl gab einen Rückblick über markante Ereignisse des vergangenen Jahres. Dazu zählt zweifelsfrei die Fertigstellung des Heimatbuches, das nach vielen Jahren der Vorbereitung endlich herausgekommen ist. Doch auch hier wurden einige Pannen aufgetischt. Unter anderem die Rückholung wegen des defekten Einbandes. Mit großem Stolz kann vermeldet werden, dass die beiden Autorinnen Ingrid Frühauf und Maria Bauer mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten in Nürnberg ausgezeichnet werden.

Willi Krug interpretierte humorvoll das Zusammenleben zwischen Mann und Frau. Hotelier Reinhard Höll hatte plötzlich große Schwierigkeiten mit seinen neuen „Rentnerleben“ und auch mit dem engen Zusammenleben mit seiner Frau Ursula.

Den berühmten Vogel schossen allerdings die beiden Leidls ab mit Vater Konrad und Sohn Tobias, der als Hofhund „Samy“ verkleidet in das Lokal geführt wurde und wahre Beifallsstürme erntete. Der Sohn (Samy) wiederum berichtete von den täglichen Spaziergängen mit dem Vater von zahlreichen Begebenheiten und Anekdoten.

Nach der Pause wurden die Teilnehmer vor das Gasthaus gebeten, wo vom Stammtisch „Die Kapitalen“ und Rocky Mountains ein Beichtstuhl aufgebaut war und viele reuige Sünder ihre Vergehen in der Beichte bei Pfarrer (Andreas Pfaller) ablegen mussten. Im Beichtstuhl wurden zur Auflockerung einige Schnäpschen gereicht, die das ganze angenehmer machten.

Jörg Barthold hielt die Büttenrede

Wieder im Gasthof trat dann Jörg Barthold in die Bütt und machte sich Gedanken über den Sinn des Lebens. Bei einer Lebenserwartung von 70 Jahren sei man 23 Jahre im Bett, stellte er fest. Wie viel Zeit verbringt man beim Telefonieren, Zeitungslesen, Fernsehen, Urlaub usw., fragte er sich weiter und kam letztlich zum Schluss: Es bleibe kaum mehr ein Zeit zum Leben.

Kasaral Wolfgang Ibel beendete kurz nach Mitternacht den offiziellen Teil mit dem oft gehörten Schlachtruf der Dechinger: „Kasa Wau!“ Damit war der Abend für viele der Besucher aber noch lange nicht beendet.

Alles rund um die närrische Jahreszeit im Landkreis Neumarkt hat die MZ für Sie hier zusammengefasst.

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