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Bayernliga.

Ein Duell der Gegensätze

Während der SV Seligenporten unbekümmert aufspielen kann, geht es für die DJK Gebenbach um nichts weniger als den Aufstieg.
von Udo Weller

Dass die Abwehr des SV Seligenporten derzeit stabil steht, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Außenverteidiger Kai Neuerer (re.). Foto: Weller
Dass die Abwehr des SV Seligenporten derzeit stabil steht, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Außenverteidiger Kai Neuerer (re.). Foto: Weller

Seligenporten.Wer beim 1:0-Sieg des SV Seligenporten beim FC Würzburger Kickers II zugegen war, der bekam in keinster Phase den Eindruck vermittelt, dass hier ein Trainer nur noch Dienst nach Vorschrift verrichtet.

Vielmehr dirigierte, korrigierte und lobte der am Saisonende zum Abschied verurteilte Hendrik Baumgart sein Team mit ungebrochenem Engagement sowie einem aus großer Überzeugung an der Sinnhaftigkeit seiner bald zu Ende gehenden Aufgabe gespeistem Engagement. Auch die Empfänger seiner Botschaften verrichteten ihr Tun auf dem Rasen mit sichtlichem Spaß und Eifer. „Es gibt keinen Grund, jetzt plötzlich alles einfach nur noch treiben zu lassen. Wir sind alle motiviert und wollen in den letzten beiden Spielen noch was reißen“, so Baumgart. Dies gilt erst recht für das an diesem Samstag (14 Uhr) anstehende Match bei der DJK Gebenbach. Ein Duell, mit zwei Mannschaften, deren Ausgangssituationen sich krass unterscheiden.

Während die Klosterer ihren derzeitigen fünften Platz bestenfalls festigen und schlimmstenfalls noch einen Rang tiefer rutschen können, geht es für Gebenbach um nichts weniger als den Aufstieg in die Regionalliga.

Unbekümmertheit als Vorteil

Der Klub aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach ist neben dem TSV Aubstadt in dieser Saison das Maß aller Dinge. So wechselte die Tabellenführung seit dem 12. Spieltag nur noch zwischen diesen beiden Rivalen, wobei Gebenbach mit 12 Polepositionen zwar leicht vorne liegt, sich aktuell aber mit Platz zwei zufriedengeben muss und somit die ersehnte Beförderung in Bayerns Fußballoberhaus nicht mehr in den eigenen Händen hat. Der Grund hierfür sind vier Remis in den letzten fünf Auftritten, welche der an und für sich sehr imposanten Serie von 15 Spielen ohne Niederlage einige, vielleicht nun sogar fatale Kratzer verabreichten.

Was Baumgart betrifft, hätte er überhaupt nichts dagegen, noch den einen oder anderen hinzuzufügen: „Wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen. Für uns geht es zwar um nicht mehr viel. Vielleicht aber gereicht uns genau diese Unbekümmerheit zum Vorteil.“ Das seine kickende Belegschaft dem aktuellen Rivalen gewachsen ist, hat sie schon beim 2:1-Sieg in der Vorrunde eindrucksvoll bewiesen.

Dessen ungeachtet, erinnert sich der Coach noch sehr gut an die eminente Offensivwucht der DJK und stuft diese deshalb als das beste Team der Liga ein: „Aubstadt ist zwar vorne auch sehr stark, verfügt aber nicht über die spielerische Klasse von Gebenbach.“

Geographisch mit 1400 Einwohner (Seligenporten) und gut 900 Seelen (Gebenbach) eher unbedeutend, zählen beide Teams in der Rückrundentabelle zu den ganz Großen. Dort ist Gebenbach mit 33 ganz vorne angesiedelt. Die Klosterer (32) sind Dritter. Dass sich dazwischen mit ebenfalls 32 Punkten der TSV aus dem noch kleineren Aubstadt (700 Einwohnern) befindet, unterstreicht die Vorherrschaft der Dorfklubs in dieser Liga.

SVS-Abwehr eine Festung

Bange machen braucht der SVS also nicht. Dies umso mehr, als die öfters nicht reibungslos funktionierende Abwehr jüngst zur echten Festung mutierte und in den zurückliegenden vier Begegnungen nur einmal überwunden werden konnte. „Seit Kai Neuerer nach seiner Rot-Sperre wieder als rechter Außenverteidiger dabei ist, sind wir viel stabiler. Auch Kamron Crow hat sich auf links gesteigert. Das Wesentliche ist aber, dass sich die Mannschaft insgesamt weiterentwickelt hat“, zählt Baumgart die Gründe auf.

Wahrscheinlich wieder dabei ist der in Würzburg wegen Achillessehnenproblemen geschonte Armin Bindner. Spielmacher Mergim Bajrami befindet sich nach seinem Muskelfaserriss wieder im Training, ob es zu einem Einsatz reicht, bleibt abzuwarten. Verzichten muss Baumgart auf den noch für diese Partie rot-gesperrten Sebastian Glasner.

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