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MZ-Themenwoche

Mit dem GPS auf der Jagd

Reporterin Nicole Selendt stürzte sich rund um Neumarkt ins Abenteuer und ergründete die Faszination des Geocachings.
Von Nicole Selendt

Neumarkt.Es wurmt uns. Schon eine halbe Stunde sind wir jetzt laut GPS-Gerät schon am richtigen Fleck. Aber noch immer ist der Schatz nicht geborgen. Oder besser gesagt: ...der Geocache nicht geloggt. Die Hinweise helfen auch nicht weiter. Und außerdem kommen ständig Leute vorbei. Und die sollen nicht mitkriegen, dass wir etwas suchen.

Wir, das sind mein Neffe Julien und ich, haben uns für einen Nachmittag getroffen, um ein Hobby auszuprobieren, das seit einigen Jahren immer mehr Leute zu begeistern scheint: Geocaching, die Schatzsuche mit dem GPS-Gerät. Es ist wirklich einfach. Man lädt mit dem Smartphone – moderne Handys haben meist ein eingebautes GPS – eine kostenlose Geocaching-App herunter, registriert sich mit einem beliebigen Nutzernamen, sucht sich einen Cache in der Nähe aus. Und schon kann es mit einem Klick auf den Startbutton losgehen.

Praktischerweise gibt es manchmal eine Sitzgelegenheit in der Nähe des Caches. Foto:Selendt
Praktischerweise gibt es manchmal eine Sitzgelegenheit in der Nähe des Caches. Foto:Selendt

Julien und ich haben uns einen Cache in der Nähe des Kneipp-Beckens im Stadtteil Altenhof ausgesucht. Ein nettes Plätzchen. Aber die Dose, die wir suchen, ist so gut versteckt, dass wir zunächst aufgeben. Wir ziehen unsere Schuhe aus, drehen eine Runde durchs kalte Wasser des Beckens und wollen wieder gehen – da kommt die rettende Idee trotzdem noch. Keine drei Minuten später hält Julien die Dose in der Hand. Wo genau er sie gefunden hat, wird an dieser Stelle nicht verraten. Das würde anderen Geocachern den Spaß verderben. Spoiler nennen die das dann.

Geocaching - so funktioniert's

In den allermeisten Fällen ist ein „Traditional Cache“, so wie wir ihn an diesem Tag gesucht haben, eine Dose mit einem kleinen Buch, einem Stift und ein paar Teilen, Plastikfiguren oder Spielzeugen. Ins Buch trägt man sich mit Namen und Datum ein, von den Teilen nimmt man sich eins und legt auch wieder eins zurück. Zugegeben: Für Muggel, also Nicht-Cacher, ist es nicht leicht, zu verstehen, warum man seine Freizeit mit der Suche nach eigentlich nutzlosem Zeug in einer Plastikdose verbringt.

Wenn ich einen Cache nicht gefunden habe, wurmt mich das so, dass ich wiederkomme, um nochmal zu suchen.“

Nicolas Keckl, Geocacher

Julien und mich hat das Geocaching-Fieber aber schon jetzt gepackt. Man ist draußen. Man besucht Orte, die einen schönen Ausblick bieten. Oder in unserem Fall ein wenig Entspannung an der Kneipp-Anlage. Und vor allem: Der Reiz, einen versteckten „Schatz“ zu heben, weckt offenbar schnell das Kind im Erwachsenen. So war es auch bei Nicolas Keckl aus Deining. Der 28-Jährige hat uns vor unserem Abenteuer ein wenig in die Materie eingewiesen. Und von seinen vielen Caches erzählt. Der Vermessungsingenieur, der in München wohnt und am liebsten mit seiner Freundin Carola zum Geocaching geht, war schon in den USA oder in Hong Kong, um Dosen zu bergen. Er ist auch bei Dunkelheit unterwegs oder kommt wieder zurück, wenn er einen Cache mal nicht gefunden hat.

Wer einen Cache gefunden hat, sollte sich ins Logbuch (links) eintragen. Foto:Selendt
Wer einen Cache gefunden hat, sollte sich ins Logbuch (links) eintragen. Foto:Selendt

Er ist seit 2007 passionierter Cacher und loggt nicht nur einzelne Caches wie Julien und ich an unserem ersten Tag. Es gibt auch Multicaches, bei denen man vielen Hinweisen nachgehen muss, um am Ende sein Ziel zu erreichen – wie bei einer Schnitzeljagd. Es gibt Mystery-Caches, bei denen man erst Rätsel lösen, Fragen beantworten oder Matheaufgaben berechnen muss, um die Koordinaten der Dose zu ermitteln. Und es gibt Caching-Events, bei denen sich Cacher treffen, um nach eigens dafür versteckten Dosen zu suchen. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass man eine Kletter- oder Tauchausrüstung oder anderes Werkzeug für das Heben des Caches benötigt.

Geocaching - das gilt es zu beachten

Julien und ich sind erst am Anfang. Vier Funde haben wir an diesem Nachmittag in Neumarkt und Umgebung gemacht – und wir wollen in den Ferien weitermachen. Uns vielleicht mal mit dem Fahrrad auf den Weg machen und von Cache zu Cache radeln. Vielleicht legen wir auch mal einen eigenen. Es ist ein großer Spaß, der – wenn man einfache Regeln befolgt – auch schon für Kinder ab dem Grundschulalter geeignet ist.

Alle anderen Serienteile der MZ-Themenwoche „Ferien vor der Haustür“ finden sie hier.

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